Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Max Frischs „Andorra” im Stadttheater BernMax Frischs „Andorra” im Stadttheater BernMax Frischs „Andorra” im...

Max Frischs „Andorra” im Stadttheater Bern

Premiere Donnerstag, 1. Oktober, 19.30 Uhr, Vidmar:1

 

Das Drama „Andorra“ bildet den Abschluss von Max Frischs Periode des ‚engagierten Theaters’. In Form einer Parabel thematisiert der Autor am Beispiel des Antisemitismus die Auswirkung von Vorurteilen, die Schuld der Mitläufer und die Frage nach der Identität eines Menschen gegenüber dem Bild, das sich andere von ihm machen.

 

Das Drama handelt von Andri, einem jungen Mann, der von seinem Vater unehelich mit einer Ausländerin gezeugt wurde und deshalb von ihm als jüdischer Pflegesohn ausgegeben wird. Die Bewohner Andorras begegnen Andri permanent mit Vorurteilen, so dass er, selbst als er seine wahre Herkunft erfahren hat, an der ihm zugewiesenen jüdischen Identität festhält. Es folgt seine Ermordung durch ein rassistisches Nachbarvolk. Nachdem die Andorraner alles geschehen liessen, rechtfertigen sie ihr Fehlverhalten und ihre Feigheit vor dem Publikum und leugnen ihre Schuld.

 

„Andorra“ wurde 1961 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt und als eines der wichtigsten Theaterstücke nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert. Das Drama wurde aber auch Gegenstand von Kontroversen, die sich daran entzündeten, dass Frisch den Antisemitismus als Modell wählte, wodurch dessen spezielle Problematik entschärft und die historische Wirklichkeit verharmlost werde.

 

Als Vorbild für das von Frisch als ‚Modell’ bezeichnete Andorra, mit dem nicht der reale Kleinstaat Andorra gemeint ist, wurden oft die Schweiz oder Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus verstanden. Während das Drama am Broadway scheiterte, ist es im deutschen Sprachraum bis heute ein an vielen Bühnen gespieltes Werk geblieben. Zusammen mit dem Lehrstück „Biedermann und die Brandstifter“ ist „Andorra“ das bekannteste Theaterstück von Max Frisch.

 

Inszenierung Antje Thoms

Bühne Kirsten Hamm

Kostüme Katharina Meintke

Musik Philipp Ludwig Stangl

 

Andri Andri Schenardi

Barblin Milva Stark

Lehrer Ingo Ospelt

Mutter Sabine Martin

Senora Henriette Cejpek

Pater Stefano Wenk

Soldat Diego Valsecchi

Wirt Ernst C. Sigrist

Tischler Gunther Kaindl

Doktor Heiner Take

Jemand / Musiker Michael Frei

Geselle Lukas Turtur

Idiot Marcus Signer

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑