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"Don Pasquale" - Komische Oper von Gaetano Donizetti, Komische Oper Berlin

Premiere Sonntag, 31. Januar 2010 um 19:00 Uhr

 

Der alternde Junggeselle Don Pasquale verspürt auf einmal die Lust zu heiraten – natürlich eine viel zu junge Frau.

Die Auserwählte verbündet sich mit Pasquales Neffen und gemeinsam setzen sie dem »alten Bock« die Hörner auf. Die Moral von der Geschichte: Ein alter Mann soll keine junge Frau heiraten, sonst ergeht es ihm schlecht.

 

Aus dem stereotypen Personal dieses typischen Commedia dell’arte Stoffs

werden bei Donizetti Menschen aus Fleisch und Blut. Während einerseits die Abgründe der menschlichen Seele in drastischer, komisch-überdrehter Weise dargestellt werden und die Motive der »Jungen« im Stück sehr zweifelhaft wirken, wächst der alte Pasquale – mit dem der Moralapostel von Damals keine Mitleid gehabt hat – zu einer fast tragischen Größe heran. Vieles von dem, was Donizetti im Text nicht explizit zur Sprache kommen lassen konnte, übernimmt dabei die Musik.

 

Durch sie ist die Regisseurin Jetske Mijnssen zu ihrer Überzeugung gelangt: »Ein Mensch, der vor dem Abgrund steht, und trotzdem noch einmal neue Hoffnung schöpft: das ist doch eigentlich wunderschön. Ich liebe Pasquale!« Sie verbindet die scheinbaren Ungereimtheiten des Werkes (u. a. die so

lakonische, wie kaum glaubwürdige Wendung der Intrige zum Happy End) zu einer ungeschönten Bestandsaufnahme der conditio humana.

 

Gaetano Donizetti hat – kurz vor Ende seines Schaffens – hier noch einmal

das Genre der Opera buffa aufgegriffen und auf eine neue Höhe geführt.

Äußerlich folgt das Stück zwar den Konventionen der Gattung, doch immer wieder dehnt es die damals gültigen Bühnengesetze oder bricht sie gar. Heute gehört Don Pasquale zu einem der meistgespielten Werke des Opernrepertoires.

 

Nach ihrer viel beachteten Arbeit am Opernhaus des Jahres 2009 (Opernhaus

Basel, Madame Butterfly) kehrt Jetske Mijnssen zurück an die Komische Oper Berlin mit Ihrer Deutung von Donizettis komischer Oper Don Pasquale, einer »bitterbösen, schwarzen Komödie über einen alten Herrn, der viel zu spät in seinem Leben anfängt, von der Liebe zu träumen.«

 

Musikalische Leitung … Maurizio Barbacini

Inszenierung … Jetske Mijnssen

Bühnenbild … Paul Zoller Kostüme … Arien de Vries

Dramaturgie … Malte Krasting

Chöre … Robert Heimann

Licht … Franck Evin

 

Besetzung … Jens Larsen/Tilmann Rönnebeck (Don Pasquale), James

Elliott/Adrian Strooper (Ernesto), Günter Papendell/Mirko Janiska

(Doktor Malatesta), Christiane Karg/Maureen McKay (Norina), Ingo

Witzke*/ David Williams* (Ein Notar), Chorsolisten und Orchester der

Komischen Oper Berlin.

 

 

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