Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN von Heinrich von Kleist im THEATER BIELEFELDDIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN von Heinrich von Kleist im THEATER BIELEFELDDIE FAMILIE...

DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN von Heinrich von Kleist im THEATER BIELEFELD

Premiere 09.11., 20:00 Uhr, Theater am Alten Markt. -----

Graf Rupert von Schroffensteins jüngster Sohn wird tot im Wald aufgefunden. Die Umstände scheinen verdächtig, der Schluss zwingend: Es handelt sich um kaltblütigen Mord, aus Habgier verübt durch Ruperts Vetter Sylvester.

Seit langem schon sind die Familien der Vettern von Schroffenstein durch einen Erbvertrag entzweit. Stirbt eine der Erblinien aus, geht ihr Besitz automatisch an den anderen Familienzweig über. Graf Rupert argwöhnt, Sylvester habe seinen Sohn erschlagen, um auf diese Weise in den Besitz des Familienerbes zu gelangen und schwört blutige Rache, »Rache dem Mörderhaus Sylvester!«

Aber der Fall, dessen Lösung anfangs so klar auf der Hand zu liegen schien, verwirrt sich zusehends. Die Figuren kommen der Wahrheit nicht auf den Grund. Sie verheddern sich in Vermutungen, Meinungen, Gerüchten und jagen blind im Dunkel ihrer eigenen Vorurteile umher. An die Stelle von Gewissheit treten Verdächtigungen, die sich zu Misstrauen, Hass und schließlich zu Mord und Totschlag steigern.

 

Zwischen diesen Fronten entspinnt sich die Liebesgeschichte von Ottokar und Agnes, zwei Kindern der verfeindeten Familien. Gerade weil das Vertrauen der Liebenden im Grunde ebenso blind ist, wie Misstrauen und Hass der restlichen Familie, steht ihre Verbindung für die Hoffnung auf einen Ausweg aus dem Teufelskreis, für die Hoffnung auf Frieden und Neubeginn – auch wenn der Versuch, die Feindschaft ihrer Familien zu überwinden, blutig scheitert.

 

Wortgewaltig beschreibt Heinrich von Kleist in seinem dramatischen Erstling das Misslingen von Verständigung. Die Fabel des romantischen Schauerstücks zeigt deutliche Verwandtschaft zu Shakespeares Romeo und Julia.

 

Regie Ivna Zic

Bühne und Kostüme Jürgen Höth

Musik Johannes Kühn

Dramaturgie Franziska Betz

 

Mit Georg Böhm, Niklas Herzberg, Nicole Lippold, Anton Pleva, Carmen Priego, Felicia Spielberger

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑