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DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG: »HANGMEN« von Martin McDonagh im Hessischen Staatstheater Wiesbaden

Premiere am 19. November 2016 um 19:30 Uhr im Kleinen Haus. -----

Die böse Hommage an einen selten im Fokus stehenden Berufsstand definiert mit ironisch-leichter Hand den Begriff der »Swinging 60s« neu: 1965, am Tag der Abschaffung der Todesstrafe mischt sich im Pub von Harry, dem zweitberühmtesten Henker Englands, unter die ortsüblichen Trinker nicht nur ein neugieriger Reporter, der Fragen nach Pierrepoint, dem Henker Nummer eins, stellt.

Plötzlich taucht – wie in einem klassischen Western-Setting – auch ein seltsamer Unbekannter in der Runde auf, der alle in Unruhe versetzt. Als dann noch Harrys Tochter verschwindet, scheint die Vergangenheit den Henker endgültig einzuholen.

 

Die Stücke von Martin McDonagh, schwankend zwischen ländlich-irischer Trostlosigkeit von »Leenane« bis »Inishmoor« und böser Komödie voll absurder Situationen und Dialoge, haben schon seit den frühen 90ern ein breites Publikum begeistert. Dann bewies McDonagh mit »Der Kissenmann« 2003 auf fulminante Weise, dass er als Dramatiker nicht nur der Chronist irischer Schrulligkeiten ist, zog sich aber für geraume Zeit vom Theater zurück. Sein Kurzfilm »Six Shooter« wie auch sein erster Spielfilm »Brügge sehen und sterben« brachten ihm 2006 und 2008 Oscar-Nominierungen ein. Bei beiden Projekten war er für Regie und Drehbuch verantwortlich. Sein erstes Stück nach über zehnjähriger Bühnenabstinenz wurde in England im vergangenen Jahr daher mit größter Spannung erwartet. McDonagh und das Team des Royal Court Theatre übertrafen alle Erwartungen: Sein gefeiertes »Hangmen« ist wieder »typisch McDonagh«, denn auch hier liegen Humor und Gewalt nahe beieinander.

 

McDonagh kreiert einen ausbalancierten Plot, der genaue Figurenzeichnung und erzählerische Verve mit grundlegenden Fragen über Staatsgewalt und Schuld paart, ohne je ins Banale oder Moralisierende zu kippen.

 

Ingo Kerkhof, in Wiesbaden bekannt für seine psychologisch genauen, immer aus den Figuren heraus gedachten Inszenierungen (»Onkel Wanja«, »Eine Familie«), erarbeitet mit dem Ensemble die Deutschsprachige Erstaufführung im Kleinen Haus.

 

Deutsch von Michael Raab

 

Regie Ingo Kerkhof

Bühne Matthias Schaller

Kostüme Inge Medert

Dramaturgie Katharina Gerschler

 

Hennessy / Wärter / Gefängnisdirektor / Arzt Ensemble

Harry Tom Gerber

Syd Ulrich Rechenbach

Alice Evelyn M. Faber

Bill Konstantin Bühler

Charlie Rainer Will Arthur

Benjamin Krämer-Jenster

Clegg Maximilian Pulst I

nspector Fry Uwe Kraus

Mooney Stefan Graf

Shirley Llewellyn Reichman

Pierrepoint Uwe Zerwer

 

die beiden nächsten Vorstellungstermine sind am 7. & 9. Dezember jeweils um 19:30 Uhr

 

 

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