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Landestheater Linz: Lebenstraum Österreich

Premiere 03.04.2008, Spielstätte: Eisenhand

 

Das Projekt Lebenstraum Österreich macht sich die Linzer Geschichte der Migration zum Thema, will aber gleichzeitig auch nach persönlichen Geschichten einzelner MigrantInnen suchen und diese selbst auf der Bühne zu Wort kommen lassen.

Schlagworte wie „Österreich bleibt inwanderungsland Nr. 1“, das „ius sanguinis“, „Der echte Wiener kommt aus Böhmen oder vom Balkan“ oder das „Fremdenrechtspaket“ liest und hört man heutzutage allerorten. So richtig differenziert mitreden kann kaum einer.

 

Aber die Bosna an der Ecke, die Pizza bei „Franzesco“ auf der Landstraße (komisch – „Franzesco“ sieht aus wie ein Nordafrikaner), das schnelle Mail-Checken im Rosen-Laden bei Familie Shakip und die Linzer Torte, die uns – traditionell österreichisch – Frau Imširovic mit dem lustigen Akzent im Café Traxlmaier serviert, sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

 

Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu Massenmigrationen von Menschen aus den Kronländern der k.u.k.-Monarchie ins heutige Österreich, vor allem in die Reichs- und Residenzstadt Wien. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen erneut ArbeitsmigrantInnen, AsylbewerberInnen und Vertriebene zu Hunderttausenden nach Österreich. Sind diese Menschen bei uns angekommen? Wie selbstverständlich sind sie Teil, prägen sie unsere Gesellschaft? Wie wird das – bewusst oder unbewusst – von den „echten“ Österreichern angenommen?

 

Seit wann ist Frau Imširovic bei uns, warum verkaufen Marokkaner Pizza und beten die Shakips im Hinterzimmer, wenn aus ihrem Ghettoblaster ungewohnte Klänge ertönen?

 

Inszenierung Dorothea Schroeder

Bühne und Kostüme Bianca Fladerer

Musik Sefa Yetkin

Musikalische Beratung Nebojša Krulanović

Regieassistenz Uwe Lohr

Dramaturgie Elke Richly, Wolfgang Stahl

Dramaturgieassistenz Almut Solzbacher

Inspizienz Gabriela Korntner

 

Mit

Julia Ribbeck, Wanda Worch, Thomas Bammer; Khatuna Barbakadze, Jagaa Davaa, Ruslan Akaev, Uche Anselem Njoku, Sefa Yetkin

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