Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
,Der Vetter aus Dingsda‘ von Eduard Künneke am Oldenburgischen Staatstheater,Der Vetter aus Dingsda‘ von Eduard Künneke am Oldenburgischen Staatstheater,Der Vetter aus Dingsda‘...

,Der Vetter aus Dingsda‘ von Eduard Künneke am Oldenburgischen Staatstheater

Premiere Sa 10. Januar 2015 um 20 Uhr im Kleinen Haus. -----

Frischer und mitreißender könnte eine solche Verwechslungskomödie kaum dargeboten werden. Fetzige Tanzrhythmen und schwärmerisch romantische Momente ergänzen sich dabei in idealer Weise. Und ein wenig Walzerseligkeit darf natürlich auch nicht fehlen!

Julia de Weert ist jung, hübsch und eine gute Partie — und sie soll bald heiraten. Wenn es nach dem Willen ihres Vormunds Josse Kuhbrot geht, am besten dessen Neffen August. Das Geld soll ja schließlich in der Familie bleiben. Julia aber hat ganz andere Pläne

 

Sie nämlich schwärmt nur für Roderich, dem sie sieben Jahre zuvor die Treue geschworen hat. Dass dieser seitdem in „Dingsda" im Fernen Osten weilt und nichts hat von sich hören lassen, stört sie dabei nicht. Eines Tages wird er zu ihr zurückkommen! Da ist sie sicher!

 

Als Julia erfährt, dass das Vormundschaftsgericht sie für volljährig erklärt hat, feiert sie übermütig ihre neu gewonnene Freiheit und gewährt kurzerhand einem jungen Fremden Obdach, der zu später Stunde noch vorbei kommt. Keine Frage, dass dieser bald Gefallen an der jungen Dame findet. Als er dann auch noch von Julias sehnsüchtigem Warten auf Roderich erfährt, nutzt er die Gunst der Stunde und schlüpft kurzerhand in dessen Rolle.

 

Nahezu hundert Jahre sind seit der Uraufführung von Künnekes beliebter Operette vergangen, doch ihr jugendlicher Charme ist ungebrochen.

 

Musiktheateraufführungen im Kleinen Haus haben in Oldenburg durchaus eine Tradition. In dem schön gestalteten und kompakten Theaterraum ist der Zuschauer ganz nah dran am Geschehen und kann die Aufführung unmittelbar und hautnah erleben. Gerade bei der Operette ist dies von besonderem Reiz, da Textverständlichkeit und musikalischer Ausdruck sich ganz direkt vermitteln: Operette zum Anfassen. In dem kleinen Orchestergraben des Kleinen Hauses findet naturgemäß nur ein kleines Orchester Platz und so wird ,Der Vetter aus Dingsda‘ in dieser Version von einem kleinen, aber feinen Salonorchester begleitet. Auf diese Weise kommt die von den Modetänzen der 20er Jahre geprägte Musik Künnekes besonders authentisch zu ihrem Recht.

 

Operette in drei Akten

Libretto — Herman Haller (Hermann Freund) und Rideamus (Fritz Oliven)

in einer Bearbeitung für kleines Ensemble

 

Musikalische Leitung: Thomas Bönisch;

Regie: Ralf Budde;

Bühne und Kostüme: Darko Petrovic;

Dramaturgie: Steffi Turre

 

Mit: Daniela Köhler, Alexandra Scherrmann, Valda Wilson; Werner Duczek, Philipp Kapeller, Henry Kiichli, Andreas Lütje, Stefan Vitu, Marek Wild

 

Weitere Vorstellungen: Do 15. und Sa 24. Januar 2015

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑