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"Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" in der Tribüne Berlin."Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" in der Tribüne Berlin."Die sexuellen Neurosen...

"Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" in der Tribüne Berlin.

von Lukas Bärfuss.

Premiere am 19. Oktober 2006 um 20:00 Uhr.

Dora ist ein gutes Mädchen. Sie ist still und reinlich und tut, was man ihr sagt. Doch dann werden ihre Medikamente abgesetzt. Dora beginnt zu leben. Dora macht Sex. Mutter und Vater, Chef und Arzt beginnen sich zu fürchten. Und dann ist Dora plötzlich schwanger...

 

"Wir wünschten, die Lust zöge an uns vorüber, wir blieben lieber von ihr unberührt. Gerne schliefen wir in Unschuld und träumten in Anstand! Aber eines Tages kommt ein dunkles Erwachen und bringt seltsame Geschichten.

Wie jene von Dora, die nicht ganz richtig ist im Kopf, ein bisschen langsam, doch von ihren Eltern geliebt wird über alle Maßen. Sie ist ja das einzige Kind, wenn auch groß geworden in den letzten Jahren. Von außen sieht man Dora überhaupt nichts an, man kann sie also mitnehmen und zeigen ohne Scham. Nicht das Saubere mögen wir schließlich, das wäre eine Unterstellung, bloß das Geputzte hat unsere Liebe. Ja, Dora ist reinlich und hübsch, aber noch keiner hat je behauptet, sie sei auch gut aussehend. Erst dieser fremde Herr, der Dora am Bahnhof anspricht und dazu überredet, mit ihr aufs Hotelzimmer zu gehen. Dora geht. Spät erst in dieser Nacht irrt sie nach Hause. Mutter schimpft nicht, sie nimmt ihre zerzauste, schmutzige Tochter in die Arme und beschwört sie, nie wieder mit einem fremden Mann irgendwohin zu gehen. Du bist so gänzlich schutzlos, sagt die Mutter, erwache nicht, träume weiter. Sie nimmt der Tochter ein Versprechen ab. Aber Dora, nun erwacht, geht wieder hin." (Lukas Bärfuss)

 

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss, Jahrgang 1971, trifft mit seinem ironisch-humorvollen Stück eine Tabuzone unserer aufgeklärten Gesellschaft.

 

Lukas Bärfuss ist einer der zur Zeit gefragtesten Autoren im deutschsprachigen Theater. Nach der Ausbildung zum Buchhändler begann er 1997 als freier Schriftsteller zu arbeiten. Er lebt und arbeitet in Zürich. Seine Theaterstücke werden auf allen großen Bühnen in Deutschland und der Schweiz aufgeführt. Nach der sehr erfolgreichen und heftig diskutierten Groteske über den Journalisten Niklaus Meienberg "Meienbergs Tod" im Jahre 2000 war das Schauspiel "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" der zweite Theatertext, den er für das Theater Basel schrieb. Vor einem halben Jahr erschien seine erste Novelle "Die toten Männer". Lukas Bärfuss erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Früh begannen sich die großen Theater für ihn zu interessieren und erteilten ihm Stückaufträge, darunter das Schauspielhaus Bochum und das Thalia Theater Hamburg.

 

Regie Bernd Mottl

Ausstattung Friedrich Eggert

Musik Jeff Tarlton

mit Katharina Kwaschik, Dorothea Moritz, Doris Prilop,

Joachim Paul Assböck, Andreas Bisowski,

Romanus Fuhrmann, Stephan Wolf-Schönburg

 

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