Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
KASIMIR UND KAROLINE - VOLKSSTÜCK VON ÖDÖN VON HORVÁTH - Luzerner TheaterKASIMIR UND KAROLINE - VOLKSSTÜCK VON ÖDÖN VON HORVÁTH - Luzerner TheaterKASIMIR UND KAROLINE -...

KASIMIR UND KAROLINE - VOLKSSTÜCK VON ÖDÖN VON HORVÁTH - Luzerner Theater

Premiere FREITAG, 1. FEBRUAR 2013, 19.30 UHR. -----

«Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wäre man nie dabei gewesen.» -- Bierlaune und Weltwirtschaftskrise. Die Arbeitslosigkeit steigt und steigt. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer breiter und tiefer.

Und die Liebe zwischen Kasimir und Karoline zeigt deutliche Risse. Er, soeben «abgebauter», also arbeitslos gewordener Chauffeur, sie, Büroangestellte und mit ihm verlobt, wollen sich eigentlich amüsieren, aber Streitigkeiten werfen sie immer wieder auseinander. Der Abend lässt sie sich stetig wiederbegegnen, aber trotzdem immer genauer verfehlen, bis sie sich am Ende gar nicht mehr finden können. Beide versuchen es mit neuen Liebschaften und diversen Amüsements, aber ohne rechtes Glück.

 

Ödön von Horváth nennt sein Stück «eine Ballade von stiller Trauer, gemildert durch Humor, das heisst durch die alltägliche Erkenntnis: Sterben müssen wir alle!». Mit «Kasimir und Karoline» schrieb er 1932 das Stück der Stunde, und diese Stunde schlägt aktuell wieder. Er selbst meinte über sein Schreiben: «Man wirft mir vor, ich sei zu derb, ekelhaft, zu unheimlich, zu zynisch und was es dergleichen noch an soliden, gediegenen Eigenschaften gibt – und man übersieht dabei, dass ich doch kein anderes Bestreben habe, als die Welt zu schildern, wie sie halt leider ist.»

 

TOD AUF DEN CHAMPS ELYSÉES - ÖDÖN VON HORVÁTH

«Ich bin eine typische alt-österreichisch-ungarische Mischung, ungarisch, kroatisch, tschechisch, deutsch, nur mit semitisch kann ich nicht dienen.», sagte der bekannte Schriftsteller über sich selbst. Anfang 1938, Horváth ist 36 Jahre alt und in grossen finanziellen Schwierigkeiten, reist er nach Aufent-halten in Zürich, Berlin und Wien nach Budapest. Über die politische Situation macht er sich keine Illu-sionen: «Gott, was sind das für Zeiten! Die Welt ist voller Unruhe, alles drunter und drüber, und noch weiss man nichts Gewisses! Man müsste ein Nestroy sein, um all das definieren zu können, was einem undefiniert im Wege steht! Die Hauptsache ist: Arbeiten! und nochmals: Arbeiten! und wieder: Arbeiten!» Auf der Rückreise in die Schweiz macht er in Paris Station, um Gespräche mit seinem französischen Über-setzer und mit dem Regisseur Robert Siodmak zu führen. Am Abend des 1. Juni wird Horváth auf den Champs Elysées bei einem heftigen Windstoss vom niederstürzenden Ast einer alten Kastanie am Hinter-kopf getroffen. Er ist auf der Stelle tot. In seiner Rocktasche findet man Notizen für einen neuen Text: «Ob es ein Trauerspiel werden wird oder ein Lustspiel – ich weiss es noch nicht … Soll die Frau sich vergiften oder nicht? Und was mach ich mit dem Mann? Vielleicht wär’s doch besser, wenn sie am Leben bliebe, obwohl ich Realist bin.»

 

Alice Buddeberg gehört zu den spannendsten und vielversprechendsten Regisseurinnen ihrer Generation. An der Theaterakademie in Hamburg ausgebildet, inszeniert sie seitdem regelmässig u.a. am Schauspiel Frankfurt, Schauspielhaus Hamburg sowie am Theater Bremen. 2011 erhielt sie für ihre herausragenden künstlerischen Leistungen den Kurt-Hübner-Preis und ist ab kommender Spielzeit Hausregisseurin am Theater Bonn. Mit Horváths «Kasimir und Karoline» stellt sie sich am Luzerner Theater zusammen mit ihrem dreiköpfigen Produktionsteam, Martina Küster, Sandra Rosenstiel und Stefan Paul Goetsch, erstmalig dem Schweizer Publikum vor.

 

Alice Buddeberg (Inszenierung),

Martina Küster (Kostüme),

Sandra Rosenstiel (Bühne und Masken),

Stefan Paul Goetsch (Musik),

Peter Weiss (Licht),

Ulf Frötzschner (Dramaturgie)

 

BESETZUNG

Christian Baus, Jörg Dathe, Hans-Caspar Gattiker, Wiebke Kayser, Juliane Lang, Bettina Riebesel, Franziska Schubert, Hajo Tuschy, Jürg Wisbach, Samuel Zumbühl PRODUKTIONSTEAM

 

WEITERE VORSTELLUNGEN 3.2. | 14.2. | 22.2. | 28.2. | 10.3. | 11.3. | 17.3.* | 3.4. | 7.4. (zum letzten Mal) *Theatertag, Vorstellung zum Einheitspreis CHF 39.-

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 19 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

"Krabat", Ballett nach einem Buch von Otfried Preußler von Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Das 2013 in Stuttgart uraufgeführte Handlungsballett „Krabat“ nach dem beliebten Roman von Ottfried Preußler, in dem er eine sorbische Sage verarbeitet, hatte jetzt an der Deutschen Oper am Rhein…

Von: Dagmar Kurtz

Rocky Horror Picture Show trifft auf Homer

Heftiges Klopfen an der Tür. Es ist nicht der verstorbene Komtur, sondern ein junges Paar, das Einlass begehrt. In ihrer Inszenierung des „Don Giovanni“ für die Deutschen Oper am Rhein“ nutzt Karoline…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Schein

Täuschungen über Täuschungen, Doppelmoral und Betrug. In der Operette „Die Fledermaus“ macht jeder jedem etwas vor, allein die schwungvolle Musik mit Wiener Walzerseligkeit täuscht darüber hinweg und…

Von: Dagmar Kurtz

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑