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„Die Kunden werden unruhig“ von Johannes Schrettle in Berlin„Die Kunden werden unruhig“ von Johannes Schrettle in Berlin„Die Kunden werden...

„Die Kunden werden unruhig“ von Johannes Schrettle in Berlin

Premiere am 17. Oktober 2014 um 20 Uhr, AmbulatoriumTheater auf dem RAW-Gelände, Revaler Straße 99 , 10245 Berlin Friedrichshain. -----

Kennen Sie panische Angst vor Bankautomaten? Und können Sie sich vorstellen, wie ein findiger Banker dieses neue Psychophänomen ausnutzt?

 

Wie in einer Halluzination blickt Johannes Schrettle in „Die Kunden werden unruhig“ in eine Gegenwart der Kontrolle und Sicherheit, eine Gegenwart der Bankomaten und genormten Architekturen. In Zeiten der emotionellen Faulheit lungern Tauben auf zerbröckelnden Dächern und genießen den Untergang des

Abendlandes.

 

In Schrettles Stück gibt es eine Frei Schaffende, einen nervösen Kollegen und eine Führungskraft. Drei

Schauspieler treffen aufeinander auf dem RAW-Gelände, ein inzwischen unsicheres Gelände, das Dach ist undicht, Stromschwankungen, draußen scheint der Bürgerkrieg zu toben, drinnen auch. Sie sind die

Protagonisten eines kapitalistischen Trashmärchens vom Untergang des Bankenlandes. Und sie sind

Teilnehmer einer Versuchsanordnung mit Coachingmaßnahmen, die abgelegen in einem Tagungshotel

stattfindet.

 

Die Grenzen zwischen Bühnenrealität und dramatischer Fiktion verschwimmen zusehends. Niemand weiß mehr, wo es lang geht, eine Welt der Unsicherheiten, Sex-, Revolutions- und Schlaflosigkeit macht sich breit, eine Welt des grenzenlosen Kapitalismus, in der es abseits von Kontoständen wenig Gewissheiten gibt. Ein Psychothriller entspinnt sich, indem Figuren und Spieler zu Marionetten desselben Unternehmens, derselben Inszenierung werden, die jeden Moment zu platzen droht.

 

Christina Emig-Könning, ehemals künstlerische Leiterin der Theaterkapelle, die Ende 2013 schließen

musste, inszeniert mit ihrem neuen Team die „DIE KUNDEN WERDEN UNRUHIG“ von Johannes Schrettle – nach der Uraufführung in Osnabrück und die erste Premiere in Berlin 2013 erfährt der hochbegabte Grazer Autor die neue Berlin-Premiere. Das Stück ist ein formvollendetes Symbol für die Situation der Freien Szene insgesamt.

 

Regie: Christina Emig-Könning

Produktion / Dramaturgie / Assistenz: Anke Wagner, Julia Fahle

Ausstattung: Olf Kreisel

Technik / Beleuchtung: Holger Duhn

 

mit Maren Claus, Eva Paulina Loska, Peter Schmalz.

 

Weitere Aufführungen:

18. /19./ 31. Oktober und 1./ 2. November 2014, jeweils um 20 Uhr

 

Eintrittskarten 12,- € / ermäßigt 8,- €

 

Eine Emig-Könning Produktion, gefördert vom Kulturamt Friedrichshain–Kreuzberg

 

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