Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
„Katze im Sack“ von Georges Feydeau im Landestheater Detmold „Katze im Sack“ von Georges Feydeau im Landestheater Detmold „Katze im Sack“ von...

„Katze im Sack“ von Georges Feydeau im Landestheater Detmold

Premiere: Freitag, 21.01.2022, 19:30 Uhr, Landestheater Detmold

Der Süßstofffabrikant Pacarel hat über die Jahre hinweg ein hübsches Vermögen erwirtschaftet. Nun möchte er sich auch kulturell profilieren. Zu diesem Zweck plant er, die von seiner Tochter Julie umkomponierte Oper „Faust“ von Gounod an der Pariser Oper groß rauszubringen. Damit dies gelingt, muss natürlich ein berühmter Hauptdarsteller her.

 


Glücklicherweise hat Pacarel bereits einen Kandidaten im Auge; den im Süden Frankreichs gefeierten Tenor Dujeton. Als plötzlich ein junger Herr vor Pacarels Tür steht, ist sich dieser sicher: Das muss der junge Opernstar aus Bordeaux sein. Sofort verpflichtet Pacarel den Fremden zu horrenden Konditionen gleich für zehn Jahre. Dabei ahnt er nicht, dass er den komplett unmusikalischen Sohn seines Bekannten Dufausset unter Vertrag genommen hat.

Während der vermeintliche Stimmvirtuose den Damen des Hauses hinter dem Rücken derer Ehemänner die Köpfe verdreht, verfolgt Pacarel unbeirrt seinen grandiosen Plan und organisiert ein Vorsingen an der Pariser Oper.

Die Vaudeville-Komödie „Katze im Sack“ von Georges Feydeau zeigt nicht nur, was passiert, wenn eine fixe Idee auf ein Missverständnis trifft, sondern auch, wie hartnäckig dieses bestehen bleiben kann – solange bloß niemand von der eigenen Sicht der Dinge abweicht!

Der Autor
Georges Feydeau wurde 1862 in Paris geboren. Das Medium Theater begeisterte ihn bereits als Kind und er begann früh, für die Bühne zu schreiben – stets unterstützt und ermutigt durch seinen Vater. Am Gymnasium war Feydeau Mitglied verschiedener Theatergruppen, in denen nicht nur seine Texte aufgeführt wurden – Feydeau betätigte sich da auch als Schauspieler.

Ab 1884 arbeitete er als Journalist bei der Zeitung „Le Rappel“. Zwischenzeitlich war er sogar als Generalsekretär am Théâtre de la Renaissance angestellt, das von einem Freund Feydeaus geleitet wurde. Weil es Mitarbeitenden verboten war, eigene Stücke zur Aufführung zu bringen, gab er diese Stelle bald wieder auf. Seine in dieser Zeit entstandenen Werke, zu denen auch „Katze im Sack“ gehört, stießen auf wenig Begeisterung, weshalb Feydeau mit dem Gedanken spielte, Schauspieler zu werden. 1889 heiratete er Marie-Anne Carolus-Duran, die Tochter eines Malers. Obwohl Feydeaus ab 1892 verfassten Stücke ziemlich erfolgreich waren, befürchtete er, als Autor von Vaudeville-Stücken nicht ernst genommen zu werden. Er versuchte sein soziales Ansehen auch fernab der Tätigkeit als Autor zu steigern. 1894 wurde er Ritter der Ehrenlegion – eine Auszeichnung, um die er sich aus Sehnsucht nach Prestige persönlich bemüht hatte.

Obwohl er als Dramatiker in dieser Zeit sehr erfolgreich war, geriet Feydeau wegen seines ausufernden Lebensstils in finanzielle Bedrängnis. Die finanziellen Schwierigkeiten wirkten sich negativ auf die Ehe zwischen Georges und Marie-Anne aus. 1900 verließ Feydeau seine Frau. Erst 16 Jahre später ließ sich das Paar scheiden. Feydeau starb 1921 an den Folgen von Syphilis. Bekannt bleibt er für seine Komödien, die auf Intrigen und Missverständnissen aufbauen.

(Chat en Poche)
Vaudeville in drei Akten
von Georges Feydeau
Deutsch von Christoph Thein

Inszenierung Jan Steinbach
Bühne und Kostüme Lisa Däßler
Dramaturgie Laura Friedrich

Julie Pacarel Stella Hanheide
Monsieur Duffausset Justus Henke
Amandine Landernau Natascha Mamier
Monsieur Landernau Jürgen Roth
Monsieur Pacarel Gernot Schmidt
Marthe Pacarel Manuela Stüßer
Lanoix de Vaux Emanuel Weber

Vorstellungen: 26.01. / 30.01. / 02.02. / 04.02. / 12.02. / 24.02.2022

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑