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"Die Sache Makropulos" von Leoš Janáček, Bayerische Staatsoper München

Premiere am So 19.10.2014, 18.00 Uhr. -----

In der Inszenierung des ungarischen Regisseurs Árpád Schilling wird das Werk an der Bayerischen Staatsoper erstmals in Originalsprache aufgeführt. Nadja Michael singt die Hauptpartie; Dirigent Tomáš Hanus erarbeitete im Vorfeld dieser Neuinszenierung zusammen mit dem Verlag Bärenreiter eine kritische Neuedition des Werkes.

 

Mit dieser neuen Fassung soll zum Stand des Aufführungsmaterials der Brünner Uraufführung zurückgekehrt werden. Interpreten und Förderer hatten bereits in der ersten Ausgabe, vor allem aber in der Edition der 70er Jahre „Anpassungen“ und vermeintliche Verbesserungen vorgenommen. Dies resultierte oft aus der unlesbaren Handschrift Janáčeks sowie aus der Tatsache, dass der Komponist an vielen Stellen nicht allzu sehr ins Detail ging. Hanus fügt dem Werk die erforderlichen dynamischen Charakteristika hinzu und arbeitet die Tempoübergänge auf Grundlage der Originalquellen klar heraus.

 

Er will "einen Weg finden, um Janáčeks komplizierte und idiomatische Sprache der damaligen Zeit zukünftigen Generationen zu eröffnen und, falls notwendig, für diese zu übersetzen". Diese Arbeit war für Hanus ein umfangreiches Unterfangen, das bis zur Vollendung nahezu ein Jahr in Anspruch nimmt - doch für ihn ist es ein "Liebesdienst". Er bleibt von der "Unvollständigkeit und Ambiguität der Partitur und der Quellen" auch weiterhin inspiriert: "Vielleicht kann gerade in diesem Fall die Mitarbeit eines Dirigenten sinnvoll sein, denn es geht ja darum, dass die Partitur so verständlich wie möglich erscheint und die Wahrung der Offenheit für verschiedenen mögliche Interpretationen genügend Information bietet.“

 

Die Kompositionen Janáčeks begleiten Hanus durch seine ganze Biographie: In Brünn, der Entstehungsstadt der Oper, geboren, studierte er an der Janáček Akademie. Zum ersten Mal erarbeitete er Die Sache Makropulos 2007 für sein Debüt an der Opéra National de Paris 2007. (Neuproduktion unter der Regie von Krzysztof Warlikowski).

 

Aufführungsgeschichte

Uraufführung am 18. Dezember 1926 in Brünn

Prager Erstaufführung 1928

Deutsche Erstaufführung 1929 an der Oper Frankfurt

Münchner Erstaufführung im Zuge der Wiederentdeckung Janáčeks ab den Sechziger Jahren am 31. Oktober 1969 in schwedischer Sprache als Gastspiel der Königlichen Oper Stockholm

erste und bislang einzige Eigenproduktion der Bayerischen Staatsoper in deutscher Sprache in der Spielzeit 1987/88; Premiere am 21. Mai 1988

Libretto verfasst vom Komponisten selbst, Komposition 1923-1925

 

Musikalische Leitung

Tomáš Hanus

Inszenierung

Árpád Schilling

Bühne und Kostüme

Márton Ágh

Licht

Tamás Bányai

Produktionsdramaturgie

Miron Hakenbeck

Chor

Sören Eckhoff

 

Kammerzofe Emilias

Rachael Wilson

Emilia Marty

Nadja Michael

Albert Gregor

Pavel Černoch

Vítek

Kevin Conners

Krista

Tara Erraught

Jaroslav Prus

John Lundgren

Janek

Dean Power

Dr. Kolenatý

Gustav Beláček

Ein Theatermaschinist

Peter Lobert

Eine Aufräumefrau

Heike Grötzinger

Hauk-Schendorf

Reiner Goldberg

 

Bayerisches Staatsorchester

Chor der Bayerischen Staatsoper

 

Weitere Vorstellungen

Mi 22.10.2014, 19.30 Uhr

So 26.10.2014, 18.00 Uhr

Mi 29.10.2014, 20.00 Uhr

Sa 01.11.2014, 18.00 Uhr **

Nationaltheater

*Live-Übertragung auf BR-Klassik

** Live-Stream auf STAATSOPER.TV

 

 

 

 

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