Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Münchner Kammerspiele: DIE PERSER von AischylosMünchner Kammerspiele: DIE PERSER von AischylosMünchner Kammerspiele:...

Münchner Kammerspiele: DIE PERSER von Aischylos

Premiere 05.05.2011, 20.00 Uhr, Stadtraum: Bayern-Kaserne. ----

 

Für ihr neues Stadtraumprojekt ziehen die Münchner Kammerspiele in die ehemalige Bayern-Kaserne in Freimann, die schon die Wehrmacht, die US-Army und die Bundeswehr beheimatet hat und aktuell noch als Flüchtlingsunterkunft dient.

Mit einem Bürgerchor aus alten Deutschen und jungen Flüchtlingen aus dem Irak, Uganda und Bosnien und mit dem Ensemble der Kammerspiele inszeniert Johan Simons das älteste Theaterstück der Welt, das Drama des 'zoon politikon', der ohne Not und voll Hochmut sein Gemeinwesen aufs Spiel setzt. Mit seiner Empathie für die Besiegten, im Mitleiden der Griechen mit den geschlagenen Persern, stellt Aischylos jeden Expansionsdrang in Frage und ruft sich und sein Publikum zur Mäßigung auf.

 

Jeweils ab 17 Uhr:

SALAMIS / CYCLING WARS / MEET THE NEIGHBOURS (TRIFF DIE NACHBARN)

Führungen, Ausstellung und Gastronomie

 

Drei Stunden vor jeder Vorstellung der PERSER öffnen sich die Tore zum Gelände in der ehemaligen Bayern-Kaserne. Das Publikum ist eingeladen, die Umgebung des Spielorts und des Stücks in Führungen, Begegnungen und Ausstellungen zu erkunden und/oder einfach zu essen und zu trinken.

 

Der Schauspieler und Fotograf Stefan Hunstein zeigt in Halle 36 seine im Rahmen der PERSER entstandene Videoinstallation SALAMIS. Beim Betreten der Halle 36, dem Spielort der PERSER, sieht sich der Besucher einer Reihe von Portraits gegenüber, die den Betrachter anzuschauen scheinen. Es sind Arbeiten auf der Grenze zwischen Fotografie und Film. Wir begegnen dem Antlitz von Menschen, die Spuren einer traumatischen Geschichte im Gesicht tragen. Wie Totenmasken wirken diese Bilder, bis man mit der Zeit Bewegungen wahrnimmt und in der Intensität des genauen Schauens konfrontiert wird mit Angst, Schmerz und Verlust.

Voll von Leichen, im Kampf Gefallner, ist die Küste bei Salamis, // … //

Kaum sah man das Meer noch, so viele Trümmer // Deckten die Wasserfläche ringsum. Überall Schiffswracks, blutige Leiber. // Bevölkert von Toten, unseren, war bald

die Küste und jedes Felsenriff. (Aischylos, DIE PERSER)

 

Die Videoinstallation wird am 2.5. um 19 Uhr eröffnet und ist ab 5.5. jeweils ab 17 Uhr vor jeder Vorstellung der Perser zu sehen.

 

Die Musiker Bülent Kullukcu und Asmir Sabic errichten mit CYCLING WARS eine Sound-Topographie auf dem gesamten Kasernen-Areal, und die Dokumentartheatermacher Anne-Isabelle Zils und Karnik Gregorian inszenieren Treffen mit MEET THE NEIGHBOURS (TRIFF DIE NACHBARN): Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen, die seit Winter 2011 in der Bayern-Kaserne untergebracht sind.

 

Regie: Johan Simons

Bühne: Eva Veronica Born, Johan Simons

Kostüme: Greta Goiris

Musik: Carl Oesterhelt

Licht: Björn Gerum

Dramaturgie: Malte Jelden

Projektleitung: Karen Breece

Regieassistenz: Philip Decker

 

Kostümassistenz: Henriette Müller

Inspizienz: Barbara Stettner, Jürgen Cleffmann

Souffleuse/Souffleur: Viktor Herrlich

 

Mit

Hildegard Schmahl

Sylvana Krappatsch

Nico Holonics

Wolfgang Pregler

Stefan Hunstein

Carl Oesterhelt, Salewski, Mathis Mayr Musiker

 

Rania Abdulkarim, Reyhan Abdulkarim, Isra Haitham Hussein, Afra Haitham Hussein, Balkis Haitham Hussein, Hussein Haitham Hussein, Chenar Hamid, Peter Hartel, Walter Hub, Bruno Jäger, Rosemarie Leidenfrost, Adnan Mujic, Anis Mujic, Dzana Mujic, Angelika Pietrzik, Suad Scharif, Jasmino Taric, Jürgen von Salisch, Theodora Winter, Christof Yelin, Lamia Zubcevic Chor des persischen Volkes

 

 

nur vom 5.5. bis 3.6.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑