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"FaustIn and out" von Elfriede Jelinek, Residenztheater München

Premiere Fr 27. Jun 14, 20:00 Uhr, Cuvilliéstheater. -----

Nach der Premiere von Goethes „Faust“ in der Regie von Martin Kušej und der Uraufführung von Nis-Momme Stockmanns „Phosphoros“ in der Regie von Anne Lenk im Marstall ist dies die dritte Inszenierung im Rahmen des aktuellen „Faust“-Schwerpunktes am Residenztheater.

 

„FaustIn and Out“ bezeichnet Elfriede Jelinek selbst als „Sekundärdrama“, es darf nur an Theatern

aufgeführt werden, an denen auch Goethes „Faust“ gespielt wird. Jelinek selbst sagt dazu: „Für den Theaterbetrieb möchte ich, als neue Geschäftsidee, vermehrt auch Sekundärdramen anbieten, die dann kläffend neben den Klassikern herlaufen sollen. Es wird aber daran scheitern, daß ich das Originaldrama nicht verstehe und dann was total Falsches dazuschreibe.“

 

Ein Ausgangspunkt für Goethes „Urfaust“ war der damals aktuelle Prozess gegen die Kindsmörderin

Susanna Margaretha Brandt, die er für die Gretchen-Tragödie verarbeitet hat. Elfriede Jelinek setzt an dem „Skandal“ der Verführung eines Mädchens, das schätzungsweise „über vierzehn Jahr doch alt“ ist, durch Faust an und verknüpft ihn mit der Geschichte des Josef Fritzl, der seine Tochter 24 Jahre lang in seinem Keller gefangen hielt, sie regelmäßig vergewaltigte und sieben Kinder mit ihr zeugte. Dabei geht es Jelinek selbstverständlich nicht allein um den Einzelfall, vielmehr stellt die Konfrontation mit dem klassischen Text das Verbrechen aus dem österreichischen Amstetten in einen literatur- und kulturgeschichtlichen Zusammenhang, der das Gesellschaftliche im Monströsen sichtbar machen soll.

 

In Johan Simons‘ Inszenierung wird dieser allgemeine Befund als Kampf zwischen Mann und Frau um Sprachmacht und die Herrschaft über Deuten und Denken ausgefochten. Johan Simons ist bekannt für die behutsamen theatralen Resonanzräume, die er den oft schmerzend schonungslosen Jelinek-Stücken bereitstellt. Er arbeitet damit zum ersten Mal am Residenztheater und mit Schauspielern aus dem Resi-Ensemble. Seine Inszenierung im Cuvilliéstheater ist Teil eines freundschaftlichen Austauschs der beiden Häuser. Im Gegenzug wird Martin Kušej in der kommenden Spielzeit Martin Sperrs „Jagdszenen aus Niederbayern“ an den Münchner Kammerspielen inszenieren, Premiere ist im Februar

2015.

 

Regie Johan Simons

Bühne Muriel Gerstner

Kostüme Anja Rabes

Musik Maarten Schumacher

Licht Gerrit Jurda

Dramaturgie Sebastian Huber

 

mit

Birgit Minichmayr FaustIn

Oliver Nägele GeistIn

 

So 29. Jun 14, 19:00 Uhr

Fr 04. Jul 14, 20:00 Uhr

Sa 12. Jul 14, 20:00 Uhr

Mi 16. Jul 14, 20:00 Uhr

 

Karten für alle Vorstellungen gibt es an den Kassen der Staatstheater, online unter

www.residenztheater.de sowie unter 089 2185 1940.

 

 

 

 

 

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