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Jacques Offenbach, "Les Contes d'Hoffmann", Opéra fantastique - Komische Oper Berlin

Premiere 1. Oktober 2015, 19:00. -----

Regisseur Barrie Kosky erzählt Offenbachs skurril-fantastische Geschichte als verstörenden Alptraum eines Künstlers, der des eigenen Ichs mehr und mehr verlustig zu gehen droht, – mit nur einer Sopranistin in allen vier Frauenrollen, aber mehreren Hoffmann-Darstellern.

Dabei wird die Titelpartie in den ersten beiden Akten der Oper zum ersten Mal in ihrer 130-jährigen Aufführungsgeschichte so gesungen, wie der Komponist sie ursprünglich geplant hatte: von einem Bariton!

 

Mozarts Don Giovanni wird in Hoffmanns übersteigertem Empfinden zum Ausgangspunkt einer vom

Wahnsinn getriebenen Reise durch bizarre Welten. Hoffmanns abgöttische Bewunderung für die Sängerin Stella in der Rolle der Donna Anna gebiert immer neue Frauenbilder: die Puppe Olympia, die seelenlose Kunststücke präsentiert; die Sängerin Antonia, die sich zu Tode singt; die Kurtisane Giulietta, die Hoffmanns Spiegelbild raubt. Skurrile Nachtgestalten wie Olympias Schöpfer Spalanzani oder der furchterregende Augenverkäufer Coppelius, Antonias gestrenger Vater Crespel oder der diabolische Doktor Mirakel, der überdrehte Pitichinaccio oder der zwielichtige Dapertutto lassen Hoffmanns imaginäre Reise zum albtraumartigen Horrortrip werden. Am Ende bietet selbst Mozart keine Rettung mehr. Verfolgt von den eigenen Dämonen, hat sich Hoffmann längst in seinen Fantasien und Angstträumen verloren.

 

Der bis heute anhaltende Erfolg von Offenbachs unter schwierigen Umständen erst posthum uraufgeführter fantastischer Oper ist nicht allein ihrer fantasievollen Handlung zu verdanken, sondern vor allem dem nicht enden wollenden Ideenreichtum der Offenbachschen Partitur. »Das Lied von Kleinzack«, die Arie der Olympia oder die berühmte Barcarole sind nur drei ihrer zahlreichen Glanznummern.

 

Libretto von Jules Barbier

nach dem gleichnamigen Drama von Jules Barbier und Michel Carré

 

Musikalische Leitung

Stefan Blunier, Daniel Huppert

Inszenierung

Barrie Kosky

Bühnenbild und Kostüme

Katrin Lea Tag

Dramaturgie

Ulrich Lenz

Chöre

David Cavelius

Licht

Diego Leetz

 

Besetzung

Hoffmann 1

Uwe Schönbeck

Hoffmann 2

Dominik Köninger, Gyula Orendt, Tom Erik Lie

Hoffmann 3

Edgaras Montvidas, Alexander Lewis

Stella / Olympia / Antonia / Giulietta

Nicole Chevalier, Sydney Mancasola

La Muse / La mère d’Antonia

Karolina Gumos, Alexandra Kadurina

Lindorf/Coppélius/Le docteur Miracle/ Dapertutto

Dimitry Ivashchenko, Jens Larsen

Andrès/Spalanzani/ Pitichinaccio

Peter Renz, Ivan Tursic

Lindenquintett Berlin

Cochenille/Crespel/Peter Schlémil

Philipp Meierhöfer, Alexey Antonov

 

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