HomeBeiträge
"Doktor Faust", Dichtung für Musik von Ferruccio Busoni im Theater Osnabrück"Doktor Faust", Dichtung für Musik von Ferruccio Busoni im Theater Osnabrück"Doktor Faust", ...

"Doktor Faust", Dichtung für Musik von Ferruccio Busoni im Theater Osnabrück

Premiere am Samstag, 16. Juni 2018, 19.30 Uhr, Theater am Domhof

Fausts Streben nach allumfassender Unendlichkeit erfährt nach dem dämonischen Pakt mit Mephistopheles zumindest eine Zeit lang Befriedigung. Im Tausch gegen seine Seele lässt ihn Mephistopheles’ höllische Magie in jene Räume vordringen, die menschlichem Wissen und Vermögen verschlossen sind. Doch am Ende seines viel zu schnell vergangenen Lebens zeigt sich Faust, wie teuer er den zweifelhaften Ruhm und seine flüchtige Attraktivität erkaufte. Durch ihn zerstörte Lebensentwürfe und ein totes Kind werden seine einzigen Hinterlassenschaften sein.

 

Es war bestimmt kein Zufall, dass sich der 1866 in Italien geborene italienisch-deutsche Musiker Ferruccio Busoni Ende des Jahres 1914 für die Komposition einer FAUST-Oper entschied, während sich die Welt zu einem grausamen Krieg rüstete. Busonis Hauptwerk speist sich weit mehr aus mittelalterlichen Quellen wie der des Puppenspiels oder der Tragödie des Elisabethaners Christopher Marlowe als denn aus Goethes Dichtung.

Als Busoni 1924 starb, hinterließ er eine fast vollendete Partitur, doch zwei entscheidende Szenen, darunter das Schlussbild, blieben unausgearbeitet. Mit Ergänzungen durch Busonis Schüler Philipp Jarnach kam der DOKTOR FAUST 1925 in Dresden zur Uraufführung und erlebte innerhalb weniger Jahre an die 20 Neuinszenierungen.

Zum Abschluss der Spielzeit beschäftigt sich Generalmusikdirektor Andreas Hotz gemeinsam mit der in Osnabrück unter anderem durch DIE LUSTIGE WITWE bereits bekannten Regisseurin Andrea Schwalbach mit einem der großartigsten und vielschichtigen Werke des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Dichtung für Musik in zwei Vorspielen, einem Hauptspiel und drei Hauptbildern von Ferruccio Busoni

Musikalische Leitung  Andreas Hotz
Inszenierung Andrea Schwalbach
Bühne Anne Neuser
Kostüme Stephan von Wedel
Choreinstudierung Markus Lafleur
Dramaturgie Ulrike Schumann

Doktor Faust Rhys Jenkins
Mephistopheles / Nachtwächter Jürgen Müller
Wagner / Theologe  José Gallisa
Herzog von Parma / Megäros, eine Geisterstimme  Mark Hamman
Die Herzogin von Parma  Lina Liu
Der Zeremonienmeister / Jurist  Genadijus Bergorulko
Soldat / Naturgelehrter / Asmodus, eine Geisterstimme Jan Friedrich Eggers
Ein Leutnant Hans-Herrmann Ehrich
Der Schüchterne / 3. Wittenberger Student Ulrich Enbergs
Gravis, eine Geisterstimme Marcin Tlałka
Levis, eine Geisterstimme Kyodong Kum
Beezlebuth, eine Geisterstimme / 1. Wittenberger Student Daniel Wagner
Drei Studenten aus Krakau Jong-Bae Bu, Ji-Seong Yoo, Kyodong Kum
2. Wittenberger Student Jong-Bae Bu / Silvio Heil
4. Wittenberger Student Ji-Seong Yoo
5. Wittenberger Student Tomas Vaitkus
Ein Student Mario Lee / Dongil Lim / Genadijus Bergorulko
Stimme von oben, 1. Sopran-Solo Radoslava Yordanova
Stimme von oben, 2. Sopran-Solo Chihiro Meier-Tejima
Stimme von oben, Mezzo-Solo Kathrin Brauer

EINFÜHRUNGEN
Jeweils eine halbe Stunde vor der Vorstellung im Oberen Foyer im Theater am Domhof.

Bild:  Ferruccio Busoni  

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑