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"FESTUNG EUROPA – Hohelied der Zersplitterung", Schauspiel von Tom Lanoye, Stadttheater Bremerhaven

Premiere: Freitag, 16. Dezember 2016 um 19.30 Uhr im JUB! (Columbusstr. 2 / Elbinger Platz). -----

Das Stück ist eine schräge Versuchsanordnung die der Frage nachgeht, wie die Vereinigung der Nationen gelingen kann, solange Vorurteile und die Angst vor dem Verlust der Identität ihr Unwesen treiben. Was also ist Europa? Eine Festung der Freiheit, der Menschenrechte, des aufgeklärten Rechtsstaats oder doch eine Festung des Wohlstands in einem Meer des Elends?

 

Der außergewöhnliche Stoff des Autors Tom Lanoye erfordert einen außergewöhnlichen Ort: Die Bühnensituation im JUB! lässt für die Zuschauer ein unmittelbares Theatererlebnis entstehen – hier sitzt jeder in der ersten Reihe. Die Schauspieler Henning Bäcker, Elif Esmen und Sascha Maria Icks beschäftigen sich in verschiedenen Rollen mit Fragen über das, was Europa für seine Bewohner ausmacht. Der Bühnenraum wird so zum Zentrum einer Zuschauer-Festung.

 

Das bereits 2005 entstandene und immer noch äußerst aktuelle Stück des renommierten belgischen Autors Tom Lanoye befragt unter dem Spielzeitmotto Europa beißend komisch und politisch absolut inkorrekt nach einer genauen Definition dessen: Was ist Europa?

 

Blickt man zurück, muss man festhalten, dass viele Opfer erbracht wurden auf dem Weg zum heute halbwegs friedlichen Europa. Versucht man vorauszuschauen, wird einem angst und bange. Die, die es sich leisten können, fühlen sich wahnsinnig europäisch, unterhalten sich über die Vorzüge von echtem Parmaschinken und führen pseudokultivierte Diskurse darüber, dass Nietzsche ohne Schopenhauer nicht denkbar wäre. Eine Verbindung zu den Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer sozialen Klasse nicht zu diesem Europa gehören, bleibt aus. Folgerichtig kommen sie auch überhaupt nicht zu Wort. Nur die Geister derer, auf deren Leichen Europa gebaut wurde, die lassen sich nicht verscheuchen …

 

Inszenierung: Jan Steinbach

Bühne und Kostüme: Jule Dohrn-van Rossum

Dramaturgie: Peter Hilton Fliegel

Regieassistenz & Abendspielleitung: Lisa Meyer

 

Mit: Henning Bäcker, Elif Esmen, Sascha Maria Icks

 

Weitere Termine:

29. Dezember 2016, 8. und 21. Januar 2017, 1. Februar 2017, jeweils um 19.30 Uhr im JUB!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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