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"Lebensräume zurück erobern" - die Münchner Kammerspiele und die nächste Spielzeit

Intendant Frank Baumbauer zu seinem Programm:

"Alles verändert sich. Unser Land befindet sich im Umbruch, die globalisierte Welt mit ihren alten und neuen Konflikten ebenso. Das kann Energien frei- und jeden Einzelnen in Bewegung setzen. Doch vorherrschend verstecken wir uns hinter unserer Unzufriedenheit, dem postulierten Veränderungswillen steht Wandlungsunfähigkeit entgegen. Angststarre und Optimismus blockieren sich: "Du bist Deutschland" klingt wie das Pfeifen im Wald.

 

Angst geht um in unserer Gesellschaft, die zu den wohlhabendsten dieser Welt gehört. Die Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg hat längst auch die bürgerliche Mitte erreicht. Gleichzeitig haben sich die Gräben zwischen Arm und Reich, Jung und Alt, Singles und Familien, Einheimischen und Ausländern vertieft. Der Entsolidarisierungsprozess nimmt weiter Fahrt auf.

Aber es regen sich Gegenbewegungen, die jenseits von großen Ideologien und mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber jeder Art von Patentlösung versuchen, sich den zentralen Konflikten der höchst komplexen Gegenwart zu stellen.

Es gilt, die Position des Zuschauens zu verlassen. Es gilt, in einer durchkapitalisierten Welt Lebensräume zurück zu erobern, in denen andere Gesetze als monetäre gelten. Fürchtet Euch nicht, neue Formen des Widerstands zu erfinden oder alte, längst vergessene wieder auszugraben.

Fürchtet Euch nicht, denn Angst ist lähmend. Hysterie gebiert falsche Antworten. Interessant ist die Frage, wo berechtigte Angst in Paranoia umschlägt. Und wie diffuse Ängste - die Angst vor abwandernden Arbeitsplätzen, die Angst vor Fremden, die Angst vor Terror - bewusst geschürt und politisch instrumentalisiert werden, um scheinbar legitimiert Maßnahmen zu ergreifen, die unser gesellschaftliches Zusammenleben in seinen Grundfreiheiten verändern.

Fürchtet Euch nicht! Und vor allem: Fürchtet Euch nicht vor der eigenen Angst. FÜRCHET EUCH NICHT ist das Gebot der Stunde."

 

Hier die Übersicht über die kommende Spielzeit:

 

Premieren & Projekte im Schauspielhaus

 

Schauspielhaus

Trauer muß Elektra tragen

von: Eugene O`Neill

Regie: Stefan Pucher

 

Bühne: Barbara Ehnes

Kostüme: Annabelle Witt

Video: Chris Kondek

Musik: Marcel Blatti

Dramaturgie: Matthias Günther

 

Premiere im September 2006 im Schauspielhaus

 

Eugene O'Neills Trilogie "Trauer muss Elektra tragen" ist eine moderne amerikanische Variante der Orestie des Aischylos. Im Zentrum steht die Familie des erfolgreichen Industriellen und Politikers Ezra Mannon, der im ersten Teil der Trilogie als General aus dem Krieg zurückerwartet wird. Ezra verkörpert die demokratischen Ideale der amerikanischen Gesellschaft, die Einheit von Macht und Volk, die Gewissheit, auf der richtigen Seite zu stehen. Ihm weniger zur Seite als eher bereit zum Seitensprung steht seine glamouröse Ehefrau Christine, die Ezra mit dem zwielichtigen Adam Brant betrügt. Gemeinsam planen sie den Mord Ezra Mannons. Im zweiten Teil rächt Lavinia, die misstrauische Tochter der Mannons, den Tod des Vaters gemeinsam mit ihrem Bruder Orin, der als vermeintlicher Kriegsheld nach Hause zurückgekehrt ist. Er präsentiert sich zunächst als ein schwacher, mutterfixierter Durchschnittsmensch, ehe sich seine Mutterliebe in Hass verkehrt. Im dritten Teil glauben die Geschwi ster nac h einer einjährigen Odys see, sich aus den Zwängen der verhängnisvollen Familiengeschichte befreit zu haben. Ein Trugschluss, es dominiert die Paranoia.

O`Neill verknüpft in "Trauer muss Elektra tragen" Elemente der antiken Tragödie mit Stilmitteln der soap-opera, des Thrillers und einem an Sigmund Freud geschulten Modell der therapiebedürftigen Familie zu einem Schnittbogen dramatischer, neurotischer Kolportage.

 

Stefan Pucher 1965 in Gießen geboren, studierte Theaterwissenschaften und Amerikanistik in Frankfurt/Main. Ab Mitte der 90er Jahre erforschte er zunächst in verschiedenen Performance-Projekten das Zusammenspiel von Videokunst, Musiksamples und Sprechtexten, ehe er 1999 am Theater Basel mit Tschechows "Der Kirschgarten" erstmals einen klassischen Theatertext inszenierte. Stefan Pucher war von 2000 bis 2004 Hausregisseur am Schauspielhaus Zürich, wo er 2004 "Die Orestie" von Aischylos inszenierte. Drei seiner Zürcher Inszenierungen und sein Hamburger "Othello" wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Er arbeitet zum ersten Mal mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele.

 

 

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Schauspielhaus

Schatten

von: Jon Fosse

Regie: Laurent Chétouane

 

Bühne: Laurent Chétouane/Marie Holzer

Kostüme: Imke Schlegel

Dramaturgie: Björn Bicker

 

Deutschsprachige Erstaufführung im Oktober 2006 im Schauspielhaus

 

Wenn bürgerliche Menschen plötzlich nicht mehr wissen, wo sie sind, dann sind sie entweder tot, oder Jon Fosse hat sie ins Reich der Schatten geschickt. Aber was ist das Reich der Schatten? Ist es der Himmel? Ist es die Hölle? Ist es das immerwährende Dazwischen? In Fosses neuestem Stück kommt das bürgerliche Theater in der skandinavischen Folge Strindbergs und Ibsens ganz zu sich selbst und löst sich gleichzeitig auf, weil es sich selbst den Raum entzieht, den es darstellen will. Die bürgerliche Wohn- und Lebenswelt wird zu einem nicht zu fassenden Schattenreich. Das Personal sind die Archetypen bürgerlichen Lebens, sind wir selbst. VATER, MUTTER, DER MANN, DER FREUND, DAS MÄDCHEN, DIE FRAU. Sie zelebrieren das Familientreffen einer Geistersippe. Niemand hat Orientierung in diesem Schattenreich, aber alle kennen sich, erkennen sich wieder, und vor allem: sie erinnern sich aneinander. An die Beziehungen, die Liebschaften, die Verletzungen, die Trennungen, die Enttäuschungen, die Ängs te, die so ein Leben jen seits von Orientierung durch Moral, Religion oder Politik mit sich bringt. Kunstvoll lässt Fosse seine Figuren, Schatten gleich, in stetig wechselnden Konstellationen aufeinandertreffen, miteinander verschwimmen. Sein Stück ist eine Séance, eine Recherche im Archiv bürgerlicher Empfindung. Lüge und Wahrheit, Vergessen und Erinnern, Freiheit und Abhängigkeit, all die Zutaten unseres Gefühlshaushalts werden in der minimalistischen Poesie des norwegischen Autors zu einem packenden Ritual unserer Normalität. Fosse ist ein Meister der Sprachkomposition.

Seine Dialoge sind Musik. So ist es nur konsequent, den jungen französischen Regisseur Laurent Chétouane, der sich durch seine Forschungen in den Sprach- und Körperwelten klassischer wie moderner Texte einen unverwechselbaren Namen gemacht hat, mit Jon Fosses Text zusammenzubringen. Laurent Chétouane hat an den Kammerspielen u.a. Lothar Trolles "Hermes in der Stadt" und Goethes "Iphigenie auf Tauris" inszeniert.

 

Jon Fosse 1959 in der norwegischen Küstenstadt Haugesund geboren, lebt seit Mitte der neunziger Jahre als freier Schriftsteller. Er ist Autor zahlreicher Theaterstücke. Sein Roman "Melancholia" hat ihm große internationale Anerkennung eingebracht. Fosse ist nach Ibsen der wichtigste und erfolgreichste Dramatiker Norwegens. An den Münchner Kammerspielen waren bisher seine Stücke "Traum im Herbst", "Da kommt noch wer" und "Winter" zu sehen.

 

 

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Schauspielhaus

Drei Schwestern

von: Anton Tschechow

Regie: Andreas Kriegenburg

 

Bühne: Andreas Kriegenburg

Kostüme: Andrea Schraad

Dramaturgie: Marion Tiedtke

 

Premiere im November 2006 im Schauspielhaus

 

"Nach Moskau! Nach Moskau!", dieser Ruf der drei Schwestern hat alle großen Bühnen erobert, beschreibt er doch die Sehnsucht nach einem besseren Leben, in dem sich Glück, Freiheit und Fortschritt utopisch verknüpfen. Das Dasein in der Provinz ist für die Schwestern dagegen von Leere und Langeweile bestimmt, noch dazu in einer spießbürgerlichen selbstgenügsamen Umgebung. Der Bruder bleibt ihre letzte Hoffnung, denn er könnte Professor in Moskau werden. Andrej aber verliebt sich in die hiesige Natalja, die einzige, die sich ihr Glück zu sichern weiß. Sie macht mit Andrej ein gute Partie, bekommt zwei Kinder, übernimmt mehr und mehr das Regiment im Haus und leistet sich sogar einen Liebhaber - während Andrejs Leben in Banalität und Apathie erstickt. Den Schwestern bleiben als unterhaltsame Abwechslung nur die Begegnungen mit dem Offizierskorps. Aber alle Beziehungen, die sich hier andeuten, zerschlagen sich.

Nach der Lektüre des Stückes als Auftragswerk für das Moskauer Künstlertheater im Jahre 1900 waren die Schauspieler enttäuscht, denn ihnen fehlte jede Entwicklung der Figuren und eine spannende Geschichte. Tatsächlich hatte Tschechow ein Tableau des Scheiterns aus der Sicht einer gebildeten Gesellschaft beschrieben, die nicht handelt, sondern in ihren melancholischen Träumereien von einer besseren Welt verharrt. So wird jedes Schicksal Zeugnis einer Tragödie der falschen Illusionen. Die Ansprüche der Schwestern leiten sich ab aus den Idealen einer untergehenden Moderne, die an der Realität nur scheitern kann. Wie aber lässt sich heute dieses Stück noch erzählen, wo Arbeit, Liebe und Fortschritt als Garanten des Glücks längst der Garaus gemacht wurde, und wir vor der Frage stehen, woraus der Sinn des Lebens noch zu beziehen sei?

 

Andreas Kriegenburg 1963 in Magdeburg geboren, ist Oberspielleiter am Thalia Theater in Hamburg. Er hat an den Münchner Kammerspielen "Orestie" (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2003) und zuletzt "Die Nibelungen" (Theatertreffen 2005) inszeniert, für die er den begehrten Nestroy-Preis als beste deutsche Inszenierung des Jahres 2005 erhielt. Andreas Kriegenburg beschäftigt sich zum ersten Mal mit dem Dramatiker Anton Tschechow.

 

 

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Schauspielhaus

Glaube Liebe Hoffnung

von: Ödön von Horváth

Regie: Stephan Kimmig

 

Bühne: Martin Zehetgruber

Kostüme: Heide Kastler

Dramaturgie: Julia Lochte

 

Premiere im Dezember 2006 im Schauspielhaus

 

"Glaube Liebe Hoffnung" ist ein lakonischer Totentanz: die Geschichte einer Mittellosen im Märchen, das man Kapitalismus nennt. Der Glaube an einen gnädigen Gott bleibt eine Leerstelle, die Liebe ist auch keine Himmelsmacht, sondern eine durchkalkulierte Sache, und die Hoffnung auf Veränderung und bessere Zeiten erweist sich als pure Illusion.

Was ist der Wert des Menschen, wenn er weder Geld hat noch gültige Papiere?

Aus Not will Elisabeth ihren Körper für einhundertfünfzig Mark an ein Anatomisches Institut verkaufen, um mit dem Erlös einen Wandergewerbeschein bezahlen zu können. Ein Oberpräparator klärt sie darüber auf, dass die Anatomie keine "lebendigen Toten" kauft, ein Präparator leiht ihr die benötigte Summe. Er bringt sie ins Gefängnis, als er erfährt, dass sie das geliehene Geld für die Bezahlung einer Geldstrafe verwendet hat, die ihr für ein illegales Beschäftigungsverhältnis ohne Gewerbeschein auferlegt worden war. Nach ihrer Entlassung lernt sie den Schupo Alfons Klostermeier kennen. Er macht sie zu seiner Braut. Doch als er bei einer Razzia erfährt, dass sie vorbestraft ist, verlässt er sie, um seine Karriere nicht zu gefährden. In ihrer Verzweiflung geht Elisabeth ins Wasser.

In "Glaube Liebe Hoffnung", das Horváth Anfang der dreißiger Jahre unter Mitarbeit des Münchner Gerichtsreporters Lukas Kristl nach einem authentischen Fall schrieb, heißt es: "Das sind lauter kleine Paragraphen, aber du bleibst hängen - Du weißt eigentlich gar nicht, was los war und schon ist es aus."

Da geht eine junge Frau am bornierten Egoismus der sie umgebenden Menschen zugrunde, an einem wohlgeordneten reglementierten Staatswesen, an einer Arbeitswelt, die für so viele, seien sie auch besten Willens, verschlossen bleibt. Bis sich die "Überflüssigen", im alltäglichen Extremfall letztlich selbst entsorgen.

 

Stephan Kimmig ist Regisseur am Thalia Theater Hamburg und inszeniert u.a. am Wiener Burgtheater. An den Münchner Kammerspielen brachte er "The New Electric Ballroom" von Enda Walsh zur Uraufführung und war zuletzt mit seiner Hamburger Inszenierung "Der Bus" von Lukas Bärfuss zu Gast.

 

 

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Schauspielhaus

Denn alle Lust will Ewigkeit

Ein Liederabend von Franz Wittenbrink

Regie: Franz Wittenbrink

 

Musikalische Leitung, Regie Franz Wittenbrink

Mitarbeit Regie Barbara Bürk

Bühne Jörg Kiefel

Kostüme Robby Duiveman

Dramaturgie Robert Koall

 

Premiere im Januar 2007 im Schauspielhaus

Übernahme von den Salzburger Festspielen und dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg

 

Ein paar Frauen, in der Blüte ihrer Jugend, sind einer merkwürdigen Lust verfallen: Mit Liedern von Pergolesi bis Meredith Monk von Schubert und Mozart bis zu Kate Bush und den Beatles feiern sie den Tod als ein skuril-sinnenfrohes Fest, träumen vom Vergehen und spielen mit dem Verlust der Lebensgeister. Mit diesem Liederabend haben Franz Wittenbrink und sein Ensemble bereits 1999 bei den Salzburger Festspielen und danach am Hamburger Schauspielhaus große Erfolge gefeiert. Nach "Die Welt wird schöner mit jedem Tag", "Metamorphosen", "Kein schöner Land" und "Männer" zeigen wir die fünfte Arbeit des Musikers, Komponisten und Regisseurs Franz Wittenbrink .

 

 

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Schauspielhaus

Die Probe

von: Lukas Bärfuss

Regie: Lars-Ole Walburg

 

Bühne: Robert Schweer

Dramaturgie: Björn Bicker

 

Uraufführung im Februar 2007 im Schauspielhaus

 

Was die täglichen Talkshow-Bühnen längst erobert hat, stellt in Wahrheit die bürgerliche Familie und ihr Gefüge gehörig auf die Probe. Eine Frau kriegt ein Kind und der dazugehörige Mann zweifelt seine Vaterschaft an. Ist man nicht selbst betroffen, dann bietet diese Konstellation einigen komischen Stoff und genügend Anlass zu wildesten Spekulationen. Im neuesten Stück des Schweizer Autors Lukas Bärfuss geht es genau um diesen Fall: Ein junger Mann wird vom Zweifel befallen, und weil er weiß, dass es heutzutage kein Problem mehr ist, sich mittels eines DNA-Tests von allen Zweifeln zu befreien, entnimmt er eines Abends seinem schlafenden Kind eine Speichelprobe, streicht sich darauf Schleim von der eigenen Zunge, schickt alles an jenes Institut und wartet zwei endlose Wochen auf das Resultat. Ein unpersönlicher Brief teilt ihm schließlich mit, dass er nicht der Vater sei, oder anders gesagt, die beiden Träger der Proben seien nicht miteinander verwandt. Hier setzt das Stück ein. Was B ärfuss verhandelt, ist n ichts Geringeres als die Frage nach dem Bestand der familiären Bindungen in Zeiten maximaler Transparenz. Welche Rolle spielt die soziale Elternschaft überhaupt noch, wenn die Biologie zum Prüfstein für Treue, Ehrlichkeit und Bindung geworden ist? Die Umwertung der Werte setzt ein, gerade als der Mensch des 21. Jahrhunderts glaubt erkannt zu haben, dass soziale Einflüsse bestimmender seien als biologische Faktoren. Das Kuckuckskind wird bei Bärfuss zum komischen Spiegel unserer Moral und unserer Vorstellung von Erziehung, Familie und Vererbung. Wir haben die Probe geschaffen, und die biologische Wahrheit, die sie herstellt, wird die soziale Wirklichkeit verändern.

 

Lukas Bärfuss 1970 in der Schweiz geboren, lebt als Autor in Zürich. Mit seinem Auftragswerk "Die Probe" wird zum ersten Mal ein Stück von ihm an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. In der Spielzeit 2001/2002 war sein Stück "Die Reise von Klaus und Edith durch den Schacht zum Mittelpunkt der Erde" in der Jutierhalle zu sehen. 2004 wurde er zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt, im Jahr darauf zum Dramatiker des Jahres für sein Stück "Der Bus", das in den Münchner Kammerspielen als Gastspiel zu sehen war.

 

Lars-Ole Walburg war bis Sommer 2006 Schauspieldirektor am Theater Basel. An den Münchner Kammerspielen hat er u.a. "Dantons Tod", "Antigone", "Hamlet" und "Der Kirschgarten" inszeniert.

 

 

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Schauspielhaus

Prinz Friedrich von Homburg

von: Heinrich von Kleist

Regie: Johan Simons

 

Bühne: Jan Versweyveld

Kostüme: Nadine Grellinger

Musik: Markus Hinterhäuser

Dramaturgie: Marion Tiedtke/Paul Slangen

 

Premiere im März 2007 im Schauspielhaus

 

Einer, der sich die Welt träumt, so wie sie sein soll, und dessen Welt so wird, wie er sie erträumt hat: Mit seinem "Prinz von Homburg" kreierte Heinrich von Kleist kurz vor seinem Selbstmord in der Dichtung die Harmonie von Welt und Ich, in der Liebe, Ruhm und Gerechtigkeit eins werden. Als er 1811 sein letztes Drama vollendete, war dies auch sein letzter Versuch, öffentliche Anerkennung als Dichter zu finden. Doch sein Prinz ist alles andere als das, was Preußen unter dem Vorbild eines deutschen Helden versteht. Traumwandlerisch flechtet dieser unter einer Eiche einen Siegeskranz, spricht halb schlafend, halb wachend den Kurfürsten als Vater an und dessen Tochter als Braut. Im Taumel dieses erträumten Glücks gewinnt er am nächsten Tag siegessicher eine Schlacht, aber nur, weil er sich dem Befehl des Kurfürsten widersetzt hat. Ihm droht die Todesstrafe. Im Angesicht des eigenen Grabes bittet er um Gnade, und es ist wiederum der Kurfürst, der dem Prinzen die Entscheidung über lässt, s ich selbst zu richten. A ls der Prinz die Strafe des Kriegsgerichtes auf sich nehmen will, wird er begnadigt und erhält den erträumten Lohn. Ein solcher Held, der sich dem Befehl verweigert, sich in eine andere Welt träumt und Todesängste durchlebt, wurde auf den deutschen Bühnen mit einem Aufführungsverbot belegt: Friedrich Wilhelm III. befahl 1828, dass das Stück "niemals wieder gegeben werden soll". Für uns ist Homburg heute ein Träumer, dessen Ideale uns anmuten wie die schale Erinnerung an Werte, die wir längst hinter uns gelassen haben. Johan Simons wird sich zum ersten Mal mit dem deutschen Dichter auseinandersetzen und die Kraft des Träumers Homburg wie eine Stimme aus einer anderen Zeit für unsere Gegenwart ausloten.

 

Johan Simons leitet das NTGent und arbeitet seit der Spielzeit 2003/2004 kontinuierlich an den Münchner Kammerspielen, wo zur Zeit seine Inszenierungen "Die zehn Gebote", "Elementarteilchen" (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2005) und "Robinson Cruso, die Frau und der Neger" zu sehen sind.

 

 

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Schauspielhaus

Ulrike Maria Stuart

von: Elfriede Jelinek

Regie: Jossi Wieler

 

Bühne: Jens Kilian

Kostüme: Anja Rabes

Musik: Wolfgang Siuda

Dramaturgie: Tilman Raabke

 

Premiere im März 2007 im Schauspielhaus

 

Nach "Wolken.Heim" und "In den Alpen" steht nun das neue Stück der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek auf dem Spielplan der Münchner Kammerspiele. Es geht in diesem "Königinnendrama" um den Konkurrenzkampf zweier Frauen, der zwei Geschichten und zwei geschichtliche Zeiten miteinander verbindet und verwebt: Einerseits den verbitterten Streit zwischen der schottischen Maria Stuart und der englischen, rigiden Königin Elisabeth, wie ihn schon der idealistische Schiller in seinem Drama "Maria Stuart" geschildert hat. Andererseits das erbitterte Ringen von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin, die ebenso radikal um eine "Generallinie" kämpfen.

In beiden Fällen geht es um das Innerste und um das Äußerste der Wahrheit. Es geht um den politischen Glauben. Es geht aber auch um "ihn". Die englische Elisabeth war ja nicht unempfänglich für die Reize von Andreas Baader, eifersüchtig auf die schottische Hure Ulrike Maria, die keine Hure war. Oder doch? Noch im Stammheim-Tower hören die gegenseitigen Klagen und Vorwürfe dieser Toten, dieser Un-Toten nicht auf. Nach dem Schafott scheint der Kampf für die Revolution erloschen. Was schläft seitdem in unserer Gesellschaft? Schläft es wirklich? Der Kampf geht weiter. Das Unerlöste ist und bleibt unsere eigentliche Geschichte.

 

 

 

Jossi Wieler der durch seine ungewöhnlichen Inszenierungen der Jelinekschen Textflächen als Spezialist für diese Autorin gelten kann, wird mit seiner Inszenierung die Arbeit an den Münchner Kammerspielen fortsetzen.

 

Elfriede Jelinek 1946 in der Steiermark geboren, gehört zu den wichtigsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie debütierte 1970 mit ihrem Roman "Wir sind Lockvogel, Baby", 1979 schrieb sie ihr erstes Theaterstück "Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte". Seither hat sie sowohl in der Dramatik als auch mit ihren Romanen neue Maßstäbe gesetzt. 2004 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.

 

 

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Schauspielhaus

Die Familie Schroffenstein

von: Heinrich von Kleist

Regie: Roger Vontobel

 

Dramaturgie: Björn Bicker

 

Premiere im April 2007 im Schauspielhaus

 

Wir müssen uns den jungen Dichter als einen verzweifelten Menschen vorstellen. Gebeutelt von der Lektüre erkenntniskritischer Behauptungen eines Königsberger Philosophen namens Kant, wendet Kleist sich dem Theater zu und schreibt sein erstes Stück, in mehreren Fassungen, bis sie am Ende bereitsteht zur Selbstauslöschung: Die Familie Schroffenstein. Seinen Anfang nimmt alles in einem Erbvertrag. Stirbt das Haus Warwand zuerst aus, dann übernimmt das Haus Rossitz den gesamten Besitz, umgekehrt gilt dasselbe. Das schafft Misstrauen. So ist es nicht verwunderlich, dass Graf Sylvester aus dem Hause Warwand beschuldigt wird, den jüngsten Sohn des Grafen Rupert getötet zu haben. Alles beginnt mit einem Racheschwur. Ottokar, der Sohn des letzteren, liebt jedoch die Tochter des ersteren, nur weiß er im Moment des Schwurs noch nichts von der wahren Herkunft seiner Agnes. So treibt Kleist die Romeo und Julia Geschichte zwischen den beiden Abkömmlingen der Grafenhäuser in ein Inferno, an dessen Ende die Leichen der Lie benden nur das Schlussbild einer heillosen Verkettung des Nicht-Erkennens abgeben. Der Tod des Kindes, der Ausgangspunkt für Rache und Tod, so stellt sich am Ende heraus, war kein Mord. Der Junge ist beim Spielen in einem Bach ertrunken.

Das Stück formuliert in höchst dramatischer Weise die Verzweiflung und den Mangel an einer Welt, die sich jeder objektiven, nach Wahrheit strebenden Erkenntnis entzieht. Damit ist Kleist unser Zeitgenosse. In einer Zeit, in der alle nach Authentizität, nach Echtheit, nach Wahrheit gieren, in einer Zeit, in der sich das Gefühl der Gewissheit aber nicht einstellen will, weil es eben keine Wahrheit gibt, auf die man sich verlassen könnte, stellt sich die Frage nach der eigenen Wirklichkeit neu. Warum schaffen wir uns Kriege? Ist es wirklich die Liebe, in der sich der Bürger selbst erkennt? Auf welcher Ebene des Fakes befinden wir uns gerade? Ist wirklich alles nur kopiert und ausgeliehen?

 

Roger Vontobel wurde 1978 in der Schweiz geboren, hat in den USA und Südafrika gelebt, bevor er in Hamburg Schauspielregie studierte. Er arbeitet u.a. am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Schauspiel Essen. An den Münchner Kammerspielen hat er sich im Rahmen unserer Dramatiker- und Themenwochenenden als Regisseur vorgestellt, zuletzt inszenierte er "Monsun" von Anja Hilling im Werkraum.

 

 

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Schauspielhaus

Die Ehe der Maria Braun

von: Rainer Werner Fassbinder

Regie: Thomas Ostermeier

 

Dramaturgie: Julia Lochte

 

Premiere im Mai 2007 im Schauspielhaus

 

"Die Ehe der Maria Braun! ist der 38. Film im kurzen Leben von Rainer Werner Fassbinder und zugleich der erste Teil der BRD-Trilogie, die in "Lola" und "Die Sehnsucht der Veronika Voss" ihre Fortsetzung fand. Für Fassbinder ist "Die Ehe der Maria Braun" "die Liebesgeschichte zweier Menschen, die so lange dauert, weil sie nicht verwirklicht wird" und zugleich "ein komplizierterer Film, als die Geschichte zuerst einmal vermuten lässt".

In einem Standesamt, das gerade von einer Bombe getroffen wird, heiraten während des Zweiten Weltkriegs Hermann und Maria Braun. Zwei Tage später muss Hermann wieder einrücken und kehrt auch nach Kriegsende nicht zurück. Maria wartet, schlägt sich durch, erhält die Nachricht, er sei tot. Sie lernt, wie man auf dem Schwarzmarkt tauscht und erprobt die Liebe als eine Art Tauschgeschäft. Sie lernt Männersachen, verlernt darüber nie, die Waffen der Frauen zu gebrauchen. Sie arbeitet in einer Bar, beginnt ein Verhältnis mit einem schwarzen GI. Eines Abends, sie will gerade mit ihm ins Bett gehen, steht Hermann in der Tür. Sie erschlägt den Liebhaber. Vor Gericht nimmt ihr Ehemann alle Schuld auf sich und wandert für sie ins Gefängnis. Maria klinkt sich statt seiner ein in das allgemeine Streben nach neuem Wohlstand. Für eine gemeinsame Zukunft am Tag X, dem Tag seiner zweiten Rückkehr. Sie lernt die ökonomischen Grundgesetze der BRD-Gründerjahre, furchtlos und als souveräne Herrin einer e benfalls durchökonomisie rten Gefühlswelt. Ein Irrtum, für den sie am Ende einen hohen Preis bezahlt.

"In einer Gesellschaft, in der die Fragen des privaten Glücks pathetischen Beschwörungen gemeinsamer Anstrengungen voll untergeordnet sind, wie dies in den späten 40er Jahren und frühen 50ern so üblich gewesen ist, ist Maria eine Piratin des Individuellen, eine Anarchistin der Liebe." So hieß es im Pressetext, als der Film 1978 in die Kinos kam. Seither sind beinahe dreißig Jahre vergangen, die alte BRD gibt es nicht mehr und die Zeit, von der Fassbinder in diesem Film erzählt, ist mehr als ein halbes Jahrhundert her. Und doch manifestieren sich in "Die Ehe der Maria Braun" gesellschaftliche Grundkonstellationen und Rollenbilder, von denen auch heute weit mehr als nur Spurenelemente zu finden sind.

 

Thomas Ostermeier, 1966 in Landshut geboren, ist Künstlerischer Leiter der Berliner Schaubühne und inszenierte an den Münchner Kammerspielen "Der starke Stamm" und "Vor Sonnenaufgang". Als Gastspiel waren seine Ibsen-Inszenierungen "Nora" (Berliner Theatertreffen 2003) und "Hedda Gabler" (Berliner Theatertreffen 2006) zu sehen.

 

 

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Schauspielhaus

Brandherde 3: Fürchtet Euch nicht!

 

Ein Themenwochenende

Im März 2007 auf allen Bühnen der Münchner Kammerspiele

 

Zum dritten Mal laden die Münchner Kammerspiele zu einem Wochenende der theatralen Intervention mit Eigenproduktionen, Gastspielen, Installationen und Performances, Schulungen und Diskursen ein. Nach "Glaubenskriege" und "Du sollst nicht sparen" ist "Fürchtet Euch nicht!" das Gebot der Stunde. Zum dritten Mal stellen wir durch den Bezug auf einen religiösen Kontext unsere gesellschaftliche Gegenwart infrage. Das Spielzeitmotto wird zum Anlass, einen sozial-politischen Raum zu eröffnen: Inwiefern werden wir durch Angst in Schach gehalten? Wie wird die Angst vor Arbeitslosigkeit, die Angst vor dem Fremden, die Angst vor Terror politisch instrumentalisiert, um unsere Gesellschaft in ihren humanen Grundfesten nach und nach zu erschüttern? Welche Widerstandsformen können wir in der lähmenden Gegenwart entwickeln, welche vergessenen wieder gewinnen, um endlich handlungsfähiger zu werden? Wie können wir zu mehr Solidarität beitragen, wo sich neoliberales Einzelkämpfertum breit gemac ht hat?

Wir laden Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller und Aktivsten ein, an den Münchner Kammerspielen Widerstand im Denken und Handeln zu üben: Fürchtet Euch nicht vor der Furcht!

 

 

 

Premieren & Projekte im Werkraum

 

 

Werkraum

Werkraum

 

Im Werkraum stellen wir auch in der nächsten Spielzeit neue Dramatik vor. Es sind einerseits aktuelle Stücke von etablierten Autoren wie Dea Loher und Enda Walsh, die den Kammerspielen bereits durch kontinuierliche Arbeitsbeziehungen verbunden sind und andererseits junge Nachwuchsautoren. Deren Texte haben wir in der Autorenwerkstatt durch ein junges Regieteam mit einer dreiwöchigen Probenzeit erarbeitet. Aus diesem Format hat sich für die Kammerspiele eine enge Autorenverbindung mit Anja Hilling entwickelt, die wir nach zwei Arbeiten nun mit einer neuen Uraufführung fortsetzen. Jetzt werden wir die Autorenwerkstatt in variierter Form weiterführen: neben drei Produktionen der jungen RegisseurInnen Felicitas Brucker, Patrick Wengenroth und Barbara Weber stellen wir zwei Mal brandneue Texte junger Dramatiker vor: als lange Nacht der Lesungen mit special guests und vielen Gesprächen mit Autoren und Regisseuren.

 

 

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Werkraum

Das vierte Wochenende der jungen Dramatiker

 

Im September 2006 auf allen Spielstätten der Kammerspiele

 

Das Wochenende erlebt seinen Auftakt mit der Uraufführung von Anja Hillings "ENGEL" und setzt sich fort in einer langen Nacht der Texttaufe: Die Kammerspiele verwandeln sich auf allen Spielstätten und Fluren in ein Experimentierfeld für junge Autoren. In szenischen Lesungen und Kurzinszenierungen werden ihre Stücke entdeckt, erkundet und skizziert - eingebettet in Diskurs und fröhliches Feiern der zeitgenössischen Dramatik.

 

 

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Werkraum

Engel

von: Anja Hilling

Regie: Felicitas Brucker

 

Bühne: Frauke Löffel

Kostüme: Sara Schwartz

Dramaturgie: Marion Tiedtke

 

Uraufführung im September 2006 im Werkraum

 

Die 32-jährige Autorin Anja Hilling, die letztes Jahr zur Nachwuchsdramatikerin des Jahres gewählt wurde, hat ihr sechstes Stück geschrieben. Wieder einmal rekonstruiert sie auf poetisch und zugleich lakonische Weise heutige Beziehungs- und Identitätsmuster. Ihre Figuren inszenieren allesamt ihr Leben so, dass niemand mehr weiß, ob es reale oder virtuelle Geschichten sind, die ihre Biografien ausmachen: Axel trifft die Frau seiner perfekten Liebesgeschichte wieder, neunzehn Jahre sind seither vergangen. Eine Frau tritt vor Heikes Tür, die vorgibt ihre Mutter zu sein, dabei ist diese längst an Krebs gestorben. Hardy hat einen Mord beobachtet, aber die ermordete Frau lebt. In all dieser Verwirrnis schneidet sich jeder buchstäblich ins eigene Fleisch: sie tätowieren sich, erschlagen sich und wollen vom anderen verletzt werden, weil die Liebe entschwindet, aber der Schmerz im Körper noch bleibt - als letzter Rest realer Erfahrung.

 

Anja Hilling ist Studentin für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Seit 2003 ist sie mit ihren Stücken nicht nur in der deutschen Theaterlandschaft vertreten, sondern auch mehrfach für ihre Texte ausgezeichnet worden.

 

Felicitas Brucker hat in England Regie studiert und an den Münchner Kammerspielen zunächst als Regieassistentin gearbeitet, bevor sie in der letzten Spielzeit mit "Draussen tobt die Dunkelziffer" ihre erste eigene Inszenierung an den Kammerspielen zeigte. Sie inszeniert auch am Schauspiel Hannover und Theater Freiburg.

 

 

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Werkraum

Die Panik

von: Rafael Spregelburd

Regie: Patrick Wengenroth

 

Dramaturgie: Ruth Feindel

 

Deutschsprachige Erstaufführung im Januar 2007 im Werkraum

 

"Die Panik" ist der fünfte Teil eines siebenteiligen Zyklus über die modernen Äquivalente der klassischen Todsünden und vereint Kriminalstück und schrille Familiensoap, Horroratmosphären und eine Melodramatik, die in ihren verwobenen Beziehungskonstellationen und ihrer emotionalen Überspanntheit an Almodovar-Filme erinnert: Emilio wurde in der Wohnung seiner Geliebten tot aufgefunden. Seine Adoptivmutter und spätere Ehefrau Lourdes macht sich mit ihren Kindern Jessica und Guido auf die Suche nach dem Schlüssel von Emilios Bankschließfach. Ihre verzweifelte Odyssee führt über die Chefin der Bank, das hellseherische Medium Susana Lastri, den Familientherapeuten, zu einer exaltierten Party und schlingert schließlich in die seltsam inhaltslose Choreografie der Tanzchoryphäe Elyse Bernard. Dort tanzt Tochter Jessica mit. In der Choreografie bekommen die Toten plötzlich Präsenz und ergänzen die Handlungen der Lebenden. Spregelburd wirft mit Panik Funken in ein Zwischenreich der Ang st: Die Toten fürchten sich vor dem Moment, in dem sie ihr Tot-Sein erkennen, die Lebenden fürchten sich einfach vor allem.

 

Patrick Wengenroth Jahrgang 1976, der an den Kammerspielen bereits im Rahmen des Projektes "Santo Subito" und des Themenwochenendes "Du sollst nicht sparen" gearbeitet hat, inszeniert erstmals im Werkraum. Er hat "Die Panik" für den Suhrkamp-Verlag aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzt.

 

Rafael Spregelburd 1970 in Buenos Aires geboren, studierte an der Fakultät für Philosophie und Literatur der Universität von Buenos Aires, die er 1996 verließ, um sich ausschließlich dem Theater zuzuwenden. Er begann zunächst als Schauspieler, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seit 1995 inszeniert Rafael Spregelburd zumeist seine eigenen Stücke, für die er vielfach ausgezeichnet wurde.

 

 

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Werkraum

Berliner Geschichte & girl turns into white without number

von: Dea Loher

Regie: Andreas Kriegenburg

 

Bühne: Andreas Kriegenburg

 

Premiere und Uraufführung im März 2007 im Werkraum

 

Die Schauspielerin Wiebke Puls in einem Doppelprojekt von Dea Loher und Andreas Kriegenburg: Der erste Monolog zeigt sie als einen männlichen Großstadtbewohner, der jeden Bezug zur Realität verloren hat. Der Bau- und Straßenlärm hämmert in seinem Kopf, nur sonntags kann die Welt ihm zuhören, ihm, dem letzten Jünger, der bereit ist, die Welt vor der Apokalypse zu retten, obgleich die ihn längst wie einen Ausgestoßenen behandelt. "Berliner Geschichte" ist eine Übernahme vom Schauspielhaus Hamburg.

Dea Lohers neuester Monolog - "Girl turns into white without number" als Auftragswerk für die Münchner Kammerspiele - ist dagegen eine Reflexion über die Möglichkeit von Kunst in unserer heutigen Welt: In K., am Rande der Menschlichkeit, hat eine Malerin Krieg, Gewalt und Armut erlebt, die sich nicht mehr darstellen lassen. Seither weiß sie nicht mehr, was ihr Sujet in der Kunst noch sein könnte: "auf die Erfahrung / darauf kommts an / da gibt es nichts zu verstehen". Zurück bleibt die Frage, inwiefern Kunst überhaupt etwas verändern kann.

 

Dea Loher, 1964 in Traunstein geboren, studierte Germanistik und Philosophie in München und Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste in Berlin. Seit 1990 schreibt sie Theaterstücke, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Im vergangenen Jahr erhielt sie den Else-Lasker-Schüler-Preis für ihr Gesamtwerk. Dea Loher lebt in Buenos Aires und in Berlin.

 

 

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Werkraum

Ein neues Stück

Regie: Barbara Weber

 

Premiere im März 2007 im Werkraum

 

Barbara Weber hat sich an den Münchner Kammerspielen mit der außergewöhnlichen Autorenwerkstattproduktion "Sauerstoff", ein Stück des russischen Autors Iwan Wyrypajew, vorgestellt und bei Bunnyhill mit ihrem Projekt "Whity-Radikalisierungsgeisterbahn" mitgearbeitet. Jetzt wird sie für den Werkraum ein neues Stück inszenieren.

Barbara Weber wurde 1975 in der Schweiz geboren, hat Regie in Hamburg studiert und innerhalb kürzester Zeit sich mit ihrer künstlerischen Arbeit an zahlreichen Theatern durchgesetzt. Vor allem ihre unplugged-Produktionen, die als Koproduktionen mehrerer Theater und Freier Bühnen entstanden sind, avancierten zu Kultveranstaltungen. Sie ist im Sommer 2006 als Regisseurin im Young Directors Project der Salzburger Festspiele vertreten.

 

 

 

Premieren & Projekte im Neuen Haus

 

 

Neues Haus

Neues Haus

 

Das Neue Haus der Münchner Kammerspiele ist der Ort künstlerischer Grenzgänge. Wir haben den Raum geöffnet für das Aufeinandertreffen von Theater, Bildender Kunst, Literatur, Film, Musik und politischer wie sozialer Praxis. Das zentrale Projekt der letzten beiden Spielzeiten BUNNYHILL hat sich eng mit dem Neuen Haus verbunden. Der Theaterraum wurde zu einem Ort, an dem wir uns in besonderer Weise mit der sozialen und politischen Wirklichkeit unserer Stadt auseinander gesetzt haben. Zugleich war er der Ausgangspunkt für zahlreiche künstlerisch-interventive Projekte, die den Kunstraum in die öffentliche Sphäre des Stadtraums erweitert haben. Für die neue Spielzeit haben wir die Bühnenbildnerin Janina Audick eingeladen, einen Raum zu entwerfen, der die drei theatralen Hauptprojekte beheimatet und zugleich den Theaterraum zu einer Art Lebensraum werden lässt.

Gemeinsam mit dem Münchner Blumenbar Verlag werden wir eine temporäre Bar- und Clubzone errichten und das Neue Haus zum lustvollen Laboratorium neuer Denk- und Arbeitsformen machen. Wenn wir unserer Spielzeit den biblischen Anti-Angst Slogan FÜRCHTET EUCH NICHT! voraus schicken, dann heißt das, dass wir Alternativen zum bestehenden Einerlei aus Depression und bürgerlicher Konvention denken wollen.

Zusätzlich zu unseren drei Produktionen möchten wir das Haus von Donnerstag bis Samstag mit philosophischer Aktion, literarischer Subversion und theatralem Terrorismus zu einem Hort echter Anti-Angst-Praxis machen.

 

 

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Neues Haus

Macht und Rebel

von: Matias Faldbakken

Regie: Schorsch Kamerun

 

Bühne: Janina Audick

Dramaturgie: Matthias Günther

 

Uraufführung im November 2006 im Neuen Haus

 

Das kapitalistische System kennt keine Furcht! Ob Anti-Globalisierungs- und No-Logo-Bewegung, ob Porno oder Drogen - alles wird aufgesogen und zu einem Produkt weiter verarbeitet. Subversion wird marktfähig. Radikalität ist chic! Protest wird zum Mainstream. Die einzige Chance ist das Spiel mit gesellschaftlichen Tabus, bis das ganze Gedankengebäude, auf dem die Gesellschaft beruht, zum Einsturz gebracht wird. Genau das führt der norwegische Autor Matias Faldbakken in seinem Pop-Trash Roman "Macht und Rebel" vor. Ein Buch von der Suche nach individueller Freiheit im 21. Jahrhundert. Vom Auseinanderfallen der Gesellschaft. Vom allgegenwärtigen Kampf um Jugend, Zeichen, Logos, Körper, Sex und Ideen im Zeitalter multinationaler Konzerne. Der Musiker und Regisseur Schorsch Kamerun, der mit seiner Band DIE GOLDENEN ZITRONEN seit Punkzeiten stilsicher und selbstironisch Vater Staat, die sozialen Verhältnisse und das eigene linke Pop-Spektrum radikal kritisiert, wird Faldbakkens Rom an bearb eiten und inszenieren un d sich mit dieser Uraufführung das erste Mal in München vorstellen.

 

Matias Faldbakken 1973 geboren, Sohn des bekannten norwegischen Schriftstellers Knut Faldbakken, lebt als bildender Künstler in Oslo. Sein Aufsehen erregender Debütroman THE COCKA HOLA COMPANY erschien 2003 erstmals in deutscher Sprache. Mit "Macht und Rebel" erschien im September 2005 sein zweiter Roman bei Blumenbar. Faldbakken gehört inzwischen zu den bedeutendsten

und meist diskutierten Schriftstellern und Künstlern der Gegenwart in Skandinavien. Er vertritt Norwegen bei der Biennale 2006 in Venedig.

 

 

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Neues Haus

Solidarität ist Selbstmord

von: René Pollesch

Regie: René Pollesch

 

Bühne und Kostüme: Janina Audick

Dramaturgie: Julia Lochte

 

Uraufführung im Februar 2007 im Neues Haus

 

Nachdem das urban-orgiastische Highspeedtheater des Autors und Regisseurs René Pollesch mit "Schändet Eure neoliberalen Biographien" die letzte Spielzeit im Neuen Haus der Kammerspiele eröffnete und somit endlich auch in München Einzug gehalten hat, folgt mit "Solidarität ist Selbstmord" die Fortsetzung. Serien und Soaps sind diesem Berserker des Gegenwartsdiskurses Modell in vielerlei Hinsicht. Theoreme und Probleme des durch und durch globalisierten, paranoiden Großstadtindividuums spielen sämtliche Haupt- und Nebenrollen und wandern von Episode zu Episode.

Text ist im Pollesch-Theater kein Prinzip, das Identitäten herstellen soll, sondern ein Denkvorgang, dem Zuschauer und Schauspieler, beiderseits stets am Rande der Überforderung, vergnüglich beiwohnen.

Das Spiel: Ein verzweifelter Versuch "dran zu bleiben". Eines unter vielem anderen ist klar: Die "Normalarbeitsverhältnisse" in den westlichen Industrienationen stecken in der Krise. Und das hat Folgen. In den Metropolen der Südhalbkugel gehört es längst zur Überlebensstrategie, sich in einem chaotischen Nebeneinander von Faustrecht und Nachbarschaftshilfe, in verschiedenen, mitunter auch prekären Arbeitsverhältnissen, Gesetzesverstößen und einem mafiösen Umfeld immer wieder neu zu orientieren. Die Frage ist: Wie sieht unsere Arbeits- und Lebenswelt in Zukunft aus?

Der Diskurs unserer spätkapitalistischen Warenwelt muss auf die Bühne, in aller Pracht und in allen Lumpen. Und wenn es nicht anders geht, dann eben herausgeschrien und mit rasendem Tempo. Mit aller Magie der Verzweiflung und natürlich ohne jede Rücksicht. Denn Solidarität ist Selbstmord. Fürchtet Euch nicht vor der Endlosschleife.

 

René Pollesch ist vielfach ausgezeichneter Autor und Regisseur (meist in Personalunion), und Künstlerischer Leiter des Praters der Berliner Volksbühne. Außer an seiner Homebase und an den Münchner Kammerspielen sind seine Arbeiten auch in Wien und Hannover, Sao Paulo und Tokio zu sehen.

 

 

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Neues Haus

Parzival in der Stadt

Ein Projekt von Christiane Pohle

Regie: Christiane Pohle

 

Dramaturgie: Matthias Günther

 

Uraufführung im Mai 2007 im Neuen Haus

 

Parzival will Ritter werden. Parzival trainiert in einem Fitness-Studio. Seine Rüstung sind seine Muskeln. Dann begibt er sich in der Stadt auf die Suche nach dem Heiligen Gral. Gibt es den Gral tatsächlich? Existiert er noch? Oder hat er seine Kraft schon lange eingebüßt und steht als Antiquität in einem Schaufenster? Parzival stellt einfache Fragen und Parzival gerät in unerwartete Konflikte in einer Stadt der Widersprüche, in der eine sozio-ökonomische Polarisierung zu beobachten ist, die neue Prozesse und Trends in Gang setzt und Fragen nach dem Woher und Wohin stellt. Die Regisseurin Christiane Pohle folgt den Spuren Parzivals, der sich vom furchtlosen, staunenden Burschen zum Unruhestifter entwickelt.

 

Christiane Pohle geboren 1969, inszeniert am Wiener Burgtheater, der Berliner Volksbühne, dem Schauspielhaus Zürich, dem Thalia Theater Hamburg und regelmäßig an den Münchner Kammerspielen, wo die Arbeiten "Da kommt noch wer", "Fünf Goldringe" und in der letzten Spielzeit das musikalische Projekt "Wir werden siegen! Und das ist erst der Anfang" von PeterLicht und "Die Räuber nach Schiller" entstanden.

 

 

 

Gastspiele im Schauspielhaus

 

 

Schauspielhaus

Das Leben ein Traum

nach Pedro Caldéron de la Barca in der Fassung von Koen Tachelet

Regie: Johan Simons

 

Gastspiel vom NTGent

 

Regie, Bühne: Johan Simons

Komposition, Musikalische Fassung: Peter Vermeersch

Bühne: Luc Goedertier, Freddy Schoonackers

Kostüme: Greta Goiris

Mit Kristof Van Boven, Frank Focketyn, Aus Greidanus Jr., Sanne den Hartogh, Katja Herbers, Servé Hermans, Christoph Homberger (Tenor), Wim Opbrouck, Betty Schuurman, Steven Van Watermeulen und Musikern

 

Schon seine Geburt stand unter einem schlechten Stern. Prophezeit wurde eine Tragödie mit Mord am Vater, dem König Polens. Der Vater verbannte seinen Sohn in einen Turm. Nach Jahren - inzwischen seines Amtes müde - will er nun ergründen, ob sich nicht mit Mut und Klugheit jenes Sternenwort besiegen ließe. Über Nacht wird Siegesmund zum Prinzen über Polens Reich. Man traut ihm zu, dass er den Stern besiegt und den Fluch für immer löst. Doch es kommt anders. Im Rausch der neuen Macht verliert er die Beherrschung. Den Diener kippt er vom Balkon, beleidigt Hof und Leute, spricht von Liebe, handelt aber mit Gewalt und holt wütend gegen den eigenen Vater aus. Das Muster eines Albtraums. Die höfische Gesellschaft kennt kein Pardon. Sie verstößt den verfluchten Sohn ein zweites Mal. Sein Leben als Prinz wird von seinen Wächtern zur Episode verklärt, zum Traumbild.

Johan Simons inszeniert "Das Leben ein Traum", eines der großen Epochenstücke des spanischen Barock, als Metaphysical voller eigenartiger Spiegelungen und surrealer Perspektiven auf Verdrängtes und Ausgegrenztes.

 

Eine Produktion der RuhrTriennale in Koproduktion mit NTGent

 

 

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Schauspielhaus

Schwester von

Ein Monolog von Lot Vekemans

 

Gastspiel vom NTGent

 

Regie: Allan Zipson

Bühne: Manny Dassen

Klangkomposition: Paul Koek

Mit Elsie de Brauw

 

Der Monolog bezieht sich auf die mythologische Figur der Ismene, der Schwester Antigones. Es ist der Monolog einer Frau, die immer im Schatten ihrer weltberühmten Schwester steht, einer Frau, die sich schämt für das, wie und was sie gewesen ist. Tausende Jahre nach ihrem Tod beginnt sie endlich zu reden, irgendwo, wo die Zeit nicht mehr zählt. Elsie de Brauw erhielt für diese Rolle eine niederländische Nominierung als beste weibliche Hauptrolle der Spielzeit 2004/2005. Sie wird in ihrem furiosen Spiel zur Antiheldin: zur Ikone für all die Menschen, die sich in ihren Interessen und Sehnsüchten verlieren, weil sie sich mehr von Emotionen als von großen Ideologien leiten lassen. Sind sie deshalb weniger heldenhaft als diejenigen, die auf die Barrikaden gehen und ohne Todesangst kämpfen?

 

"Schwester von" ist eine Koproduktion von NTGent und Stichting MAM.

 

 

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Schauspielhaus

Die schmutzigen Hände

von: Jean-Paul Sartre

Regie: Andreas Kriegenburg

 

Gastspiel vom Thalia Theater Hamburg

 

Bühne und Kostüme: Ricarda Beilharz

Dramaturgie: Claus Caesar

Mit Paula Dombrowski, Daniel Hoevels, Judith Hofmann, Jörg Koslowsky, Hans Löw, Helmut Mooshammer, Jörg Pose

 

Der junge Hugo ist in die kommunistische Partei des fiktiven Balkanstaates Illyrien eingetreten, um mit seiner ihm verhassten bürgerlichen Herkunft zu brechen. Er will sich beweisen mit einer Tat, die vollen Einsatz verlangt, und bekommt schließlich einen Auftrag. Er soll den Parteifunktionär Hoederer erschießen, der verdächtigt wird, mit dem feindlichen Lager zu kooperieren. Begleitet von seiner Frau Jessica schleust sich Hugo als Privatsekretär in Hoederers Haus ein. Doch Hugo, von Hoederer fasziniert, schiebt den Mord mehr und mehr hinaus. Am Ende tötet er Hoederer doch, als er seine Frau Jessica in dessen Armen findet. Die politische Situation hat sich gedreht. Der Mord war sinnlos. Aber Hugo besteht darauf, dass die Tat politisch motiviert war und nicht aus Eifersucht geschah.

Sartres Drama über den politischen Mord stellt die existentialistische Frage nach der Entscheidungsfreiheit, nach Engagement und Verantwortlichkeit: Ob und wie man sich in gesellschaftliche Prozesse wieder einmischen muss, wie man als Einzelner zwischen persönlicher Einschätzung, ideellem Ziel und realer Lage agiert.

 

 

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Schauspielhaus

Tod eines Handlungsreisenden

von: Arthur Miller

Regie: Luk Perceval

 

Gastspiel der Schaubühne am Lehniner Platz

 

Deutsch von Volker Schlöndorff und Florian Hopf

Bühne: Katrin Brack

Kostüme: Ilse Vandenbussche

Licht: Mark Van Denesse

Dramaturgie: Maja Zade

 

In diesem Klassiker des 20. Jahrhunderts beschreibt Arthur Miller den Untergang von Willy Loman, einem amerikanischen Handlungsreisenden, der nach 36 Jahren aus dem Dienst verabschiedet wird. Nur eine eilig abgeschlossene Lebensversicherung verspricht einen Ausweg aus der existenziellen Krise. In Percevals Inszenierung spielt sich das gesamte Geschehen während der letzten Nacht ab, die Lomans Selbstmord vorausgeht. Es ist der Höhepunkt eines Lebens, in dem er als Reisender von Tür zu Tür den Traum eines besseren und luxuriöseren Lebens verkauft hat. "Tod eines Handlungsreisenden" ist eine Gesellschaftstragödie und die Geschichte eines Identitätsverlusts und Generationenkonflikts, in dem Lomans Söhne als verhängnisvolle Duplikate die Tragödie ihres Vaters zu wiederholen drohen. Ein Kampf zwischen Träumen und Taten, zwischen dem Verlangen, geliebt und respektiert zu werden, und dem Unvermögen, Liebe und Respekt zu geben: eines langen Tages Reise durch die Nacht.

 

 

 

 

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