Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DER DISKRETE CHARME DER BOURGEOISIE nach dem Film von Luis Buñuel im Schauspielhaus ZürichDER DISKRETE CHARME DER BOURGEOISIE nach dem Film von Luis Buñuel im...DER DISKRETE CHARME DER...

DER DISKRETE CHARME DER BOURGEOISIE nach dem Film von Luis Buñuel im Schauspielhaus Zürich

Premiere: Donnerstag, 18.12.2014, 20 Uhr, Pfauen. -----

Das Abendessen als bürgerliches Ritual, nach allen Regeln der Kunst – das will den charmanten Bürgerlichen aus Luis Buñuels surrealistischem Filmklassiker DER DISKRETE CHARME DER BOURGEOISIE nicht so recht glücken.

Sechs Angehörige der Bourgeoisie verabreden sich zum Essen – und scheitern. Mal fehlen die Gäste, mal die Gastgeber. Dann steht ein Bataillon vor der Tür und melancholische Soldaten erzählen von ihren Träumen. Die Gesellschaft findet sich unversehens auf einer Theaterbühne, im Gefängnis oder in der Gewalt von Terroristen wieder.

 

In surrealen Sequenzen und mit spöttischem Blick auf die oberen Zehntausend schuf der spanische Filmemacher Luis Buñuel 1972 mit DER DISKRETE CHARME DER BOURGEOISIE ein filmisches Meisterwerk und ein beissend- komisches Universum. In einer unentwirrbaren Verkettung von Träumen, die geträumt werden, um sich als Traum eines anderen zu entlarven, entsteht eine Welt, in welcher der Alltag surreal wird: Ob im Restaurant ein Toter im Nebenzimmer aufgebahrt liegt oder ob man wegen Drogenhandels festgenommen wird – man wechselt das Restaurant, telefoniert mit dem Innenminister oder genehmigt sich einfach noch einen Martini Dry. Die Bourgeoisie bleibt in jeder Situation gelassen und wird höchstens von dem ein oder anderen Albtraum heimgesucht – das ist ihr diskreter Charme. „Silbermann erzählte, was ihm passiert war. Er hatte Leute zu sich zum Essen eingeladen, sagen wir an einem Dienstag, vergass aber, es seiner Frau zu erzählen, und vergass ausserdem, dass er selbst an diesem Dienstag zum Essen eingeladen war (…) Man brauchte das nur weiterzuentwickeln, sich verschiedene Szenen auszudenken (…), in denen eine Gruppe von Freunden Gelegenheit zu einem gemeinsamen Essen zu finden versucht, was ihr aber nicht gelingt.“ (Luis Buñuel)

 

Sebastian Nübling, geboren 1960 in Lörrach, studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim. Vor seiner Regielaufbahn war er Schauspieler und Musiker und lehrte als Dozent am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Hildesheim. In den letzten Jahren inszenierte er vorrangig am Theater Basel, an der Berliner Schaubühne, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, bei den Salzburger Festspielen und an den Münchner Kammerspielen. Am Schauspielhaus Zürich waren von ihm zuletzt u.a. „Matto regiert“ nach Friedrich Glauser, William Shakespeares „Wie es euch gefällt“ zu sehen. Seine Arbeiten, die meist in Zusammenarbeit mit der Bühnenbildnerin Muriel Gerstner und dem Musiker Lars Wittershagen entstehen, wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet und zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

 

Regie Sebastian Nübling

Bühne Muriel Gerstner

Kostüme Amit Epstein

Musik Lars Wittershagen

Choreographie Tabea Martin

Licht Gerhard Patzelt

Dramaturgie Katja Hagedorn

 

Mit:

Hilke Altefrohne

Christian Baumbach

Jan Bluthardt

Lukas Holzhausen

Dagna Litzenberger Vinet

Michael Neuenschwander

Anne Ratte-Polle

Jörg Schröder

Johannes Sima

Susanne-Marie Wrage

 

Weitere Vorstellungen im Pfauen

21. Dezember, 19 Uhr

23./ 29. Dezember, jeweils 20 Uhr

6./ 10./ 16./ 19./ 23./ 28./ 29. Januar, jeweils 20 Uhr

11. Januar, 15 Uhr

Weitere Vorstellungen sind in Planung.

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑