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Hans Otto Theater Potsdam: "Der gute Mensch von Sezuan" von Bertolt Brecht mit Musik von Paul Dessau

Premiere SA 6-OKT-2018, 19.30, Großes Haus

Drei Götter kommen mit dem Auftrag auf die Erde, gute Menschen zu finden – dann könne „die Welt bleiben, wie sie ist“. Doch einfach wird dies nicht. Denn angesichts von Not und Armut, die in der Hauptstadt von Sezuan herrschen, stellt sich die Frage: Wie kann man gut sein?

 

Der gewitzte Wasserverkäufer Wang versucht, eine Übernachtung für die Götter zu organisieren. Einzig die Prostituierte Shen Te nimmt sie auf und beginnt mit dem großzügigen Obolus ein neues Leben. Doch der er­worbene Tabakladen stellt sie auf die Probe: Menschen, die sie zuvor abgelehnt haben, geben sich als Freund*innen aus und appellieren unmoralisch an ihre Moral. Sie rettet den Flieger Yang Sun vor dem Suizid, gibt ihm Hoffnung und Geld, verliebt sich in ihn und wird schließlich hinters Licht geführt. Trotzdem versucht sie weiter, Gutes zu tun, stößt jedoch schnell an ihre existenzielle Grenze. So bleibt ihr nur die schizophrene Spaltung: „Gut zu sein und doch zu leben / Zerriß mich wie ein Blitz in zwei Hälften.“ Die Götter, erschöpft und ausgelaugt nach langer, erfolgloser Reise, sehen in Shen Te weiter „den guten Menschen von Sezuan“. Doch sie verschließen die Augen vor der Härte des irdischen Lebens. Ihr blindes Manifest „Sei gut“ wird zum unerfüllbaren Dogma, das die Menschen mit einem großen Fragezeichen zurücklässt.

Regie & Bühne Malte Kreutzfeldt
Musikalische Leitung Martin Klingeberg
Kostüme Katharina Beth
Dramaturgie Natalie Driemeyer

Besetzung
Alina Wolff
als Shen Te / Shui Ta
Moritz von Treuenfels
als Wang
Guido Lambrecht
als Sun
Katja Zinsmeister
als Shin
Andreas Spaniol
als Lin To, Gott 3
Marie-Therése Fischer
als Mi Tzü
Jörg Dathe
als Shu Fu
Kristin Muthwill
als Frau Yang
Jan Hallmann
als Gott 1 / Arbeitsloser / Bonze
Hannes Schumacher
als Gott 2 / Polizist

Termine
Fr 12.10.
19:30 zu Gast im Brandenburger Theater
So 21.10.
15:00 Großes Haus
14:15 Vorspiel ‐ Einführung / Glasfoyer Großes Haus

Bild: Bertolt Brecht und Paul Dessau

 

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