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Dresdner Erstaufführung von Paul Hindemiths »Mathis der Maler« in der Semperoper

Premiere ist am 1. Mai 2016 um 17 Uhr. -----

Die Auseinandersetzung des Künstlers mit dem politischen Tagesgeschehen, mit seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung und das Ringen um sein künstlerisches Selbstverständnis stehen im Zentrum der Oper »Mathis der Maler«, die Paul Hindemith Mitte der 1930er-Jahre komponierte.

Ihre Uraufführung in Berlin, geplant unter Wilhelm Furtwängler, der gegen den Aufführungsboykott von Hindemiths Werken protestierte, vereitelten die Nationalsozialisten. 1938 fand die Uraufführung von »Mathis der Maler« nach Hindemiths Emigration in Zürich statt.

 

Die Figur des Mathis hat den Maler Matthias Grünwald zum Vorbild, den Schöpfer des Isenheimer Altars in Colmar. Durch Bauern, die bei Mathis Zuflucht suchen, wird er in die Aufstände der Bauern hineingezogen, engagiert sich für deren Interessen, um sich schließlich wieder in seine künstlerische Arbeit zurückzuziehen und sein Hauptwerk zu vollenden. Regisseur Jochen Biganzoli zeigt in seiner Neuinszenierung Mathis als im Wohlstand lebenden, saturierten Künstler, der sich im Laufe des Werks zum empathischen, engagierten Menschen entwickelt. Dabei arbeitet Biganzoli Aspekte der Kulturpolitik, der Kunstfinanzierung, der Instrumentalisierung und Verunglimpfung von Künstlern heraus, nicht ohne die Sinnlichkeit der Figuren hervorzuheben. Integraler Bestandteil seiner Interpretation sind neben dem Isenheimer Altar weitere Kunstwerke verschiedener Epochen, die er in Beziehung zum Stück setzt. Mathis’ Künstleratelier baut ihm der Bühnenbildner Andreas Wilkens, die Kostüme gestaltet Heike Neugebauer.

 

Noch mehr politische Implikationen sollte »Mathis der Maler« nach der Geschichte seiner Uraufführung erfahren: 1956 war die DDR-Erstaufführung von »Mathis der Maler« in Dresden geplant, wurde aber trotz mehrfacher Verschiebung 1958 ganz abgesagt. Die Staatstheater Dresden hatten sich in einer zwei Jahre andauernden Korrespondenz bemüht, die Aufführung des Werks mit einem Dirigat Hindemiths in Dresden zu verknüpfen. Durch restriktive Eingriffe der DDR-Führung in die Freiheit der Kunst fürchtete der Komponist jedoch, ideologisch missbraucht zu werden. Die Auseinandersetzungen erreichten ihren Höhepunkt mit der Veröffentlichung von Teilen eines Offenen Briefes des damaligen Chefdramaturgen Eberhard Sprink an den Komponisten, in dem Hindemith wiederum eine westliche Irreführung durch Zweckpropaganda vorgeworfen wird.

 

Musikalische Leitung Simone Young

Inszenierung Jochen Biganzoli

Bühnenbild Andreas Wilkens

Kostüme Heike Neugebauer

Choreografie Silvia Zygouris

Chor Jörn Hinnerk Andresen

Dramaturgie Anna Melcher

Video Thomas Lippick

 

Albrecht von Brandenburg John Daszak

Mathis Markus Marquardt

Lorenz Matthias Henneberg

Wolfgang Tom Martinsen

Riedinger Michael Eder

Hans Schwalb Herbert Lippert

Truchseß Hans-Joachim Ketelsen

Sylvester Gerald Hupach

Der Pfeifer des Grafen Timothy Oliver

Ursula Annemarie Kremer

Regina Emily Dorn

Gräfin Helfenstein Christa Mayer

Erster Bauer Frank Blümel

Zweiter Bauer Torsten Schäpan

Dritter Bauer Markus Brühl

Vierter Bauer Alexander Födisch

 

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Sächsische Staatskapelle Dresden

 

Weitere Vorstellungen finden am 4., 10., 15. und 20. Mai 2016 statt.

 

 

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