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Kritikerumfrage 2007: Essen an der Spitze in Nordrhein-Westfalen

Essener Theater führen die Hitliste in NRW an!

 

Traditionell erscheint zum Ende der Theatersaison im Theatermagazin „theater pur" die Kritikerumfrage-NRW. In diesem Jahr wird sie zu einem kleinen Triumph für die Essener Theater.

Das Aalto Musiktheater Essen ist wie schon in den Jahren zuvor auf dem ersten Platz. Erstaunlich ist wohl nur die Eindeutigkeit, mit der die Kollegen sich entschieden haben. Die Bühnen auf Platz zwei, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen und drei, die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf / Duisburg folgen erst in weitem Abstand. Zur besten Opernregie haben die Kollegen Barrie Koskys Inszenierung von „Tristan und Isolde" am Aalto Musiktheater gekürt. Die Aufführung hat mittlerweile Kultstatus in Essen. Dicht gefolgt und am gleichen Haus die Inszenierung von Stefan Herheims „Don Giovanni". Ein Kollege spricht gar vom Aufstieg des Aalto Theater in die europäische Champions-League. Diese Einschätzung der Kritik ist sicher ein Verdienst von Stefan Soltesz, der das Essener Haus seit 10 Jahren mit hohem Qualitätsanspruch führt und der selbst auch wieder zum besten Dirigenten gekürt wurde. Mit großem Abstand vor Antony Hermus aus Hagen, der Platz zwei belegt. Zur besten Sängerin wählten die Kollegen Evelyn Herlizius als Isolde am Aalto.

 

Das Schauspiel Essen, bis vor zwei Jahren nie unter die ersten gekommen, konnte seinen Erfolg aus dem letzten Jahr als bestes Sprechtheater in NRW mit einem eindeutigen Ergebnis untermauern. Anselm Weber und sein Verständnis für Theater waren ein Glücksfall für Essen. Ein Kollege äußerte sich so, dass in Essen der Begriff des Stadttheaters ernst genommen würde, als Theater für die Stadt. Die beste Schauspiel-Inszenierung kommt auch aus Essen und zwar vom jungen Regie-Talent David Bösch. Sein „Liliom" begeisterte auf breiter Front. Aber er hat mit „Das Käthchen von Heilbronn" auch gleich noch eine oftgenannte Inszenierung im Rennen. Auf Platz zwei und drei folgen das Düsseldorfer Schauspielhaus und das Schauspielhaus Bochum. Die Traditionshäuser liegen seit Jahren immer wieder im Spitzenbereich. Aber die Kollegen haben auch High Lights in anderen Häusern gesehen, bis hin zur Freien Szene, die erfreulicherweise auch Erwähnung findet.

 

Im Tanz hat sich das aalto ballett theater, Essen auf den ersten Platz geschoben und das Wuppertaler Tanztheater von Pina Bausch wieder auf den zweiten Platz verwiesen. Auf Platz drei folgt das Ballett der Deutschen Oper am Rhein unter Youri Vämos. Aber gerade der Tanz muss viel differenzierter betrachtet werden. So belegen die Ballette in Dortmund unter seinem Direktor Xin Peng Wang; Hagen unter Ricardo Fernande, Münster (Daniel Goldin), Gelsenkirchen (Bernd Schindowski) , Krefeld-Mönchengladbach (Robert North) und Bielefeld (Georg Zölling) das NRW das Tanzland schlechthin ist. Dies belegen auch immer wieder Nennungen aus den freien Produktionen in der Kölner Tanzszene, im tanzhaus nrw und bei PACT Zollverein.

 

Für Essen dürfte die diesjährige Kritikerumfrage - in allen Sparten auf Platz eins zu Liegen - auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2010 sicher ein Etappensieg sein. Der Verdienst des Erfolges liegt eindeutig in den Händen der Macher in den Theatern.

 

 

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