Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
MEIN KAMPF, Farce von George Tabori, Theater Ulm MEIN KAMPF, Farce von George Tabori, Theater Ulm MEIN KAMPF, Farce von...

MEIN KAMPF, Farce von George Tabori, Theater Ulm

Premiere am Freitag, den 21. Januar 2022, um 19.30 Uhr, im Podium

Der Theatermacher George Tabori ist für seinen schwarzen Humor bekannt. In seiner Farce »Mein Kampf« beschäftigt er sich auf absurd komische Art und Weise mit dem Bösen schlechthin — Adolf Hitler.

 

Copyright: Theater Ulm

»Man bereut es hinterher, dass man so gut ist«, soll Adolf Hitler in seinen letzten Lebenstagen im Berliner Führerbunker gesagt haben. Bis zu diesen Momenten Ende April 1945 war es ein weiter und nicht immer geradliniger Weg für den sich als sensiblen Künstler verstehenden Schnauzbartträger aus Braunau am Inn. Entscheidende Impulse erhielt der spätere Diktator zwischen 1907 und 1910, als er sich mehrmals für ein Studium an der Wiener Kunstakademie bewarb — für ihn bedauerlich und für die Menschheitsgeschichte fatalerweise ohne Erfolg.

Der Abgewiesene ohne Ausbildung und finanzielle Rücklagen findet Unterkunft in einem Obdachlosenasyl. Hier beginnt George Taboris Farce: Der junge Hitler lernt im Asyl den jüdischen Bibelverkäufer Herzl kennen, der sich mit dem Koch Lobkowitz ein Zimmer teilt. Herzl versucht den zunächst unbeholfen-naiven Möchtegernkünstler mit Ratschlägen zu unterstützen und schlägt ihm vor, sich von der Malerei ab- und der Politik zuzuwenden. Und während Herzl beim Frisieren und Rasieren die äußere Erscheinung des späteren Führers kreiert, erzählt er diesem überdies auch noch von einem Buch, an dem er gerade arbeitet: »Mein Kampf«. Als Herzl merkt, auf welchen Boden sein gut gemeinter Rat fiel, ist Hitler bereits unaufhaltsam unterwegs an die Spitze des Dritten Reichs.

Tabori erzählt mit bitterem Humor seine Version der Vorgeschichte eines verbrecherischen Extremisten — die Wandlung des perspektiv- und machtlosen Unterdrückten zum zielstrebigen Machtergreifer und Unterdrücker — und reflektiert sarkastisch das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.

Inszenierung Jessica Sonia Cremer
Bühne Susanne Harnisch
Kostüme Mona Hapke
Licht Marcus Denk
Licht Gerolf Haaga
Dramaturgie Dr. Christian Katzschmann
Dramaturgie (Mitarbeit) Natalie Broschat
Regieassistenz, Abendspielleitung & Inspizienz Sonja Halter

Mit
Gunther Nickles (Herzl) Stephan Clemens (Lobkowitz) Rudi Grieser (Hitler) Emma Lotta Wegner (Gretchen) Christel Mayr (Frau Tod) Björn Ingmar Böske (Himmlisch)

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑