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Berliner Festspiele: spielzeiteuropa 06|07 - „Alles wird gut“

Oktober 2006 bis Januar 2007.

Theater- und Tanzproduktionen prominenter, aber auch noch weniger bekannter Künstler aus ganz Europa. 2004 als neues Format

eingeführt, fand spielzeiteuropa schnell seine begeisterten Anhänger.

Die Saison 2006/2007 trägt den Titel „Alles wird gut“. Das Motto ist flüchtige Utopie, Provokation – ein Zeichen. Das Haus der Berliner Festspiele, ehemals das Theater der Freien Volksbühne, hat Theatergeschichte geschrieben – spielzeiteuropa spielt hier wieder Theater. Und nicht nur im kurzen

Augenblick eines Festivals, sondern in der künstlerischen Freiheit und den Möglichkeiten einer Saison.

 

Das bedeutet Zeit für Ungewöhnliches, auch für den Luxus des Einmaligen.

Einmalig ist auch die Eröffnungsproduktion von spielzeiteuropa 06|07: Die Mitglieder der rockenden Seniorenformation Young @ Heart Chorus sind zwischen 71 und 93 Jahre alt. Wer ihr bejubeltes Gastspiel im Berliner Hebbel-Theater 2000 erlebt hat, kann sich bei Road to Nowhere, der neuen Musik-Performance, auf ein Wiedersehen freuen (16. - 18.11.2006). Am 16. November wird auch die großformatige Fotoinstallation der lettischen Künstlerin Monika Pormale am und im Haus der Berliner Festspiele eröffnet. Die Bühnenbildnerin arbeitet regelmäßig für das Theater, realisierte aber auch

Kurzfilme und trat bei der RuhrTriennale 2005 erstmals auch als Fotografin künstlerisch in Erscheinung.

 

Weitere Koproduktionen und Gastspiele von Christoph Marthaler, Stéphane Braunschweig, Robert Lepage, Robert Wilson, Marie Brassard und Pina Bausch komplettieren das hochkarätige Programm.

Ein Highlight ist sicherlich auch das Stück The Andersen Project von Robert Lepage. Der frankokanadische Theaterkünstler und Filmregisseur Robert Lepage ist ein Geschichtenerzähler und Meister des Spiels mit der Zeit innerhalb theatralischer Wirklichkeiten, in denen neue Technologien die

Möglichkeiten der Illusion herausfordern. Lepage spielt in diesem brillanten Solo einen frankokanadischen Künstler – vielleicht ein heutiges Alter Ego des dänischen Dichters Hans Christian Andersen –, der nach Paris kommt, um für die Opéra Garnier ein Libretto für eine Kinderoper nach Andersens Märchen

Die Dryade zu schreiben. Auf seinen Durchbruch im europäischen Kunstbetrieb hoffend, scheitert er grandios an den realen Gegebenheiten des Opernbusiness. Lepage als tragikomischer Held dieses modernen Märchens, das mit zärtlicher Komik von der Einsamkeit des Künstlers erzählt, zeigt eine

Sternstunde seiner wundersamen Theaterkunst.

Parallel zu The Andersen Project zeigt spielzeiteuropa alle fünf Spielfilme Robert Lepages. Die Eintrittskarte zum Theaterstück berechtigt zum Besuch sämtlicher Filmvorführungen.

 

Neues Gesicht von spielzeiteuropa ist die künstlerische Leiterin Brigitte Fürle. Die promovierte Theaterwissenschaftlerin, war die treibende Kraft für neue Theaterformen bei den Wiener Festwochen und als Dramaturgin verantwortlich für den Internationalen Programmbereich am schauspielfrankfurt. Bei den

Salzburger Festspielen kuratierte sie das Young Directors Project. Ab November 2006 leitet sie nun das viermonatige internationale Tanz- und Theaterprogramm der Berliner Festspiele. Eine ihrer ersten künstlerischen Entscheidungen war die feste Zusammenarbeit mit jungen europäischen, bildenden Künstlern, wie beispielsweise Monika Pormale.

Bei spielzeiteuropa treffen unterschiedliche Theatersprachen und neue Ansätze zusammen. Das Haus der Berliner Festspiele wird zu einem Ort des Nachdenkens über Europa mit den ästhetischen Mitteln des Theaters; für europäische Perspektiven, aber auch Sichtweisen, die über Europa

hinausreichen – den Blick von außen wahrnehmen.

 

Das Programm:

 

Fotoinstallation Monika Pormale Alles wird gut

16. Nov. 2006 - 28. Jan 2007

 

Young @ Heart Chorus | No Theater Road to Nowhere

16. - 18. Nov. 2006

 

Stéphane Braunschweig Gespenster H. Ibsen

30. Nov - 2. Dez. 2006

 

Robert Lepage The Andersen Project + Filme

7. - 11., 13. - 17. Dez 2006

 

Robert Wilson Quartett H. Müller

21. + 22. Dez. 2006

 

Marie Brassard Peepshow

11. - 13. Jan 2007

 

Pina Bausch Rough Cut

24. - 28. Jan 2007

 

Beschreibungen:

 

Fr 17.11.2006 bis So 28.01.2007

Alles wird gut

Eine Fotoinstallation von Monika Pormale

Ort: Haus der Berliner Festspiele

Theater ist auch Architektur, Innenraum und Außenraum. spielzeiteuropa lädt junge europäische KünstlerInnen ein, Kunstprojekte für das Haus der Berliner Festspiele zu realisieren. Als Erste wird in der Saison 06/07 die lettische Künstlerin Monika Pormale, bekannt geworden mit ihren eindrücklichen Bühnenräumen für Inszenierungen des Regiestars Alvis Hermanis, ein Projekt verwirklichen. Ihre großformatige, auf der Fassade des Hauses der Berliner Festspiele weithin sichtbare Fotoinstallation begleitet das Motto ALLES WIRD GUT. Gemeinsam mit dem Berliner Fotografen Burkhard Peter wählte Monika Pormale ebenso unverkennbare wie alltägliche Orte im alten West-Berlin aus. Inspiriert von Vladimir Sorokins Romanthriller Das Eis finden an diesen bekannten urbanen Schauplätzen seltsame Ereignisse statt: Menschen umarmen einander. Anonyme Passanten, Zufallspaare werden von der Künstlerin zu lebenden Skulpturen inszeniert. Es entstehen Momentaufnahmen im Zeitstillstand – menschliches Bollwerk gegen urbane Einsamkeit und die Vereinsamung des Urbanen.

 

„Lass’ dein Herz sprechen, dein Herz, dein liebes Herz!“

Vladimir Sorokin, Das Eis

 

Neben den fünf Fotos an der Außenfassade, die der äußeren Architektur des Hauses entsprechen, werden im Oberen Foyer die Innenräume des Theaters fototheatralisch verfremdet – und Déjà-vu-Erlebnisse des Betrachters evoziert. ALLES WIRD GUT – eine theatralische Installation, eine lebendige Irritation. Eine Form von Theater …

 

Do 16.11. bis Sa 18.11. | 20:00

Road to Nowhere

Young @ Heart | Staged by No Theater

Ort: Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne

Dauer 1h 15, keine Pause

Karten € 16,– (ermäßigt € 12,–)

 

Berlin-Special

Young @ Heart Chorus singing at the Bornemann-Bar

17.11. | Bornemann-Bar (oberes Foyer)

Karten € 10,– (inkl. Getränk)

Koproduktion Rotterdamse Schouwburg, London International Festival of Theatre (LIFT) und Zürcher Theater Spektakel | Unterstützt von Lyric Hammersmith London | Zusätzlich unterstützt vom Hebbel-Theater Berlin und Brugge 2002

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

Road to Nowhere von den Talking Heads, Ruby Tuesday von den Rolling Stones – die Songs von früher klingen völlig anders, wenn sie von der einzigartigen singenden und rockenden Seniorenformation Young @ Heart Chorus intoniert werden. Die Eröffnungsproduktion von spielzeiteuropa auf der Großen Bühne im Haus der Berliner Festspiele ist Theater in Echt-Zeit – eine Lebens- und Überlebensform. Die Mitglieder des Chorus, dessen Wurzeln in einem Altenheim-Projekt in Northampton/Massachusetts vor über 20 Jahren liegen, sind zwischen 71 und 93 Jahre alt. Untersuchte ihre international bejubelte Show Road to Heaven noch den Traum von der „ewigen Jugend“, stellt Road to Nowhere die knallharte Frage: Müssen wir in Zukunft arbeiten, solange wir leben? In den USA hat die Realität den Traum vom „goldenen“ Rentnerdasein längst eingeholt, man muss sich nur das Personal bei Wal-Mart oder McDonalds ansehen.

„There is no road to happiness, happiness is the road.“

"Road to Nowhere" wurde wieder vom No Theater, das seit mehr als 23 Jahrenmit dem Chorus zusammenarbeitet, in Szene gesetzt. Wer das Gastspiel Road to Heaven im Jahr 2000 im Berliner Hebbel-Theater erlebt hat, kann sich auf ein Wiedersehen freuen: Viele, die in Road to Nowhere auf der Bühne stehen, waren auch schon damals dabei, und das älteste Mitglied, Eileen Hall (geb. 1913), singt nun zum ersten Mal solo: Ruby Tuesday – und lässt dabei die Stones neben sich echt alt aussehen.

 

Für spielzeiteuropa geben die stimmstarken Oldies neben ihrer aktuellen Bühnenshow am 17. November auch noch ein Berlin-Special in der neu eröffneten Bornemann-Bar: Young @ Heart Chorus singing at the Bornemann-Bar – save the date!

 

Do 30.11. bis Sa 02.12. | 20:00

Gespenster von Henrik Ibsen | Inszenierung Stéphane Braunschweig

Ort: Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne

Dauer 2h 45, eine Pause

Karten 33,– | 26,– | 22,– | 19,– | 12,– | 8,-

 

Einführungen von Brigitte Fürle 1. + 2. Dezember | 19:15 | Oberes Foyer

Publikumsgespräch und Buchpräsentation

Henrik Ibsen Gespenster, hg. von Angelika Gundlach,

1. Dezember im Anschluss an die Vorstellung ca. 23:00 | Oberes Foyer

 

Koproduktion schauspielfrankfurt und Théâtre National de Strasbourg

Produktion der Wiederaufnahme spielzeiteuropa | Berliner Festspiele in Kooperation mit rbb und ARTE

Mit freundlicher Unterstützung der Königlich Norwegischen Botschaft Berlin

 

Alles Gespenster bei Ibsens bitterbösem Horror-Drama um den heimkehrenden Sohn Osvald, die schwarze Sonne der Mutterliebe und die Wahrheiten, die endlich ans Tageslicht kommen, ein Kinderheim, das in Flammen steht, und einen Tischler, dem alles zuzutrauen ist. Und das Leben, das mit den Wahrheiten auch nicht erträglicher wird. Ibsens düstere Familientragödie um den an Syphilis erkrankten Sohn war ein Skandal und wurde lange Zeit als antike Schicksalstragödie interpretiert. Die erbliche Übertragung von Syphilis zählt heute zu den Mythen der Medizin, wodurch das Stück eine größere Vieldeutigkeit zulässt. Wenn das Lustprinzip mit tödlichen Folgen verbunden sein kann, wohin führt dann der Verzicht?

 

„Lebensfreude – ? Kann das die Rettung sein?“

Henrik Ibsen, Gespenster

 

Die Inszenierung des jungen französischen Regisseurs Stéphane Braunschweig, einem Meister der leisen Zwischentöne, erforscht Ibsens Fragen nach Glück und Lebensfreude und die Tragikomik der Suche nach Wahrheit, die Ibsen als modernen Autor auszeichnen. Braunschweigs Inszenierung von Gespenster wurde mit einer Einladung zum Ibsen-Festival in Oslo gewürdigt und wird für spielzeiteuropa 06 | 07 und das diesjährige Ibsen-Gedenkjahr exklusiv im Haus der Berliner Festspiele zur Wiederaufnahme gelangen. Mit Ibsens „Wiedergängern“ (norweg. Originaltitel „Gengangere“) setzt diese Saison ein Zeichen der „Wiederkehr“ europäischer Theaterarbeit, die im Mittelpunkt der Programmgestaltung von spielzeiteuropa steht.

 

30. Nov 2006 | 19:00

Haus der Berliner Festspiele | Oberes Foyer | Eintritt frei

Gespräch und Präsentation des Buches

NAHAUFNAHME: Stéphane Braunschweig

Gespräche mit Eberhard Spreng | Alexander Verlag 2006

In Anwesenheit von Stéphane Braunschweig und Eberhard Spreng

 

Do 07. bis Mo 11. 12. + Mi 13. bis So 17.12. | 20:00 (So 19:00)

The Andersen Project

Ein modernes Märchen von Robert Lepage

Ort: Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne

Dauer 2h 15, keine Pause | In englischer Sprache

Karten € 33,– | 26,– | 22,– | 19,– | 12,– | 8,–

Einführungen „Das Theater von Robert Lepage“ von Brigitte Fürle

8., 11., 13., 14. + 15. Dezember um 19:15 | Oberes Foyer

Publikumsgespräch am 8. Dezember im Anschluss an die Vorstellung

ca. 22:30 | Oberes Foyer

Produktion · Ex Machina, Québec City

In Koproduktion mit spielzeiteuropa | Berliner Festspiele, Bite:06, Barbican London, Bonlieu Scène Nationale Annecy, Célestins/Théâtre de Lyon, Change Performing Arts Milano, Festival de Otoño Madrid, La Comète (Scène Nationale de Châlons-en-Champagne), La Coursive/LaRochelle, Festival d’automne à Paris, Grand Théâtre de Québec, Le-Maillon-Théâtre/Théâtre de Strasbourg, Théâtre du Nouveau Monde Montréal, Théâtre du Trident Québec, Théâtre français du Centre national des Arts d’Ottawa, Théâtre de BordeauxAquitaine, Théâtre National de Toulouse Midi Pyrénées, Maison des Arts Créteil, Pilar de Yzaguirre – Ysarca Madrid, Setagaya Public Theatre Tokyo, Hans Christian Andersen 2005 Foundation, Sydney Festival

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Kanada und der Vertretung der Regierung von Québec

 

Der frankokanadische Theaterkünstler Robert Lepage ist ein Geschichtenerzähler und Meister des Spiels mit der Zeit innerhalb theatralischer Wirklichkeiten, in denen neue Technologien die Möglichkeiten der Illusion herausfordern. Lepage spielt in diesem brillanten Solo einen frankokanadischen Künstler – vielleicht ein heutiges Alter Ego des dänischen Dichters Hans Christian Andersen –, der nach Paris kommt, um für die Opéra Garnier ein Libretto für eine Kinderoper nach Andersens Märchen Die Dryade zu schreiben. Auf seinen Durchbruch im europäischen Kunstbetrieb hoffend, scheitert er grandios an den realen Gegebenheiten des Opernbusiness. Lepage als tragikomischer Held dieses modernen Märchens, das mit zärtlicher Komik von der Einsamkeit des Künstlers erzählt, zeigt eine Sternstunde seiner wundersamen Theaterkunst.

 

„Die Dryade freute sich ihres Daseins, freute sich über den Sonnenschein und den Vogelgesang, am meisten aber über die Stimme der Menschen, sie verstand ihre Sprache ebenso gut wie sie die der Tiere verstand.“

Hans Christian Andersen, Die Dryade

 

„Wie zuletzt in seiner (mittlerweile auch verfilmten) Performance The Far Side of the Moon spielt Lepage in zweieinhalb pausenlosen Stunden rund ein Dutzend Rollen: mit wenigen rollenden, fliegenden Requisiten, mit Hintergrundprojektionen, die manchmal Lepages Blick und Bewegungen folgen und einen theatralischen Cyberspace öffnen, mit blitzschnell wechselnden Kostümen und Perücken. Die Schwerkraft der Bühne, vor allem die des schwitzend kämpfenden deutschen Gegenwartstheaters, scheint bei Lepage einmal mehr aufgehoben.“

Süddeutsche Zeitung

 

Do 21.12. und Fr 22.12. | 20:00

Quartett

von Heiner Müller | Inszenierung Robert Wilson

Ort: Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne

Dauer ca. 2h, keine Pause | In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Karten € 53,– | 43,– | 35,– | 27,– | 19,– | 12,– | 8,–

Publikumsgespräch am 22. Dezember im Anschluss an die Vorstellung

ca. 22:15 | Oberes Foyer

Koproduktion Odéon-Théâtre de l’Europe (Premiere Paris 28. September 2006), La Comédie de Genève, Théâtre du Gymnase Marseille

 

Die Marquise de Merteuil erwartet ihren einstigen Liebhaber Vicomte de Valmont. Das körperliche Begehren ihrer Affäre ist längst erloschen, jedoch über die Sprache und die Erinnerung an die Opfer ihrer gemeinsamen Intrigen, die sie im mehrfachen Rollentausch wiederauferstehen lassen, vollführen sie nun ein noch weitaus lustvolleres und grausameres Spiel, ein Spiel im Spiel, das tödlich endet: In der Rolle der von ihm verführten Präsidentengattin Tourvel stirbt Valmont an dem Gift, das ihm die Merteuil (als „Valmont“) reicht, und lässt sie allein zurück auf dem Trümmerfeld der ungestillten Leidenschaften. Eine Erlösung ist nicht möglich, der Tod ist Theater, also auch nur ein Spiel.

 

„Was ist. spielen wir weiter? – spielen wir? Was weiter?“

Heiner Müller, Quartett

 

Heiner Müller schrieb Quartett 1980/81 nach dem Briefroman Gefährliche Liebschaften von Choderlos de Laclos und versetzt die Begegnung von Merteuil und Valmont in einen „Salon vor der französischen Revolution / Bunker nach dem dritten Weltkrieg“. In Müllers Notizen zu Quartett findet sich eine Anmerkung von Baudelaire zu Laclos’ Briefroman: „Dieses Buch verbrennt einen gleichsam wie Eis. Ein Geschichtsbuch. Die Revolution ist von Wollüstlingen gemacht worden. … Die libertinistischen Bücher kommentieren und erläutern die Revolution.“ Mit Isabelle Huppert als Merteuil und Ariel Garcia Valdès als Valmont inszeniert Altmeister Robert Wilson das bekannteste Stück von Heiner Müller in einer Traumbesetzung – ein Weltereignis, das im deutschsprachigen Raum exklusiv bei spielzeiteuropa zu erleben sein wird.

22. Dez 2006 | 19:00

Haus der Berliner Festspiele | Oberes Foyer | Eintritt frei

Gespräch und Präsentation des Buches

NAHAUFNAHME: Robert Wilson Lecture

Herausgegeben und mit einer Einleitung von Jan Linders

Alexander Verlag 2006

 

Do 11. bis Sa 13.01. | 20:00

Peepshow

Ein Stück von Marie Brassard

Ort: Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne

Dauer 1h 25, keine Pause | In englischer Sprache

Karten € 25,– (ermäßigt € 16,–)

Publikumsgespräch am 12. Januar im Anschluss an die Vorstellung

ca. 21:40

Produktion · Infrarouge, Montréal

In Koproduktion mit spielzeiteuropa | Berliner Festspiele, Harbourfront Centre Toronto, Festival de théâtre des Amériques Montréal, Le Théâtre français du Centre national des Arts d’Ottawa, Göteborg Dance & Theatre Festival und Wiener Festwochen

Unterstützt von der Botschaft von Kanada

und der Vertretung der Regierung von Québec

 

Marie Brassard ist Rotkäppchen, unter anderem. In einem atemberaubenden Kaleidoskop intimer Geschichten über Versuchungen, Flirts und gebrochene Herzen entführt sie, soundtechnisch verfremdet zu verschiedensten Figuren, in unerforschte Landschaften sexueller Phantasien, radikaler Körper-Manipulationen und halluzinogener Drogen. Als „poetische Dokumentaristin und Chronistin paralleler Wirklichkeiten“ erforscht sie das Phänomen sozialer Tabus vor dem Hintergrund einer von religiösen Fundamentalismen geprägten Gesellschaft.

 

„People would look amazing if when they met other people it would leave marks on their bodies. Their faces would bear the traces of all the kisses, all the bites, and all the hands that ran through their hair. People would be beautiful. They would be wearing the marks of others for everyone to see.“

Marie Brassard

 

„Eine Frau auf der Bühne genügt, bloß die Stimme wird am Mischpult live verändert – und wir sind gebannt: Das Phantasiegespinst aus Märchen und Sehnsucht, aus Traum und Alptraum berührt und betört.“ Die Welt

 

Mit ihrer multimedialen Peepshow ist Marie Brassard bereits zum dritten Mal mit einem Soloprojekt bei den Berliner Festspielen zu Gast. Im Rahmen der Festwochen zeigte sie hier 2002 Jimmy, créature de rêve und 2003 La Noirceur.

 

Mi 24. bis Sa 27.01. | 20:00 und So 28.01. | 19:00

Rough Cut

Ein Stück von Pina Bausch

Ort: Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne

Dauer 3h, eine Pause

Karten € 43,– | 35,– | 27,– | 19,– | 12,– | 8,– Leider ausverkauft!

 

Produktion · Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

In Koproduktion mit LG Arts Center, LG Corporation

und Goethe-Institut Seoul, Südkorea

 

Rough Cut, inspiriert von einem mehrwöchigen Aufenthalt des Wuppertaler Ensembles in Seoul, entstand als eine Kreation an der Schnittstelle zwischen Asien und Europa und zwischen asiatischer Kontemplation und den High-Tech-Wunderweltbildern der südkoreanischen Hauptstadt. Hinreißende Soli, gefolgt von leidenschaftlichen Duos – das Spiel der Verführung zwischen Männern und Frauen als erotische Miniaturen und Momentaufnahmen. Dazu Sehnsuchtsbilder unberührter Bergpanoramen als unberührbare Fiktionen, in denen Alpinisten unbeeindruckt einen gewaltigen Gletscher erklimmen, der sich als Projektionsfläche auf der Bühne auftürmt, brennende Seidenblumen und Tanzbilder von stiller, atemloser Schönheit.

 

„Man fragt mich manchmal, ob ich mich als Europäerin fühle:

aber ich weiß nicht, wo die Grenzen liegen.“

Pina Bausch

 

„Wie Pina Bausch mit kargen Mitteln eine bewegte Poesie erschafft, wie sie aus der Verfremdung von alltäglichen Verrichtungen ihren skurrilen Witz entfaltet, das ist wie immer bewundernswert … Die Tänzer fliegen und springen, schwimmen und tauchen, schlafen und träumen. Immer bereit, sich zu verlieren – und doch bei sich, selbstgewiss wie nie.“ Der Tagesspiegel

 

Das wundersame Tanz-Theater von Pina Bausch und ihre großartigen Tänzerinnen und Tänzer kommen zurück nach Berlin und beenden diese spielzeiteuropa-Saison mit einem bilderstarken, poetischen Theaterabend voller gelebter Emotion.

 

 

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