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Ballett-Uraufführung: EINE FAUST-SYMPHONIE von Davide Bombana in GeraBallett-Uraufführung: EINE FAUST-SYMPHONIE von Davide Bombana in GeraBallett-Uraufführung:...

Ballett-Uraufführung: EINE FAUST-SYMPHONIE von Davide Bombana in Gera

Premiere 7. Mai 2010, 19.30 Uhr, Bühnen der Stadt, Großes Haus

 

In seinem ersten abendfüllenden Ballett für Theater&Philharmonie Thüringen widmet sich der italienische Choreograph dem Faust – jenem großen Suchenden, der niemals aufgibt, niemals ankommt und immer aufbegehrt.

Bombana verbindet eine Szenenfolge, die sich an Goethes Drama orientiert, mit den musikalischen „Charakterbildern“ der Hauptfiguren Faust, Gretchen und Mephisto, die Franz Liszt in den drei Sätzen seiner Faust-Symphonie aus dem Jahr 1857 zeichnet. Liszts gewaltiges Orchesterwerk wiederum wird ergänzt und kontrastiert durch Raumklänge des zeitgenössischen Schweizer Komponisten Walter Fähndrich. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera musiziert unter der Leitung seines 1. Kapellmeisters Jens Troester. Gesangssolist ist der Tenor Michael Siemon aus dem Musiktheaterensemble von Theater&Philharmonie Thüringen.

 

Dorin Gal entwarf Kostüme und Bühnenbilder, die den altbekannten Stationen der Geschichte – vom Studierzimmer über Gretchens Stube bis hin zu Hexenküche und Walpurgisnacht – eine surreale Note verleihen.

 

Der Opernchor von Theater&Philharmonie Thüringen singt in der Einstudierung von Nikolaus Müller.

 

Es tanzt das ThüringenBallett – in den Hauptrollen Martin Svobodnik (Faust), Vitalij Petrov (Mephisto), Alina Dogodina (Gretchen).

 

Am 2. Mai, dem Sonntag vor der Premiere, laden die Akteure um 11.00 Uhr zur MATINEE in den Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera ein. Dort kann man mehr über die Inszenierung, die Choreographie und die Musik dieses großen Ballettabends erfahren.

 

Weitere Aufführungstermine: 29.5. 19.30, 9. 6. 14.30, 26. 6. und 2. 7. 19.30

 

 

 

Davide Bombana

 

Der italienische Choreograf Davide Bombana, in Mailand geboren, studierte Ballett an der Ballettschule der Scala, die er 1977 erfolgreich abschloss. Im selben Jahr gab er sein Debüt in der Titelrolle von Maurice Béjarts Feuervogel mit dem Ballett der Scala, wo er bald vom Gruppenmitglied zum Solisten und Ersten Tänzer befördert wurde. Als Erster Tänzer trat er in Balletten von Béjart, Tetley, Nurejew, Robbins, Balanchine und Falco auf. Er ist Gewinner des „Positano Preises“ und „Bordighera Preises“. Er nimmt am internationalen Tanzwettbewerb in Jackson Missisippi teil und gewinnt die Bronce-Medallie. Mit der Scala geht er auf Amerika-Tournee und wird von der New Yorker Kritik für seine tänzerische Leistung in der MET gefeiert. Seine Karriere als Solotänzer führt zum Pennsylvania Ballet (Philadelphia), zum Scottish Ballet (Glasgow) und zum London Festival Ballet, wo er alle Rollen des klassischen und neoklassischen Repertoires tanzt. Als Gast kehrt er in den Hauptrollen in John Crankos „Romeo und Julia“ und Roland Petits „Proust“ an die Scala zurück.

 

1986 bis 1991 tanzte er als Erster Tänzer in Werken von J. Neumeier, F. Ashton, J. Cranko, D. Bintley, P. Wright. Von 1991 bis 1998 als ist er als Choreograf und Ballettmeister am Bayerischen Staatsballett in München tätig und arbeitet mit Choreographen wie J. Kilian, H. van Manen, A. Preljocaj, P. Martins und T. Tharp zusammen.

 

In München machte er mit den Uraufführungen seiner Werke „Sonata“, „Parabel“, „Quatour pour la fin du temps“, „Okanagon“, „Woyzeck Fragmente“ (nach Büchner), „Schönberg opus 4“ und den beiden abendfüllenden Balletten „Luigi-Nono-Projekt“ und dem von Strindberg inspirierten „Ein Traumspiel“ als Choreograf auf sich aufmerksam. 1998 – 1999 war er Leiter der Company Maggio Danza Florenz. Dort brachte er „Woyzeck Fragmente“ und „Schönberg opus 4“ zur Wiederaufführung und schuf das abendfüllende Ballett „Teorema“ nach Pasolini.

 

In den letzten Jahren erarbeitete Davide Bombana als Gastchoreograf seine Werke mit Kompanien in vielen Ländern, wie z.B.:

 

“Aus der Ferne” für Ballet du Rhin Frankreich und Queensland Ballet Australia. Das abendfüllende Ballett "Penthesilea" für Maggio Danza Florez Italien. “Woyzeck-Fragmente” und “Beyond Skin” für Ballet du Rhin Frankreich und Ballet de Zaragoza Spanien. Das abendfüllende Ballett "Lolita" für Grand Ballet de Génève Schweiz, "La Séptième Lune" für die Pariser Oper Frankreich, "Kunst der Fuge" für Ballet du Rhin Frankreich, "Tenebrae" für das Badische Staatstheater Karlsruhe, das abendfüllende Ballett "Cinderella" für Aalto Ballett Theater Essen, “Carmen” für Ballet De Capitole Toulouse Frankreich, für das ThüringenBallett Gera sowie für das National Ballet of Kanada Toronto, “Century Rolls” für die Eröffnung der Ballettfestwoche 2006 des Bayerischen Staatsballetts München, „Harpsichord Concerto” für das New York Choreographic Institute USA mit Tänzern des New York City Ballet, “In C Sharp Minor” für das New English Contemporary Ballet Nottingham, “In the Air Clear and Unseen" für Ballett Augsburg, “Sacre du Printemps” für das Badische Staatstheater Karlsruhe und “Carmen” einer Vollabendversion für das Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper.

 

Im Herbst 2009 schuf er außerdem die Choregrafie für den Video-Clip “Ad Ogni Costo” des italienischen Rock-Stars Vasco Rossi.

 

Wichtig zu erwähnen ist auch seine Zusammenarbeit mit den führenden Ballettakademien der Welt, für die er folgende Ballette kreierte oder wiedereinstudierte: "Petite Suite en Noir" für das Conservatorio Nazionale Superiore in Paris, anschließend von der John Cranko Schule in Stuttgart übernommen, für die Akademie des Bolschoi in Moskau Wiedereinstudierung von „Harpsichord Concerto”, “Camera Oscura” für die School of American Ballet in New York und das abendfüllende Ballet “IPNOS” für die Akademie des Teatro alla Scala in Mailand.

 

Berühmte Künstler und Bühnenbildner wie: Giulio Paolini, rosalie, Bernard Michel, Michael Simon, Stephen Galloway, Yoshiki Hishinuma und Dorin Gal wirkten bei der Realisierung seiner Arbeiten kreativ mit.

 

Für seine Ballette Woyzeck Fragmente und Luigi-Nono-Projekt erhielt er den Preis der Münchener Presse „Die beste Tanzdarbietung der Jahre 1995 und 1996“ und ebenfalls für das Luigi-Nono-Projekt, als beste Tanzproduktion des deutschsprachigen Raumes, den Bayerischen Theaterpreis 1997. Viel beachtet war seine Choreografie Ein Traumspiel, die Davide Bombana in Moskau den „Benois de la Danse 1998“ eintrug. Als bester italienischer Choreograf außerhalb Italiens erhielt er für Lolita, La 7me Lune und Kunst der Fuge den „Premio Danza e Danza 2004“.

 

 

 

 

 

 

 

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