Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
LETZTE TAGE. EIN VORABEND - Ein Projekt von Christoph Marthaler - Staatsoper im Schiller Theater Berlin LETZTE TAGE. EIN VORABEND - Ein Projekt von Christoph Marthaler - Staatsoper...LETZTE TAGE. EIN...

LETZTE TAGE. EIN VORABEND - Ein Projekt von Christoph Marthaler - Staatsoper im Schiller Theater Berlin

Premiere am Dienstag, den 2. September 2014, 20:00 Uhr. ----

Dieses außergewöhnliche Musik-Theaterprojekt mit Sängern, Schauspielern und Instrumentalisten ist der Musik jüdischer Komponisten aus Tschechien, Österreich und Polen gewidmet, die von den Nazis ermordet wurden oder knapp im Lager oder Exil überlebt haben.

2014 jährt sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Aus diesem Anlass erarbeitete der Regisseur Christoph Marthaler mit Sängern, Schauspielern und Instrumentalisten ein außergewöhnliches Musik-Theaterprojekt, das sich thematisch und politisch mit jener Zeit und ihren Folgen auseinandersetzt und hierbei den damaligen Nationalismus und gegenwärtigen Rassismus in Europa thematisiert. Das Projekt ist der aus Nazideutschland vertriebenen Musik gewidmet, der Musik der Opfer: Einige Kompositionen sind im Konzentrationslager entstanden. Der Musiker Uli Fussenegger vom Klangforum Wien hat diese Werke gesammelt und bearbeitet. Noch vor der offiziellen Spielzeiteröffnungspremiere »Tosca« ist dieser intensive Abend, u.a. mit Werken von Viktor Ullmann, Szymon Laks und Erwin Schulhoff sowie dokumentarischen Texten, die Parlamentssitzungsprotokollen, Politikerreden und der damaligen Tagespresse entnommen sind, in der Staatsoper im Schiller Theater zu erleben.

 

Musikalisch geleitet wird der Abend von Uli Fussenegger vom Klangforum Wien, der die Werke von Erwin Schulhoff, Viktor Ullmann, Szymon Laks, Jósef Koffler, Pavel Haas u.a. gesammelt und bearbeitet hat. Verflochten wird die Musik mit dokumentarischen Texten, Parlamentssitzungsprotokollen

sowie realen und fiktiven Politikerreden.

 

Die Uraufführung fand im letzten Jahr als Auftragswerk der Wiener Festwochen und in Koproduktion mit der Berliner Staatsoper (sowie dem Pariser Festival d’Automne) im historischen Sitzungssaal des Wiener Parlaments statt. Nun zeigt Christoph Marthaler Letzte Tage. Ein Vorabend an fünf Terminen

im Schiller Theater (Raum: Duri Bischoff), wo das Publikum (400 Plätze) auf der Bühne sitzen und

die 12 Sänger und Schauspieler sowie die Musiker im Zuschauerraum agieren werden.

 

Die kleine Besetzung des Orchesters aus Musikern von »Die Wienergruppe« – Klarinette, Bassetthorn,

Akkordeon, Klavier, Harmonium, Violine, Viola, Kontrabass – erinnert bewußt an die »Notsituationen

« der Orchester im KZ Theresienstadt, die auf die verfügbaren Instrumentalisten und Instrumente angewiesen waren. Ein musikalisches Leitmotiv der Inszenierung ist eine in Theresienstadt 1943 entstandene Melodie für Violine von Viktor Ullmann, wahrscheinlich sein letztes Werk vor seiner Deportation nach Auschwitz.

 

Musikalische Leitung

Uli Fussenegger

Regie

Christoph Marthaler

Regiemitarbeit

Gerhard Alt

Raum

Duri Bischoff

Kostüme

Sarah Schittek

Licht

Phoenix (Andreas Hofer)

Dramaturgie | Textcollage

Stefanie Carp

 

Mezzosopran

Tora Augestad

Eine aus der Zeit Gefallene

Carina Braunschmidt

Ein vernünftiger Abgeordneter und Pianist

Bendix Dethleffsen

Ein integrierter Afroeuropäer

Nelson Etukudo

Eine Wiener Dame von Welt

Silvia Fenz

Ein an der Auserwähltheit leidender skythonumerisch-etruskischer Hunne

Ueli Jäggi

Eine Spitzenpolitikerin mit Jodelkenntnissen

Katja Kolm

Ein in der Geschichtsschleife hängengebliebener Europäer

Josef Ostendorf

Begrüßungspräsident und Pianist

Clemens Sienknecht

Eine verstörte Weltoffene

Bettina Stucky

Pjotr Leschenko

Michael von der Heide

Ein sensibler Leidender

Thomas Wodianka

Eine chinesische Reisegruppe

.

Die WienerGruppe: Klarinette | Bassetthorn

Michele Marelli

Die WienerGruppe: Akkordeon

Martin Veszelovicz

Die WienerGruppe: Klavier | Harmonium

Hsin-Huei Huang

Die WienerGruppe: Violine

Sophie Schafleitner

Die WienerGruppe: Viola

Julia Purgina

Die WienerGruppe: Kontrabass

Uli Fussenegger

 

Weitere Vorstellungen am 3., 5., 6. und 7. September

Staatsoper im Schiller Theater

Werkeinführung immer 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn

 

Produktion: Wiener Festwochen; Koproduktion: Staatsoper Unter den Linden (Berlin); Théâtre de la

Ville-Paris und Festival d’Automne à Paris – mit Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung

Premiere der Uraufführung war am 17. Mai 2013 bei den Wiener Festwochen

Tickets sowie weitere Informationen unter Tel. 030 20354-555 und www.staatsoper-berlin.de

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 17 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑