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Jules Massenets Oper „Werther“ erstmals in Gera

Premiere am 1. Dezember, 19.30 Uhr m Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera. -----

Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ erschienen 1774 und machten den 25-jährigen auf einen Schlag berühmt. Das Interesse an dem Werk hat bis heute nicht nachgelassen. Der kongeniale französische Komponist Jules Massenet (1842 – 1912) adaptierte den Briefroman und schrieb eine Oper voller Leidenschaft und Dramatik.

Die erfolgreiche Uraufführung fand 1892 am Wiener Hofoperntheater statt. Das 100. Todesjahr Massenets ist nun willkommener Anlass, „Werther“ erstmals in Ostthüringen zu spielen.

 

Bei der Heimkehr von einer rauschenden Ballnacht gesteht Werther seiner Tanzpartnerin Charlotte seine Liebe. Doch die Anwesenheit von Albert beendet bei der Rückkehr ins elterliche Haus jäh sein Hochgefühl. Fortan beobachtet er die Geliebte aus der Ferne und schreibt ihr Briefe. Charlotte ist hin und her gerissen zwischen einem übermächtigen Gefühl der Liebe zu Werther und ihrer Pflicht als Ehefrau Alberts.

 

Das Regieteam ist international besetzt. Die musikalische Leitung liegt bei dem Franzosen Laurent Wagner in den Händen eines ausgewiesenen Kenners. Massenet gilt im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert als einer der bedeutendsten Opernkomponisten.

 

Regisseur Roland Schwab legt den Focus auf Werthers narzistische Liebe bis zum Tode, auf dessen Selbstinszenierung. Bühnen- und Kostümbildner Piero Vinciguerra hat ihm dazu ein Lebenskarussell auf die Bühne gebaut, auf dem Werthers Leben in sieben Kapiteln vorübergleitet.

 

In den Partien: Bernardo Kim (Werther), Chrysanthi Spitad (Charlotte), Katie Bolding/Paula Rummel (Sophie), Johannes Beck (Albert), Kai Wefer (Le Bailli), Erik Slik (Schmidt), Heiko Retzlaff (Johann), Gonzalo Diaz (Brühlmann), Annick Vettraino (Kätchen). Der Opernchor singt in der Einstudierung von Ueli Häsler, den Theaterkinderchor studierte Susanne Hoch ein.

 

 

Laurent Wagner studierte in seiner Heimatstadt Lyon und in Paris Klavier, Fagott, Komposition und Kammermusik, bevor er 1982 Mitglied in der renommierten Kapellmeisterklasse von Prof. Karl Österreicher an der Wiener Musikhochschule wird. Er graduiert in Dirigieren und Korrepetitionspraxis mit Auszeichnung.

 

Nach einigen Jahren als Repetitor und Kapellmeister an den Theatern Heidelberg, Gelsenkirchen und Wuppertal und als maestro interno am Gran Teatre del Liceu in Barcelona ist er stellvertretender Generalmusikdirektor am Theater Dortmund. Anschließend wird er Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken, wo er neben zahlreichen Konzerten und Opernpremieren anregende und anspruchsvolle Projekte wie die Aufführung von Messiaens Turangalîla-Symphonie, Bergs gesamtem Orchesterwerk, dessen Opern Wozzeck und Lulu sowie Schönbergs Moses und Aron innerhalb eines Zyklus der Wiener Moderne verwirklicht, die überregional Beachtung finden. Als Operndirektor des Theaters St. Gallen leitet er dort u.a. die vom Publikum und der internationalen Presse gewürdigten Neuproduktionen von Verdis Don Carlo und Les Vêpres Siciliennes (in französischer Originalsprache). Sein Weg führt ihn anschließend als Principal Conductor zum irischen Rundfunkorchester (RTÉ Concert Orchestra). Darüber hinaus dirigiert er an der Opera Ireland in Dublin zahlreiche Opernproduktionen.

 

Laurent Wagner gastiert weltweit bei bedeutenden Orchestern, so beim Orchester der Beethovenhalle Bonn, bei den Bamberger Symphonikern, dem Philharmonischen Orchester Erfurt, den Münchner Symphonikern, den Nürnberger Symphonikern, der Staatskapelle Schwerin, dem irischen Staatsorchester (RTÉNSO), beim West Cork Chamber Music Festival in Bantry, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg, dem Orchestre du Capitole de Toulouse sowie in Freiburg, Magdeburg, Osnabrück, Plauen, Zwickau, Graz, St. Gallen, Bordeaux, Porto, Verona, Tallinn, Sao Paulo, Peking und Tokio.

 

Im Opernbereich gastiert er unter anderem an der Deutschen Oper Berlin (Aida), am Opernhaus Chemnitz (Die Meistersinger von Nürnberg), am Theater Basel (Schweizer EA von Rossinis Viaggio a Reims sowie Carmen), an der Oper Graz (Rosenkavalier, Trovatore),in Cosenza (Carmen) und bei Opera Zuid (Un ballo in maschera, La Bohème).

 

Laurent Wagner widmet sich seit einiger Zeit verstärkt auch der Ausbildung junger Sänger. So unterrichtete er 2006 und 2007 in Tel Aviv am International Vocal Arts Institute (IVAI), wo er mit jungen Nachwuchssängern Mozarts Entführung aus dem Serail und Le Nozze di Figaro einstudierte, und als Gastdozent am Pariser Konservatorium.

 

Zahlreiche Rundfunkaufnahmen und Konzertmitschnitte zeugen von der Bandbreite und Vielfalt seiner künstlerischen Arbeit.

 

Laurent Wagner wurde für seine langjährigen Verdienste als Botschafter der französischen Musik vom französischen Staatspräsidenten zum Chevalier de l'Ordre du Mérite ernannt.

 

Roland Schwab, geboren 1969 in Saint Cloud/Paris, wuchs in München auf. Nach Studiensemestern in Germanistik und Physik begann er 1992 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg das Studium der Musiktheater-Regie unter Prof. Götz Friedrich. Noch während des Studiums war er Hospitant und Assistent u.a. an der Oper Nürnberg, der Deutschen Oper Berlin, an der Hamburgischen Staatsoper, an der Oper Zürich bei Götz Friedrich, Harry Kupfer und Ruth Berghaus. Besonders Ruth Berghaus, deren Meisterschüler er 1994 wurde, verdankt er wichtige Impulse. 1997 inszenierte er am Berliner Ensemble FRANK ALERT MEETS BRECHT. Nach seinem Studium in Hamburg, das er mit Auszeichnung abschloss, war Roland Schwab von 1998 an Assistent von Christine Mielitz am Meininger Theater (DER RING DES NIBELUNGEN), an dem er ab 2002 Oberspielleiter war. Am Meininger Theater inszenierte er zwei Mozart-Produktionen, COSI FAN TUTTE (2001) und LE NOZZE DI FIGARO (2002), die für großes Aufsehen sorgten. In den darauffolgenden Jahren war Roland Schwab als Gastregisseur an den Theatern Münster (PARISER LEBEN), dem Theater Freiburg (LUCIA DI LAMMERMOOR), dem Tiroler Landestheater, Innsbruck (ROMEO ET JULIETTE), dem Musiktheater im Revier (AIDA), der Opera Bergen, Norwegen (TURANDOT), dem Landestheater Linz (MANON, GESPRÄCHE DER KARMELITINNEN), dem Anhaltischen Theater Dessau (EIN MASKENBALL) und an der Oper Bonn (LA SONNAMBULA) tätig. 2007 widmete er sich der Barockoper mit zwei Versionen des Rasenden Roland, ORLANDO FURIOSO von Antonio Vivaldi und ORLANDO von Georg Friedrich Händel am Niederbayerischen Landestheater sowie am Theater Biel Solothurn.

 

Wichtige und viel besprochene Arbeiten der letzten Zeit waren THE RAKE`S PROGRESS an der Oper Dortmund (2008), MERLIN von Isaac Albeniz am Musiktheater im Revier (Deutsche Erstaufführung 2011), sowie seine drei Inszenierungen für die Deutsche Oper Berlin, MOZART-FRAGMENTE (zum Mozartjahr 2006), TIEFLAND von Eugen d´Albert (2007) sowie Mozarts DON GIOVANNI (2010). Diese Produktion wurde 2012 zum Opernfestival Peralada/Spanien eingeladen.

 

Roland Schwab lebt in Hannover.

 

 

 

 

 

 

 

Werther

 

Lyrisches Drama in vier Akten; nach dem Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe; Libretto von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann; Musik von Jules Massenet; Aufführung in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

 

 

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