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DANN (1) Plattform für performative Zukunftsforschung in München

31. Mai und 2. Juni 2013, 20:00 Uhr, PATHOS transport theater und PATHOS Ateliers. -----

Zeigen, Entwerfen, Feiern - DANN (1) verknüpft Performance, Diskurs und Party in einem mehrteiligen Programm. Was sich auf der Plattform für performative Zukunftsforschung (31. Mai, 2. Juni) zeigt, ist experimentell: entwickelt werden drei Perspektiven auf eine Gesellschaft im Futur II, die wir dann gewesen sein werden.

 

 

 

 

Diskursrausch IV - GEHRAUM I OPEN AIR (1. Juni) bringt dazu das Areal an der Dachauer Straße ins Spiel. In Begleitung von Experten werden ausgewählte Standorte aufgesucht, ihr utopisches Potenzial ergründet, gemeinsam diskutiert und gefeiert. Dazu gibt es ein großes Open Air und anschließend im PATHOS transport theater die Nacht der offenen Tür.

 

 

Die Plattform für performative Zukunftsforschung ist eine social fiction im Futur II: Erinnerung nach vorwärts, "antizipierte Retrospektionen“. Die Plattform ist eine experimentelle Arbeitsfläche und bietet Künstler_innen und Künstlergruppen einen Spielraum, um sich mit Fragen nach der individuellen und gesamtgesellschaftlichen Zukunft zu konfrontieren und Haltungen gegenüber dieser Zukunft in der Gegenwart zu formulieren: Dystopie oder Utopie? Weiter wie bisher, weil eh nichts mehr geht? Oder etwa doch: Widerstand, Umdenken, Andersmachen?

 

Für die erste Ausgabe der Plattform werden der Münchner Regisseur und Autor Emre Akal, die Performancegruppe HUNGER&SEIDE und das neugegründete Kollektiv TRANS.net in einer fünftägigen Recherche-, Konzeptions- und Probenphase performativ-experimentelle Kurzformate entwickeln.

 

Treffpunkt: PATHOS Ateliers

Kuration: Sebastian Linz

Eine PATHOS München Produktion

 

Pathos transport theater. Dachauer Str. 110d.

PATHOS Ateliers. Dachauer Str. 112d.

D-80636 München. MVG Tramlinie 20/21 Haltestelle: Leonrodplatz.

Karten 15,00 € / 10,00 € unter 0152-05435609 / online unter www.pathosmuenchen.de/tickets/.

 

Emre Akal / Tunay Önder

DEUTSCHLAND IMPOSSIBLE

 

Es gibt Menschen, die unnachgiebig von der zukünftigen Islamisierung Deutschlands oder gar Europas reden. Außer ein paar Straßen mit ausländischen Gemüsehändlern, Blumenverkäufern und ein paar Hinterhofmoscheen haben wir bislang nichts davon gesehen. Aus gegebenem Anlass wollen wir diese Fiktion endlich wahr werden zu lassen: Verschleierte Polizistinnen führen Alkoholtests durch, neben den Kirchenglocken hören wir den Muezzin zum Gebet rufen und der Integrationstest wird an jenen durchgeführt, die schon seit Generationen im Lande leben. Eine Projektion aus der Vergangenheit zeigt, wie treffsicher das NSU-Milieu zu Beginn des 3. Jahrtausends die Zukunft vorausgesagt hat.

 

Emre Akal, gebürtiger Münchner mit türkischer Herkunft, ist Autor, Schauspieler und Regisseur. 2012 erhielt er für die Realisierung seines jüngsten Theaterprojekts Schafspelzratten eine Debütförderung der Stadt München. 2013 erhielt er zusammen mit Tunay Önder ein Arbeitsstipendium für das Forschungsprojekt Wörterayntoff und arbeitet zurzeit am Staatstheater Izmir für das Projekt Coming back of almanci als Dramaturg und Projektplaner. Tunay Önder, gebürtige Münchnerin, studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Ethnologie in Heidelberg und Istanbul. 2011 gründete sie zusammen mit Amira Amor Ben Ali und Imad Mustafa das Blogprojekt migrantenstadl. Neben ihrer Tätigkeit als freischaffende Soziologin beteiligte sie sich an etlichen Film-, Medienkunst- und Theaterprojekten. www.emre-akal.de / www.dasmigrantenstadl.blogspt.com

 

TRANS.net

MENSCH UND RECHT (AT)

 

Die Menschenrechte sind heute vielleicht die letzte westliche Utopie. Sie werden oft dazu genutzt, etwas in Aussicht zu stellen, was in die Heterogenität der modernen Welt sonst kaum noch zu finden ist: eine bessere Welt. Kann das funktionieren? Jede andere Hoffnung auf eine bessere Welt ist zumindest immer daran gescheitert, dass sie die Idee nicht mit der Realität in Einklang bringen konnte, dass sie zur Ideologie wurde, zum Versuch ihr mit Gewalt zum Durchbruch zu verhelfen. Sind dagegen die Menschenrechte der gangbarere Weg in die Zukunft? Oder sind sie so utopisch, dass ihre reale Umsetzung kaum möglich erscheint? Ist ihre globale Umsetzung gar nur die letzte Illusion der westlichen Wertegemeinschaft, bevor diese von anderen kapitalistischen (aber nicht zwangsweise demokratischen) Modellen überholt wird? Wohin geht der Weg? Was ist die Zukunft der Menschenrechte?

 

TRANS.net ist ein Zusammenschluss von Theaterschaffenden aus dem deutschsprachigen Raum, die sich auf europäische Zusammenarbeit in den politisch-performativen Künsten spezialisiert haben. Mitglieder sind die Schauspielerin Linda Löbel, die Regisseurin Ana Zirner, der Dramatiker und Regisseur Timo Krstin, der Regisseur Franz-Xaver Mayr, der Schauspieler Thomas Prazak, und der Bühnen-/Kostümbildner und Regisseur Korbinian Schmidt. www.transnet-theatre.eu

 

HUNGER&SEIDE

I WANT YOU BACK!

Eine performative Videoinstallation

 

Judith Al Bakri und Barbara Balsei setzen sich mit der Frage auseinander, was es heißt, zukunftsfähig zu handeln. Unser Habitus bleibt weitgehend unberührt von den globalen Entwicklungen, auch wenn wir es eigentlich besser wissen. Zäh und beharrlich halten wir an den bekannten Strukturen fest. Was müssen wir tun, um wieder eine positive Zukunftsvision zu bekommen? Ist Rückwärts das neue Vorwärts? In I WANT YOU BACK! beschreibt HUNGER&SEIDE einen lustvollen Weg anders zu handeln!

 

HUNGER&SEIDE findet seine Fragestellungen in einem Spannungsfeld zwischen vermeintlich banaler Alltäglichkeit und gesellschaftspolitischer Brisanz. Seit 2006 entwickelt das Münchner Performancekollektiv kontinuierlich eigene Projekte. 2009 wurde es mit TAXI für das Berliner Theatertreffen vorgeschlagen und war 2011 artist in residence in der Schwankhalle Bremen. 2012 wurde HUNGER&SEIDE mit dem George-Tabori-Förderpreis ausgezeichnet. Die letzten Projekte: BUMM! DER ERNSTFALL (Muffatwerk München, 2012); der Monolog ICH, unfinished (Theaterdiscounter Berlin, 2012); PREPPER (Muffatwerk München und Tafelhalle Nürnberg, 2013). www.hungerundseide.de

 

Diskursrausch IV – GEHRAUM I OPEN AIR

Samstag, 01. Juni 2013, 17:00 – 19:00 Uhr

Treffpunkt: PATHOS Ateliers, Dachauer Str. 112d

 

Mit:Phillippe Cabane / Caro Baumann / Marcus Fernhout

Konzept & Moderation: Barbara Balsei

 

Ein diskursiver Gang über das Gelände, bei dem wir unsere Wünsche, Träume und Sehnsüchte darüber formulieren, wie wir die Zeit an diesem Ort miteinander verbringen wollen. Es geht um die Transformation von einem Areal in einen Stadtteil.

 

Wir sind soweit. Aufbruch. Gehen wir! Aber wohin? Im Kreis natürlich oder ein paar Schritte zurück, wohin sonst. Die Zukunft hat geschlossen. Der Raum ist begrenzt. Weiterkommen, darüber hinausgehen, unbekannte Gefilde erobern und sich dabei entwickeln, vervollkommnen, wachsen, besser werden, effizienter: Nein. Genau damit wollen wir Schluss machen. Wir bleiben zu Hause, oder besser, wir treten den unbekannten Weg vor unsere Haustüre an.

 

PHILIPPE CABANE studierte Soziologie, Philosophie und Humangeographie sowie Städtebau und Raumplanung. Er lebt in Basel und arbeitet als selbständiger Berater für Urbane Strategien, Nutzungsentwicklung und Kommunikation sowie als externer Dozent an verschiedenen Fachhochschulen in der Schweiz, mit Schwerpunkt Kultur- und Sozialraumentwicklung. Cabane ist Mitinitiator, Projektentwickler und Mediator im Prozess nt/Areal Basel – Zwischennutzung von Freiräumen als selbstorganisierter Stadtentwicklungsprozess.

 

CARO BAUMANN, Architektin. Lebte in Rotterdam, Amsterdam, Peking und jetzt in München. Gemeinsam mit Johannes Schele hat sie morePlatz gegründet. Die von morePlatz realisierten Projekte haben die jeweilige Stadt mit ihren Lebensbedingungen im Fokus. Jedes Projekt hat eine Neuerung und Entwicklung der räumlichen oder programmatischen Qualitäten einer Stadt zum Ziel. morePlatz steht für mehr – zurück gewonnenen – Raum.

 

MARCUS FERNHOUT hat im Jahr 2008 in Rotterdam CODUM gegründet. Zunächst als Immobilien-marketing-consulting-Firma, aber aus der Not geboren, mietet und vermietet er nun unbesetzte Immobilien an andere kreative Unternehmer aus verschiedenen Orten in Rotterdam, Amsterdam und Arnhem. CODUM entwickelt Projekte wie den 'Schieblock’, bei denen leere Bürogebäude in kreative Umgebungen verwandelt werden. CODUM handelt auf eigene Initiative und eigenes Risiko.

 

Eine PATHOS München Produktion

 

PATHOS Ateliers. Dachauer Str. 112d. D-80636 München. MVG Tramlinie 20/21 Haltestelle: Leonrodplatz. Eintritt frei

OPEN AIR

Samstag, 01. Juni 2013, 14.00-22.00 Uhr

beim PATHOS transport theater (Eintritt 5,00 Euro)

 

Und anschließend:

NACHT DER OFFENEN TÜR

ab 22.00 Uhr im PATHOS transport theater (Eintritt frei)

 

 

 

 

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