Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
„Giselle“: Uraufführung der Fassung von David Dawson in Dresden„Giselle“: Uraufführung der Fassung von David Dawson in Dresden„Giselle“: Uraufführung...

„Giselle“: Uraufführung der Fassung von David Dawson in Dresden

Am 9. März 2008 um 18.00 Uhr wird in der Semperoper eine choreografische als auch musikalische Neu-Schöpfung des unumstrittenen Meisterwerkes unter der musikalischen Leitung von David Coleman uraufgeführt.

„Giselle“ erzählt ihre eigene Geschichte von einer unerwiderten Liebe: Eine junge Frau verliebt sich hoffnungslos in einen Mann, der einer Anderen gehört. Als sie dies herausfindet, verliert sie den Verstand und die Ereignisse nehmen ihren Lauf, die schließlich zu ihrem Tod führen. Zu einem Tod, dessen Ursache ungeklärt bleibt. War es ein Unfall oder Absicht? Seit über 160 Jahren steht „Giselle“ auf internationalen Spielplänen großer namenhafter Bühnen und hat bis heute nichts an Faszination verloren.

 

Der in der internationalen Tanzszene geschätzte Hauschoreograf des Dresden SemperOper Ballett David Dawson präsentiert mit diesem Highlight der Saison 2007/2008 ein großes, abendfüllendes Handlungsballett und seine zweite Kreation, eigens geschaffen für das Dresdner Ballett-Ensemble. Dawson transportiert dabei die Geschichte von Liebe, Verrat, Vergebung und Aufopferung in einer Sphäre unbestimmter Zeit und unbestimmten Ortes: Seine „Giselle“ ist zeitlos.

 

Für David Dawson, gegenwärtig in der Tanzszene einer der

beeindruckendsten jungen Choreografen, stellt diese Uraufführung einen

Höhepunkt seiner Karriere dar. Obwohl dieses einmalige Werk zu einer

Hommage an die originale Choreografie erklärt wird, möchte Dawson dennoch einen neuen innovativen Ansatz auf der einen Seite und seinem eigenen Stil auf der anderen Seite gerecht werden.

 

Für Dawson sind Giselle und die anderen Protagonisten junge Menschen, schön in ihrer Jugendlichkeit. Sie leben in einer Realität, die mit jener vergleichbar ist, die die Tänzer, die diese Charaktere darstellen, heutzutage leben. Aber nicht nur die neue Handlung, sondern auch die innovative Choreografie und die modernen Stilelemente bringen die neue „Giselle“ zum Tragen. Der Tanz und die Tänzer haben sich weiterentwickelt, und der Choreograf hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Magie des klassischen Balletts und die Geschichte einer wahren Liebe durch zahlreiche zeitgenössische Gestaltungsmittel des modernen Tanzes für das heutige Publikum wieder neu erlebbar zu machen.

 

„Niemals zuvor habe ich in meinen Ballettwerken solch’ einen klaren Ausdruckstanz der Liebe gefunden, wie mit dieser ‚Giselle’ “. Diese anspruchsvolle Technik – hin bis zu den physischen, aber auch psychischen Grenzen - einzustudieren, empfindet das Dresdner Ensemble als eine sehr große Chance und als eine tänzerische Herausforderung.

 

Die zeitlose und universelle Idee seiner Choreografie wurde auch zum

Gegenstand aller anderen Ebenen dieses Werkes: Die musikalische

Neubearbeitung der Musik von Adolphe Adam durch den Dirigenten David

Coleman verleiht der „Giselle“ eine frischere Klangfarbe. Arne Walther schuf dazu ein minimalistisches, jedoch stark symbolträchtiges Bühnenbild. Die Kostüme von Yumiko Takeshima, einer der Ersten Solistinnen des Dresden SemperOper Ballett, lösen die Gesellschaftsunterschiede auf und zeichnen sich durch unvergängliche Simplizität von Form und Gestalt aus. Takeshima war bereits für zahlreiche Choreografien von David Dawson als Kostümbildnerin tätig. Für Dawsons „Giselle“ schuf sie nicht nur die Kostüme, sondern tanzt auch die Rolle der Giselle.

 

Die Uraufführung Dawsons Fassung von „Giselle“ wird durch die

Deutschlandpremiere „A Million Kisses to my Skin“ ergänzt. „A Million Kisses to my Skin“ trägt ebenfalls die choreografische Handschrift David Dawsons und wurde bereits mehrfach, international preisgekrönt. Im Zuge seines Abschiedes als professioneller Tänzer vom Holländischen National Ballett schuf er dieses Werk im Jahre 2000.

 

Das Bühnenbild zu „A Million Kisses to my Skin“ entwarf der

Choreograf David Dawson selbst, die Kostüme schuf ebenfalls Yumiko

Takeshima.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 18 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑