Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Der Turm" nach dem Roman von Uwe Tellkamp im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin "Der Turm" nach dem Roman von Uwe Tellkamp im Mecklenburgischen..."Der Turm" nach dem...

"Der Turm" nach dem Roman von Uwe Tellkamp im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin

Premiere am Freitag, den 6. März 2015 um 19.30 Uhr im Großen Haus. -----

Die Bewohner des Dresdner Villenviertels genießen einen geschützten Raum, in dem sie sich der Kultur, Literatur und Konversation zuwenden und den grauen DDR-Alltag der 1980er Jahre gemeinschaftlich mit Tricks, Kniffen und Humor etwas angenehmer gestalten.

 

Doch das Leben in der sozialistischen Gesellschaft hält für jeden der Protagonisten ganz eigene Hürden bereit. So entfaltet sich zwischen 1982 und 1989 eine komplexe Familiengeschichte zwischen Hausmusik, Volksarmee und der Suche nach einem guten Leben.

 

Der Arztsohn Christian Hoffmann ist der ganze Stolz seiner Eltern. Um Medizin studieren zu können, verpflichtet sich der achtsame, skeptische Junge zu drei Jahren Volksarmee. Die Härte des Systems verändert ihn und lässt ihn zu „Nemo“, einem Niemand werden. Sein Vater Richard hat sich in seinem privilegierten Leben zwischen der Familie und der Geliebten gut eingerichtet, als ihn ein Jahre zurückliegendes Vergehen einholt und erpressbar macht. Seine Frau Anna sucht nach ihrer Rolle in der Familie und der Gesellschaft und nähert sich der Oppositionsszene. Ihr Bruder Meno weiß als Lektor über die Gesetze und Grenzen der Kulturpolitik genauestens Bescheid und wankt zwischen Ermutigung und Einschränkung der Schriftsteller, die er unterstützen will.

 

Uwe Tellkamp, in Dresden geboren und aufgewachsen, ist Schriftsteller und Arzt. In seinem 2008 erschienenen Vorwenderoman erzählt er auf knapp 1000 Seiten mit autobiographischen Zügen aus dem Leben der Bildungsbürger in den letzten Jahren der DDR. „Der Turm“ wurde mit dem deutschen Buchpreis und dem Literaturpreis der Konrad Adenauer Stiftung ausgezeichnet. 2012 wurde er von der ARD in zwei Teilen verfilmt. John von Düffel gelang es bereits mit den „Buddenbrooks“ ein komplexes Familienepos für die Bühne zu komprimieren. Seine Fassung des Turms, die 2010 in Wiesbaden erstmalig aufgeführt wurde, konzentriert sich insbesondere auf die Geschichte des Heranwachsenden Christian Hoffmann. Schauspieldirektor Peter Dehler taucht mit seinem Ensemble 25 Jahre nach der Wiedervereinigung in das Stück Geschichte am Ende der DDR ein, das immer noch viele Menschen bewegt.

 

in einer Bühnenfassung von John von Düffel

 

Regie: Peter Dehler, Bühne und Kostüme: Susanne Richter, Video: Lenny Löttker

 

Mit: Jochen Fahr, Katrin Heller, Arne Gottschling, Dirk Audehm, Özgür Platte, Sebastian Reusse, Bernhard Meindl, Anja Werner, Lucie Teisingerova, Charlotte Kintzel, Brit Claudia Dehler, Kai Windhövel, Rüdiger Daas, Statisterie

 

Weitere Vorstellungen: am 8.3. um 18 Uhr, am 12.3. um 19.30 Uhr und am 29.3. um 15 Uhr sowie am 10., 20., 21. und 22.4., 23.5., 4. und 12.6. jeweils um 19.30 Uhr im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin.

 

Kartentelefon: 0385 / 5300 – 123; kasse@theater-schwerin.de

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑