Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Heinrich Mann, "Professor Unrat", Maxim Gorki Theater Berlin Heinrich Mann, "Professor Unrat", Maxim Gorki Theater Berlin Heinrich Mann,...

Heinrich Mann, "Professor Unrat", Maxim Gorki Theater Berlin

Premiere am Freitag, 12. Juni 2009

Theaterfassung von Sebastian Baumgarten und Carmen Wolfram

 

Der 1905 entstandene Roman „Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen“ wurde vor allem durch Josef von Sternbergs Verfilmung „Der blaue Engel“ weltbekannt.

Doch Heinrich Mann beschreibt in seinem Roman die Geschichte des Professors Raat, den alle „Unrat“ nennen, wesentlich radikaler, als der Film dies tut: Manns „Unrat“ ist ein pädagogischer Berserker, ein radikal-reaktionärer Schulmeister. „Was in der Schule vorging, hatte für Unrat Ernst und Wirklichkeit des Lebens.“ Aus faulen, aufsässigen Schülern scheint für Unrat die ganze Stadt zu bestehen. „Eine empörte Klasse von fünfzigtausend Schülern umtobte Unrat.“ Der Schultyrann ist damit auch als Modell für Machtausübung überhaupt und somit für die Machtverhältnisse in der Gesellschaft zu verstehen. Die Beschreibung von Macht in ihren Mitteln und – 10 Jahre vor Beginn des 1. Weltkrieges – Macht als prämilitante Ideologie sind wesentliche Elemente in Manns Roman.

 

Auf einer abendlichen Jagd nach seinen Schülern begegnet Unrat der „Künstlerin“ Rosa Fröhlich, die in einem zwielichtigen Etablissement als Sängerin auftritt. Er erlernt den Garderoben- und Minnedienst und heiratet Rosa, die damit zum Instrument für seine Ziele wird. Der Moment, in dem er glaubt, alle seine Schüler besiegt zu haben, endet für ihn selbst in freiem Fall.

 

Regie: Sebastian Baumgarten,

Bühne: Alexander Wolf,

Kostüme: Ellen Hofmann,

Video: Stefan Bischof,

Komposition: Christoph Clöser

 

Es spielen: Kathrin Angerer (Rosa Fröhlich), Anika Baumann, Ruth Reinecke; Johann Jürgens, Stefan Konarske, Andreas Leupold (Unrat), Gunnar Teuber, Leon Ullrich

 

Musiker: Oliver Brand, Christoph Clöser, Jens Massel

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑