Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Das Budapest Verhör" - A Noir Melodrama von Thomas Desi im Theater Nestroyhof Hamakom Wien"Das Budapest Verhör" - A Noir Melodrama von Thomas Desi im Theater..."Das Budapest Verhör" -...

"Das Budapest Verhör" - A Noir Melodrama von Thomas Desi im Theater Nestroyhof Hamakom Wien

Premiere: Dienstag, 3. Mai 2011, 20.00 Uhr. -----

 

Karády wurde im Alter von 28 Jahren aus sehr einfachen Verhältnissen in die Sphäre des Ruhms katapultiert, dessen soziales Umfeld ihr aber fremd blieb, so wie auch sie selbst dort fremd blieb.

 

Die, im Fall der Karády tragische Verschmelzung der privaten Person mit der "öffentlichen Person" bzw. der Filmfigur, zeigt die Einflussnahme von Kino auf die Gesellschaft. Die Gestapo unterstellte ihr, jene Spionin zu sein, die sie in dem damals aktuellen Film Machita spielte. Ihre private Liaison mit dem Chef der ungarischen Abwehr, General István Ujszászy, trug ein Weiteres dazu bei, sie zu diskreditieren. Einen Monat nach der Besetzung Ungarns durch die Deutschen im März 1944 wurde Karády von der Gestapo verhaftet.

 

Nach Gefängnis und Folter kam sie nach drei Monaten wieder frei. Im Winter 1944/45, während der Schreckensherrschaft der Pfeilkreuzler, rettete Katalin Karády eine Gruppe jüdischer Kinder am Donauufer vor der Ermordung. 1951 emigrierte, nach Aufenthalten in Österreich, der Schweiz, Belgien und Brasilien, 1968 schließlich nach New York, wo sie bis zu ihrem Tod 1990 einen Hutsalon betrieb. Am 22.März 2004 ehrte das Yad Vashem Katalin Karády als Gerechte unter den Völkern.

 

Die Filmmusik-Partitur von Tibor Polgár zum ersten und erfolgreichsten der 22 Filme mit Katalin Karády, „Tödlicher Frühling“ von 1938, hat ZOON Musiktheater/Thomas Desi im Nachlass des Komponisten in Toronto, Kanada, entdeckt und in ihrer integralen Version zur musikalischen Tonspur des Projektes gemacht.

 

Das Budapest Verhör ist nicht nur die Wiederbegegnung mit dem Phänomen Katalin Karády, sondern auch die Uraufführung der vollständigen Filmmusik für Orchester von Tibor Polgár, die nur zum kleinen Teil für den Film Verwendung fand, gelungen.

 

Stück und Regie: Thomas Desi

 

Mit: Eszter Hollósi, Schauspiel

Nina Plangg, Mezzosopran

Gottfried Falkenstein, Erik Leidal, Ernst-Christian Mathon, Bartolo Musil,

Roman Maria Müller und Mia Krieghofer

 

Orchester Ensemble Wien Klang, Leitung Azis Sidakovic

Alexandre Bellenger, Turntables

Assistenz: Martina Schmidt

Dramaturgie: Walter Eckermann

Licht: Harald Michlits

Kostüm: Angela Wiedermann

Bühnentechnik: Reinhard Taurer

 

Nach authentischen Texten und Dokumenten u.a. von Sándor Márai, Florimond Duke und Katalin Karády, mit der wiederaufgefundenen Filmmusik zu „Tödlicher Frühling“ von Tibor Polgár (1907-1993).

 

Spieltermine: 5., 7., 11., 13. und 14. Mai 2011, jeweils 20.00 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑