HomeBeiträge
Münchner Papiertheater-Festival - Ostwärts – Der aufgehenden Sonne entgegen! Münchner Papiertheater-Festival - Ostwärts – Der aufgehenden Sonne entgegen!... Münchner...

Münchner Papiertheater-Festival - Ostwärts – Der aufgehenden Sonne entgegen!

Donnerstag, 17.10. bis Sonntag, 20.10.2019 Kleines Theater im Pförtnerhaus | Bürgerpark Oberföhring | Oberföhringerstr.156, München

An vier Tagen im Oktober präsentiert Liselotte Bothe wieder die Wunderwelt des Papiertheaters. Künstler aus Deutschland und Österreich rücken diese fast vergessene Form der Theaterkunst in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Ostwärts – Der aufgehenden Sonne entgegen!“ wird Literarisches und Musikalisches, Märchen und Kamishibai-Erzähltheater auf klassischer Bühne und als Bauchladentheater gespielt.

 

Copyright: Veranstalter

„Das Papiertheater braucht nicht viel Platz, weshalb man es gut im privaten kleinen Kreis, mit Freunden oder in der Familie, spielen konnte“, sagt Liselotte Bothe. Jeder, der Zeichenstift, Schere, Kleber und ein paar Bögen Papier im Haus hatte, konnte Dramen und sogar Opern dank der Erfindung der Lithographie Ende des 18. Jahrhunderts ins eigene Wohnzimmer holen. Der Erfolg des „Freischütz“ 1821 ermunterte 16 Firmen dazu, 25 verschiedene Figurenbögen allein zu dieser Oper herauszubringen. Selbst ohne die nötige Begabung, die Figuren oder Szenerien selbst zu entwerfen, genügte es nun, die für wenig Geld erworbenen Ausschneidebögen zu nutzen. Vor allem beim Bildungsbürgertum des ausgehenden Biedermeiers, zur Zeit der Romantik und des späten 19.Jahrhunderts kannte die Begeisterung keine Grenzen. In dieser Zeit waren unzählige Druckbögen für das Spiel im eigenen Heim im Angebot.

Die Erfindungen der modernen Unterhaltungselektronik ließen das Papiertheater  weitgehend in der Versenkung verschwinden. Einige der Künstler, die das Fach noch beherrschen, versammelt Liselotte Bothe an vier Tagen im Oktober in München, wo sie Stücke für große und kleine Zuschauer zeigen: Papirniks Papiertheater verzaubert das Publikum mit dem orientalischen Märchen „Abu Hassan“. Robert Jährig (Heringsdorf) spielt Andersens Märchen „Die Nachtigall“, und das Papiertheater Kitzingen bringt das Märchen „Vom kleinen Drachen und der Aprikosenblüte“ aus Japan nach Oberföhring. Das Grusical „Dracula“ (Invisius Papiertheater, Berlin) nimmt in Transsilvanien Fahrt auf, „Peter und der Wolf“ führt die Zuschauer nach Russland, und Ulrich Chmels Bauchladenbühne wird mit „Chinesische Lyrik oder eine Affäre in Briefen“ zum Schauplatz interkultureller Verwirrungen. In seiner Bauchladenbühne erzählt er auch die fernöstliche Geschichte „Sakura, die verzauberte Prinzessin“, mit Drehorgelmusik von Winfried Klein. Alle Stücke zeigen, wie sehr die fremde, geheimnisumwitterte Welt des nahen und fernen Osten die Phantasie der Autoren und  Spieler beflügelt.

Die Berliner Ausstellung „Theater fürs Wohnzimmer: Bühnen aus 4 Jahrhunderten" mit Bühnen im Guckkasten-Format begleitet das Festival. Bei einem Workshop haben alle großen und kleinen Teilnehmer Gelegenheit, selbst zur Schere zu greifen und Theaterdirektor einer Minibühne zu werden.

www.kasperlbuehne.de  

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑