Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Nationaltheater Mannheim: "Amadis des Gaules" von Johann Christian BachNationaltheater Mannheim: "Amadis des Gaules" von Johann Christian BachNationaltheater...

Nationaltheater Mannheim: "Amadis des Gaules" von Johann Christian Bach

Premiere am 17. Oktober um 19.30 Uhr, Opernhaus

 

Mit Bachs letzter und zugleich einziger französischer Oper steht in dieser Spielzeit wieder ein kaum gespieltes und neu zu entdeckendes Werk aus dem Kreis der Mannheimer Schule auf dem Spielplan.

In zwei Paaren begegnen sich Tagwelt und Nachtwelt, Ideal und finstere Seiten der Liebe. Der diabolische Arcalaus verkörpert eine dunkle Seite menschlicher Beziehungen, in die er auch seine Schwester Arcabonne hineinzieht. Durch ihre unerwartete Liebe zu Amadis, der im Kampf um Oriane ihren Bruder Ardan getötet hat, gerät sie in einen ausweglosen Konflikt zwischen ihren Gefühlen und den erdrückenden Familienbanden. Amadis und Oriane erleben durch die Konfrontation mit dieser finsteren Welt eine schmerzvolle Erfahrung von Liebe. Eine Paar-Begegnung, die auf allen Seiten eine große Verstörung hinterlässt.

 

Johann Christian Bachs 1779 für Paris geschriebenem Werk liegt ein Text nach dem Libretto von Philippe Quinault für Lullys Oper Amadis zugrunde. In Bachs Verarbeitung eines Stoffes aus dem im höfischen Frankreich ungeheuer populären Ritterroman Amadis von Gallien verbirgt sich eine überraschend moderne Dramaturgie, die die Widersprüche des aufklärerischen Zeitalters spiegelt.

 

Der jüngste Sohn Johann Sebastian Bachs, der nach seinem Durchbruch als Opernkomponist in Italien nach London übergesiedelt war, zählte auch den kurfürstlichen Mannheimer Hof zu seinen Auftraggebern (Temistocle 1772 und Lucio Silla 1774) und wurde von Mozart zeit seines Lebens sehr verehrt. Die Musik seiner letzten Oper vereint virtuos italienische und französische Opernstilistik und ist in ihrer in die Zukunft weisenden Qualität zugleich ein Solitär.

 

Das Nationaltheater Mannheim macht Bachs Werk nun in einer Neuinszenierung wieder in der französischen Originalsprache erlebbar.

Die musikalische Leitung liegt bei Reinhard Goebel in den Händen eines der renommiertesten Spezialisten für die Musik des 18. Jahrhunderts, Regie führt der ehemalige Mannheimer Schauspieldirektor Nicolas Brieger, der inzwischen an allen renommierten Opernbühnen inszeniert. Die hohe Qualität des Mannheimer Ensembles ermöglichte eine durchgehende Sänger-Besetzung aus dem eigenen Hause.

 

Musikalische Leitung: Reinhard Goebel – Regie: Nicolas Brieger – Bühnenbild: Roland Aeschlimann – Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer – Licht: Alexander Koppelmann – Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr / Regine Elzenheimer – Chor: Tilman Michael

 

Mit Marie-Belle Sandis, Cornelia Ptassek, Antje Bitterlich, Anne-Theresa Albrecht/ Katrin Wagner; Thomas Berau, Maximilian Schmitt, Martin Busen/ Johannes Wimmer.

 

B-Premiere am 25. Oktober 2009 um 19.00 Uhr im Opernhaus

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑