Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Der Bajazzo" von Ruggiero Leoncavallo und "Goyescas" von Enrique Granados im Theater Heidelberg"Der Bajazzo" von Ruggiero Leoncavallo und "Goyescas" von Enrique Granados im..."Der Bajazzo" von...

"Der Bajazzo" von Ruggiero Leoncavallo und "Goyescas" von Enrique Granados im Theater Heidelberg

Deutsche Erstaufführung von GOYESCAS

Premiere 21.02.09 um 19:30 Uhr

 

Hundert Jahre lang war sie eines der Zugpferde jedes Opernhauses, die Kombination von Leoncavallos DER BAJAZZO (I PAGLIACCI) und Mascagnis CAVALLERIA RUSTICANA.

In beiden Stücken geht es um Eifersucht, wobei DER BAJAZZO außerdem das Spiel des Theaters auf dem Theater betreibt.

 

Diesmal allerdings wird dem unverwüstlichen BAJAZZO ein kraftvolles spanisches Stück aus der gleichen Zeit an die Seite gestellt, das in Deutschland merkwürdigerweise ganz unbekannt geblieben ist. Der Komponist Enrique Granados ließ sich von den schönen Bildern Goyas im Prado inspirieren, auf denen man die Jugend Madrids am Manzanares flanieren sieht. Zwischen den Mädchen und Jungen werden Blicke gewechselt, und schon hat sich eine heftige Eifersuchtsgeschichte entwickelt, die tödlich endet. Auch für den Komponisten endete die Uraufführung im Jahr 1916 an der New Yorker Metropolitan Opera tödlich. Das Schiff, mit dem er nach Europa zurückkehrte, wurde im Ärmelkanal von einem deutschen U-Boot torpediert und sank.

 

In Goyescas feiert die Jugend Madrids, die Majas und Majos, ausgelassen an den Ufern des Manzanares und wirft sich gegenseitig verliebte Blicke zu. Paquiro, ein feuriger Torero, gesellt sich dazu und macht den Mädchen schöne Augen. Auch seine Pepa tritt in Erscheinung, von allen bewundert wegen ihre zauberhaften Schönheit. Ein weiteres Paar, die adlige Rosario und ihr Verehrer Fernando, ein Offizier, betreten die Szene. Paquiro flirtet mit ihr, lädt sie zum Laternenball ein, woraufhin Fernando seine Eifersucht nicht verbergen kann. Beim Ball eskaliert die Situation, Fernando fordert Paquiro zum Duell heraus, und beschließt damit sein eigenes Todesurteil.

 

In Der Bajazzo sorgt das Liebesleben der schönen Nedda für Turbulenzen in einer umherziehenden Theatertruppe, die allabendlich die Komödie um den gehörnten Ehemann Bajazzo spielt. Tonio, Schauspieler der Truppe, der auch ein Auge auf die schöne Nedda geworfen hat, wird zufällig Zeuge der Begegnung Neddas mit ihrem neuen Liebhaber Silvio und verrät die beiden an Canio. Nedda gibt den Namen ihres Geliebten nicht preis. Canio, der gleich den Bajazzo spielen soll, wird klar, dass seine Rolle auf der Bühne und seine persönliche Situation die gleichen geworden sind. Die Commedia beginnt und verläuft planmäßig, bis Canio als Bajazzo von Nedda, der Colombine, den Namen ihres Geliebten fordert. Sie verrät ihn nicht. Canio ersticht Nedda im Affekt, aus dem Spiel wird plötzlich blutiger Ernst.

 

Musikalische Leitung ° Cornelius Meister

Inszenierung ° Aron Stiehl

Bühne ° Jürgen Kirner

Kostüme ° Viola Schütze

Choreograph ° Francisco Sanchez

Dramaturgie ° Ulrich Volz

 

Mit Jana Kurucová, Silke Schwarz; Sebastian Geyer, Winfrid Mikus, Emilio Pons, Gabriel Urrutia Benet

 

In italienischer & spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Diese Inszenierung steht voraussichtlich bis Juli 2009 auf dem Spielplan.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑