Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Hauptschule der Freiheit - ein Projekt der Münchner KammerspieleHauptschule der Freiheit - ein Projekt der Münchner KammerspieleHauptschule der Freiheit...

Hauptschule der Freiheit - ein Projekt der Münchner Kammerspiele

19. Juni - 4. Juli 2009

in der Elisabeth-Kohn-Straße 4 / Ackermannbogen

In Zusammenarbeit mit der Hauptschule an der Schwindstraße u.a.

 

Am Anfang hieß das Projekt einfach "Haus der Freiheit". Nach den Stadtprojekten der letzten Jahre wie BUNNYHILL 1+2 oder DOING IDENTITY - BASTARD MÜNCHEN wollten die Mnchner Kammerspiele noch einmal ganz raus aus dem Theater, rein in die Stadt. Auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie für unser selbst gewähltes Exil sind sie auf das (beinahe) leerstehende Gebäude am Ackermannbogen gestoßen. Jetzt, nach der Nutzung der ehemaligen Kaserne als Berufsschule, Kindertagesstätte, Tonstudio etc. soll es umgebaut werden, damit anschließend drei Schwabinger Hauptschulen dort zu einer großen Schule zusammengelegt werden können.

Mit einer dieser Schulen, der Hauptschule Schwindstraße, hat das Theater sich verbunden und besetzt das Haus noch vor dem Umbau und gründet die Hauptschule der Freiheit. Es nutzt die einsetzende Passage gemeinsam mit den Protagonisten der Schule (Schüler, Lehrer, Eltern, Hausmeister, usw.) über Freiheit und Lernen nachzudenken. Der Umzug als Stunde Null. Ideen werden entwickelt. Wünsche werden formuliert. Befürchtungen werden ausgesprochen. Man hat die Freiheit, die eigene Zukunft neu zu fantasieren.

 

Neben dem theatralen STUNDENPLAN 1-8 ist mit den Schülern, Lehrern und Eltern einige Arbeitsgemeinschaften gegründet wordem, die den Schülern und der Schule zusätzlich einen praktischen, über den Tag andauernden Nutzen bringen soll: Es gibt Textil-, Internet-, Gastro-, Garten-, Film- AGs. Und: Wir haben SCHULFESTE organisiert mit Konzerten von Doppel D und Jamaram sowie drei Theatergastspielen (WIN-PLACE-SHOW, FERIENLAGER - DIE 3. GENERATION, EIN WARNGEDICHT).

 

Freiheit soll das Recht sein, die Potenziale mobilisieren und nutzen zu dürfen, die in einem stecken - begrenzt nur da, wo die Rechte und Freiräume des anderen beginnen. Genau darum, diese Freiheit zu mobilisieren, geht es der Hauptschule der Freiheit. Sie heißt Haupt-Schule, weil sie für alle da ist, hier wird das Eigentliche bedacht und probiert, erforscht und erlernt. Eine Schule der Tätigkeit. Im Tun liegt der Akt der Freiheit. Es geht darum, sich mit den Formen und Menschen der Schule die Mittel von Theater, Kunst und Aktion zu erobern und sich dadurch gemeinsam weiterzubilden. Das spielerische Verwandeln des Alltäglichen in künstlerische Ausdrucksformen, hat den befreienden Nebeneffekt, einen neuen Blick auf das eigene, gewohnte Tun richten zu können und Menschen kennenzulernen, denen man sonst niemals begegnen würde. Die Hauptschule selbst öffnet ihre Türen und lädt die Zuschauer ein, sich zu Schülern, zu Lernenden, zu Freunden machen zu lassen.

 

STUNDENPLAN 1-8

Als zentrale Aufführung entsteht der Stundenplan. An acht Unterrichtstagen werden die Zuschauer zu Schülern gemacht und werden von Schülern, Lehrern, Eltern, Schauspielern und anderen Künstlern unterrichtet. Was ist deutsche Geschichte? Wer hat welche Vorbilder? Wer wohnt wie? Und was ist mit der Religion? Gibt es eine Reifeprüfung? Sprechstunde, Lehrerkonferenz, Pause, Beschwerdechor mit Schülern, Lehreren, Schauspielern u.v.a. Premiere STUNDENPLAN 1 am Freitag, 19. Juni 2009, 16.00 bis 19.00 Uhr in der Elisabeth-Kohn-Str.4 / Ackermannbogen, anschließend Schulfest.

 

Leitung: Björn Bicker, Ruth Feindel, Michael Graessner, Peter Kastenmüller, Christine Umpfenbach.

 

Mitarbeit: Jens Dreske (Bühne/Raum) Sonja Füsti (Kostüm), Judith Hepting (Kostüm), Julia Reichert (Assistenz/Produktion)

 

Weitere Informationen zum Projekt, den Veranstaltungen, Karten und Anfahrt finden Sie ab sofort unter www.hauptschulederfreiheit.de und ab Anfang Juni in der gesonderten Programmbroschüre.

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 17 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑