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Die Spielzeit 2008/2009 am Anhaltischen Theater Dessau: Schwerpunkt auf dem Thema "Frau"Die Spielzeit 2008/2009 am Anhaltischen Theater Dessau: Schwerpunkt auf dem...Die Spielzeit 2008/2009...

Die Spielzeit 2008/2009 am Anhaltischen Theater Dessau: Schwerpunkt auf dem Thema "Frau"

Das Augenmerk des Musiktheaterspielplans liegt auf Frauen, die Musik- und Theatergeschichte geschrieben haben. Es korrespondiert zum aktuellen Jahres-Thema der Museen Sachsen-Anhalts.

1. Ludwig van Beethoven: Fidelio

ML: Golo Berg; R: Johannes Felsenstein (25.10.08)

Beethoven zeigt mit Leonore eine Frau, die für Liebe, Gerechtigkeit undFreiheit kämpft und sich, verkleidet als junger Mann Fidelio, in die tiefsten Kerker des Terrors begibt, um ihren Mann aus den Fängen eines Tyrannen zu befreien.

 

2. Friedrich von Flotow: Martha

ML: Markus L. Frank; R: Patrick Guinand (05.12.08)

Der Wille zur Selbstbestimmtheit und Freiheit treibt auch Lady Harriet in der Oper „Martha“ an - hier allerdings in der heiteren Variante: Wie Leonore greift auch Lady Harriet zum Mittel der falschen Identität. Als Magd verkleidet möchte sie der Langeweile und Enge ihres englischen Adelsstandes entgehen und landet schließlich im Ehebett.

Bis Ende der 50er Jahre war „Martha“ eine viel gespielte Oper, inzwischen kann man sie als eine Rarität bezeichnen.

 

3. Mitch Leigh und Dale Wasserman: Der Mann von La Mancha

ML: Wolfgang Kluge; R: Ana Christine Haffter (13.02.09)

Auch für Don Quijote im Musical „Der Mann von La Mancha“ ist die Antriebsfeder eine Frau. In die Hure Aldonza projiziert der verrückt gewordene Landadelige die schöne Dulcinea hinein, das weibliche Idealbild seiner ritterlichen Minne. Das Stück zeigt die Abgründe der Inquisition, aber auch den teuflischen Spaß eines Spiels im Spiel in der musikalischen Form des großen Broadway Musicals.

 

4. Richard Strauss: Elektra

ML: Golo Berg, R: Johannes Felsenstein (09.05.09)

Mit Elektra, einer der großen Frauenfiguren der griechischen Mythologie und Tragödie, schufen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal unter dem Einfluss der Psychoanalyse Sigmund Freuds ein eindringliches weibliches Seelenbild. Elektra entblößt ihr tiefstes Innerstes, um die Machtgier eines korrupten Systems aufzudecken. 100 Jahre nach der Uraufführung knüpft Johannes Felsenstein an seine gedankliche Auseinandersetzung mit Strauss in der Inszenierung der „Salome“ 1996 an.

 

5. Benjamin Britten: The Turn of the Screw

ML: Markus L. Frank; R: Jana Eimer (13.03.09)

Im Mittelpunkt steht auch hier eine weibliche Hauptfigur, die Gouvernante der Geschwister Miles und Flora. Ist sie wahnsinnig, wird sie Opfer eines bösen Spiels oder meldet sich tatsächlich das Jenseits zu Wort? Dies sind Fragen , die die Oper stellt, indem sie in die Tiefen der menschlichen Seele hinabsteigt.

 

6. Jacques Offenbach: La Périchole

ML: Wolfgang Kluge, R: Ana Christine Haffter (26.06.09)

Der Existenzkampf der Straßensängerin Périchole und die Entscheidung für

ein gutes, sattes Leben ohne Liebe oder ein hungriges, aber liebevolles Leben stehen im Zentrum dieser Opéra bouffe.

Produktion anlässlich des Kurt Weill Festes (Eröffnungspremiere)

 

Figura et Anima

Doppelprojekt: Die sieben Todsünden / Die Wunderuhr - Der Zauberwald

 

Koproduktion des Kurt Weill Festes mit dem Anhaltischen Theater Dessau und dem Puppentheater der Stadt Magdeburg in Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Berlin, Abteilung Puppenspielkunst und Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, Berlin

 

1.Teil

ML: Golo Berg (27.02.09)

Ladislas Starewitch/ Paul Dessau: Die Wunderuhr, Der Zauberwald

Ladislas Starewitch ist ein Pionier animierter Puppenfilme. Seine Figuren gehören zu den Meisterwerken des Genres. Starewitch arbeitete mit seiner ganzen Familie, seine Tochter war die Hauptdarstellerin seiner beiden Filme. Mit seiner Enkelin, die in Paris lebt, steht das Anhaltische Theater derzeit in engem Arbeitskontakt. Paul Dessau komponierte die Musik zum Film 1928 für das Berliner Kino Alhambra.

 

2. Teil

ML: Golo Berg, R: Frank A. Engel (27.02.09)

Kurt Weill/ Bertolt Brecht: Die sieben Todsünden

Auch hier wird das Frauenthema aufgegriffen. Die zwei Schwestern Anna I und Anna II brechen zu einer Reise durch die USA auf, um für ihre Familie das Geld für ein Haus zu verdienen. Anna I ist die Managerin, die Anna II dazu drängt, die Sünden als Tugenden im Sinne des Geldverdienens und des Wohlstandes zu begreifen. Anna II ist die Künstlerin, die den Todsünden der Kleinbürger ausweichen möchte.

Die Wanderung der beiden Schwestern wird in einer Mischform aus Figurentheater, Gesang und Darstellung in Anlehnung an die Bildsprache von Comics erzählt. Weills Kritik an der Menschenfeindlichkeit des Kapitalismus erfährt eine sinnliche Umsetzung. Groteske, skurrile und irrsinnig-witzige Bildkompositionen rücken dem Klischee des Brecht-Theaters als „verkopfte Lehranstalt“ zuleibe.

 

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Die Vorhaben der Gregor Seyffert Compagnie | Anhaltisches Theater Dessau

 

In 80 Tagen um die Welt

Eine Abenteuerreise nach Jules Verne von Gregor Seyffert

Chg: Gregor Seyffert (10.04.09)

 

Der 1873 erstmals erschienene Abenteuer- und Reiseroman „Die Reise um die Erde in 80 Tagen“ von Jules Verne ist Ausgangspunkt einer aufregenden Zeitreise durch die Welten und Kulturen in der Inszenierung von Kammertänzer Gregor Seyffert.

 

Der reiche, exzentrische Engländer Phileas Fogg wettet am 2. Oktober 1872 in seinem Club in London, die Welt in 80 Tagen umrunden zu können. Er bricht sofort mit seinem am selben Tag eingestellten französischen Diener Jean Passepartout auf, doch aufgrund der überstürzten Abreise gerät er in Verdacht, ein gesuchter Bankräuber von 55.000 Pfund Sterling zu sein. Fix, ein eifriger Detektiv von Scotland Yard, heftet sich an seine Fersen und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die an spannenden, überraschenden Wendungen reich gespickte Geschichte ist Vorlage für eine aufwendig visuell und tänzerisch in Szene gesetzte Bühnenaufführung.

 

Die Reise per Eisenbahn, Postdampfer, Frachter, Boot und gelegentlich auf Elefantenrücken von London über Brindisi, Suez, Aden, Bombay, Allahabad, Shanghai, Yokohama, San Francisco, New York, Dublin und Liverpool nach London, die Erzählung der Abenteuer der kleinen Reisegruppe mit ihren gänzlich gegensätzlichen Charakteren im Stile einer Kriminalstory und verwoben mit einer zutiefst anrührenden, dramatischen Liebesgeschichte, lassen die Sehnsucht nach Abenteuer und Freiheit in ergreifenden Bildern visuell auferstehen.

 

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Die Vorhaben des Schauspiels:

 

Tragödie Faust

R: Carl-Hermann Risse (19.09.08)

Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe

Im Jahre 1808 legte Goethe den Text von „Faust. Der Tragödie erster Teil“ vor. Vorangegangen waren „Urfaust“ als genialer Entwurf des jungen Goethe und „Faust. Ein Fragment“, in denen Goethe sich zwar noch auf das Volksbuch „Historia des D. Johann Fausten“ und auf Marlowes Puppenspiel bezieht, dem zentralen Thema aber gleichzeitig eine neue Dimension gibt. Carl-Hermann Risses Interpretation des Faust-Stoffes löst die überaus erfolgreiche Inszenierung von Helmut Straßburger und Ernstgeorg Hering aus dem Jahre 1995 ab, die Tausende von Zuschauern und mindestens eine Generation von Schülern erleben konnten.

 

Scrooge – Eine Weihnachtsgeschichte

nach Charles Dickens „A Christmas Carol“ in der Bearbeitung von Neil Bartlett. Deutsch von Angela Kingsford Röhl. Für Kinder ab 6 Jahren und erwachsenes Publikum

R: Herbert Olschok (13.11.08)

Der Weihnachtsklassiker von Charles Dickens (1812-1870), im Dezember 1843 unter dem englischen Originaltitel „A Christmas Carol“ veröffentlicht, zählt heute zu jenen beliebten Geschichten, die einen festen Platz in der Vorweihnachtszeit erhalten haben. Oft in den unterschiedlichsten Versionen verfilmt, mit großen Stars, mit den Muppets oder als Zeichentrick, bietet sie auch eine ausgezeichnete wie phantasievolle Vorlage für unsere diesjährige Weihnachtsgeschichte.

 

Einer flog über das Kuckucksnest

Schauspiel von Dale Wasserman nach dem Roman von Ken Kesey. Deutsch von Ingeborg von Zadow

R: Herbert Olschok (20.03.09)

Basierend auf Ken Keseys Bestseller „Einer flog über das Kuckucksnest“ und der gleichnamigen Verfilmung von Milos Forman, die 1975 mit immerhin fünf Oscars ausgezeichnet wurde, hat sich die Dramatisierung von Dale Wasserman längst einen festen Platz im Repertoire der deutschsprachigen Theater erobert. Wasserman, in Rhinelander/Wisconsin geboren, wurde außerdem durch sein Buch zum Musical „Der Mann von La Mancha“ bekannt.

 

Viel Lärm um nichts

Komödie von William Shakespeare

R: Rosmarie Vogtenhuber (12.06.09) Mit dieser Freiluftproduktion zieht das Anhaltische Theater Dessau erstmals in den Stadtpark Dessau-Roßlau.

Ein Landgut in Messina, ein Prinz, dessen eifersüchtiger Halbbruder, ein Vater, dessen Tochter, deren Cousine und zwei Edelmänner. Liebe, Intrige, Eifersucht, Versöhnung und jede Menge Wortwitz. Das sind die Zutaten für Shakespeares wohl bekannteste Komödie, deren Protagonisten viel Lärm um nichts veranstalten um sich am Ende aller Verwirrungen doch eines mehr oder weniger gelungenen Happy Ends zu erfreuen.

 

Kulturzentrum ALTES THEATER

Erste Premieren am 31. Oktober 2008

 

Mit der Revitalisierung des Alten Theaters zum Kulturzentrum in den Mauern des ehemaligen Caféhauses „Altes Theater“ am Standort des früheren Hoftheaters resp. Friedrich-Theaters soll die Innenstadt Dessaus als kultureller und infrastruktureller Mittelpunkt der Region in enger Verbindung von künstlerischer und soziokultureller Ausstrahlung aufgewertet und zugleich die oberzentrale Funktion der Stadt wieder gestärkt werden.

Im Erdgeschoss entsteht ein multifunktional nutzbares Eingangsfoyer. Zur Kavalierstrasse hin schließt sich im ehemaligen „Haus des Reisens“ eine gastronomische Einrichtung an.

Der im 1. Obergeschoss vorhandene Saal dient als Spielstätte für das Puppentheater und wird über 140 Plätze verfügen. Im 3. Obergeschoss entsteht eine Studiobühne mit 120 Plätzen als Spielstätte für das Schauspiel. In der Auskragung des 3. Obergeschosses werden kleinere Räume für Gruppenprojekte und theaterpädagogische Aktivitäten verfügbar sein.

Einen Premierenmarathon mit drei Eröffnungs-Premieren kann man am Wochenende des 31. Oktober bis 2. November erleben.

 

Adams Äpfel

Von Anders Thomas Jensen. Deutsch von Beate Klöckner. Für die Bühne bearbeitet von K.D. Schmidt

R: Swentja Krumscheidt (31.10.08)

Mit Beharrlichkeit versucht Landpfarrer Ivan, Gestrandete auf den rechten Weg zurückzubringen. Den Vergewaltiger Gunnar und den vorbestraften Tankstellenräuber Khalid hat er bereits in sein Sozialisierungsprogramm gesteckt. Nun soll sich der Neonazi Adam hinzugesellen. Adam jedoch verspürt wenig Lust und antwortet spöttisch auf Ivans Frage, ob er sich schon ein Ziel für seine Therapie gesucht habe: Aus den Äpfeln draußen am Baum vor der Kirche, aus denen will er einen Apfelkuchen backen.

Während Gunnar und Khalid die grenzenlose Nächstenliebe des Pfarrers ertragen, beschließt Adam, den Kampf gegen Ivan aufzunehmen. Doch Kuchenbacken ist gar nicht so leicht. Als ob eine fremde Macht im Spiel wäre, nisten sich Raben im Baum ein, werden die reifenden Früchte von Würmern befallen, spaltet ein Blitz das Holz. Auf diese Weise schwindet die Zahl der Äpfel und Adam ist nun nicht mehr sicher, überhaupt einen Kuchen backen zu können, zumal der Herd auch noch das Zeitliche segnet.

 

Kabale und Liebe

Bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Friedrich Schiller

R: Swentja Krumscheidt (30.01.09)

Am 10. November 1759 geboren – Friedrich Schiller wird 250! Für das Anhaltische Theater ein guter Grund, sich im Schillerjahr 2009 mit „Kabale und Liebe“ erneut einem der Schillerschen Dramen zu nähern.

Manchmal kann einfache Liebe tödlich sein. Wenn der eine, Ferdinand von Walter, Major adliger Herkunft ist und wenn die andere, Luise Miller, nur die Tochter eines Bürgerlichen, eines Musikus’, ist. Ferdinands Vater hat ganz andere Pläne mit seinem Sohn. Lady Milford, die Mätresse des Herzogs, soll er heiraten, um den familiären Einfluss am Hofe zu vergrößern. Wie kann da eine Liebe zu einer Bürgerlichen geduldet werden? So schmiedet Ferdinands Vater flugs eine Intrige mit seinem Sekretär Wurm, um der lästigen Tändelei ein Ende zu bereiten. Der Liebesbrief wird Ferdinand zugespielt, um dem Jungen „die Augen zu öffnen“. Ferdinand glaubt die gemeinsame Liebe tatsächlich verraten und fasst den Plan, sich und Luise zu vergiften. Im Todeskampf kann Luise den Schwindel aufklären. Ferdinand verzeiht ihr, aber alles ist hin.

 

Die Zofen

Schauspiel von Jean Genet

R: Tatjana Rese (26.04.09)

Claire und Solange sind Schwestern. Sie arbeiten als Zofen im Hause der „gnädigen Frau“, die beide bewusst immer wieder demütigt, erniedrigt und quält. Durch einen anonymen Brief haben sich Claire und Solange zu rächen versucht, haben den Hausherrn denunziert und ihn schließlich ins Gefängnis gebracht. Das erhebt beide in einen euphorisch zu nennenden Gemütszustand, und euphorisch spielen Claire und ihre Schwester, wenn die „Gnädige“ nicht im Hause weilt, ein makabres Ritual: Sie schlüpfen abwechselnd in die Rollen der „Gnädigen“ und ihrer Zofe und können damit ihre Wünsche und Vorstellungen ausleben, sich gegenseitig demütigen und erniedrigen. Doch die Schwestern müssen um ihre Entdeckung fürchten, denn der gnädige Herr soll aus dem Gefängnis entlassen werden. Damit die Intrige nicht auffliegt, haben sie sich einen besonderen Plan ausgedacht. Sie wollen die gnädige Frau mit vergiftetem Lindenblütentee aus dem Weg räumen. Claire und Solange spielen den Anschlag mit verteilten Rollen, als die „Gnädige“ und als Zofe. Beide geben sich ihrer heimlichen Leidenschaft hin und exerzieren die Realität im Spiele durch: Der Anschlag gelingt. In absoluter Extase lässt sich Claire von ihrer Schwester vergiften. Durch den Mord berauscht, erwartet Solange ihr Todesurteil.

 

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Die Vorhaben des Puppentheaters Dessau

 

Lysistrata

Volksstück mit viel nacktem Stoff nach Aristophanes von Walter Jens für Menschen ab 16

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, Abt. Puppenspielkunst

R: Nino Sandow (31.10.08)

Ein Asteroid kreist um die Erde. Sein Name Lysistrata – Heeresauflöserin. Benannt nach der gleichnamigen Komödie des Aristophanes 411 vor Christus.

Durch den Entzug des Beischlafes zwingen die Frauen ihre Männer, einen Krieg zu beenden. Ein derbes Stück zu einer derben Sache. Ein Stück mit glücklichem Ausgang. Ein Volksspaß mit direktem Humor und Anliegen.

Denn: Puppen sind weniger zimperlich als Schauspieler. Im Schmerz wie in der Freude. Sie tragen ihren Stoff gern zu Markte und ins Bett.

Ein Asteroid kreist um die Erde – Lysistrata. Ziehen wir den Hut.

Kinesias: Wie kannst du so mir´s machen, Blöde? Folgst den Weibern da, lässt mich hungern.

(Greift nach ihr) Myrrhine: Die Hand da weg! Lass mich in Ruh`!

Kinesias: Du ziehst die Hand ab, und zum Orkus geht daheim mein Gut und deines!

Myrrhine: Kümmert mich wenig!

Kinesias: Wie lange schon hast du Aphrodites Fest der Nacht nicht mitgemacht? – Sag, kommst du nicht heim?

Myrrhine: Niemals, bei Zeus, wenn ihr den Krieg nicht endigt und Frieden macht!

 

Vom Schwein, das unter die Hühner ging

von Rafik Schami in der Bearbeitung von Wieland Jagodzinski für Menschen ab 4

R: Wieland Jagodzinski (07.12.08)

Weihnachten ohne Geschichten ist wie Weihnachten ohne Kerzenlicht. Und Geschichten sind wie Freunde, sagte Rafik Schami, ein großer Geschichtenerzähler und Autor unserer Zeit. Mit der anrührenden wie quietschvergnügten Geschichte „Vom Schwein, das unter die Hühner ging“ erzählen wir vom Schwein Albin und dem Huhn Lila, die beide ein böses Handicap haben. Sie sind scheinbar nicht mehr brauchbar für die Gesellschaft: zu alt, zu anders und zu eigen. Wie es ihnen aber dennoch gelingt, die Achtung der Bewohner des Bauernhofes zu gewinnen und den Bösewicht in Person des nimmersatten Fuchses zu überlisten, das sei noch nicht verraten. Nur so viel, dass es kaum eine schönere Geschichte gibt, um das Anliegen der Weihnacht sinnfälliger zu machen, einer Zeit also, in der wir zusammenrücken und Hilfesuchende an unserem Tisch vereinen sollten.

 

Die Wanze

Insektenkrimi nach Paul Shipton von Karin Eppler und Gerd Ritter für Menschen ab 9

R: Karin Eppler (14.02.09)

Der Käfer mit Namen Wanze Muldoon ist ein „Schnüffler“, ein Privatdetektiv. Er ist nicht nur der beste Privatdetektiv im gesamten Garten, er ist auch der einzige. Eines Tages verschwinden auf merkwürdige Weise Insekten im Garten. Wanze Muldoon soll herausfinden, was dahinter steckt. Was als ein harmloser „Job“ beginnt, entwickelt sich für unseren Helden zu einer lebensgefährlichen Aufgabe. Wanze Muldoon findet mit seinem Freund, der Stubenfliege Jake, schnell heraus: es ist etwas faul im Ameisenstaat.

Aber was genau stimmt nicht?

Warum verhalten sich die Ameisen so seltsam? Und was haben die Wespen mit einer Ameisenverschwörung zu tun?

Warum entfernt sich die Spinne von ihrem Netz?

Kann man das Unheil aufhalten?

Fragen um Fragen, denen Muldoon mit Charme und Witz auf den Grund geht. Wilde Verfolgungsjagden, riskante Kämpfe, clevere Manöver - nichts scheut dieser mutige Detektiv ...

 

 

Kasper baut ein Haus

Kasperstück nach Jiri Jaros für Menschen ab 5

R: Pierre Schäfer (30.05.09)

Kasper hat eine tolle Idee. Er will sich auf dem schönsten Berg das schönste Haus bauen. Und dort das schönste Leben führen. Kasper fängt am besten gleich an.

Teufel hat auch eine tolle Idee. Er will Kasper die Sache gründlich versalzen, denn er hat auch die Sehnsucht nach dem schönsten Haus und dem schönsten Leben.

So treffen zwei der Protagonisten des klassischen Handpuppentheaters aufeinander, und es bedarf nicht vieler Worte, um sich vorstellen zu können, wie es dabei zur Sache gehen wird, denn alles ist erlaubt, alles ist möglich.

Wenn dann aber auch noch der Tod die Bühne betritt, wird es für die Beteiligten äußerst gefährlich, und es bleibt zu hoffen, dass Kasper und Teufel ihre alte Rivalität überwinden, um vielleicht sogar gemeinsam als Sieger aus dem Spiel hervorzugehen?!

Einer wird gewinnen. Oder nicht?

 

 

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