Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Nationaltheater Weimar: "Der kleine Horrorladen"Nationaltheater Weimar: "Der kleine Horrorladen"Nationaltheater Weimar:...

Nationaltheater Weimar: "Der kleine Horrorladen"

Premiere des Kult-Musicals von Howard Ashman / Alan Menken am 9.3.07, 19:30 Uhr, großes Haus.

 

„Der kleine Horrorladen“ ist ein Grusel-Musical von der satirischen Sorte. Star des Abends ist „Audrey, the Plant“, die mit rockig röhrender Bass-Stimme, unwiderstehlichem Groove und bedrohlich wachsendem Blätterwerk zunehmend die Initiative der Show übernimmt.

 

 

Neben herrlich schnulzigen Inseln der Seligkeit sorgen darüber hinaus drei ebenso destruktive wie energiegeladene Soulgirls und eine zunehmend entfesselte Rockband dafür, dass am Ende dieses mörderisch kultigen Abends nichts mehr so ist wie zuvor.

 

Auf der Bühne: die Skid Row. Die ist nicht nur ein Straßenname, sondern Sammelbegriff für das Scherbenviertel einer jeden Stadt, für das Viertel, in dem man sich nicht zu Hause fühlen kann, in dem man nicht wohnt, wenn es anders geht. Hier fristen all die ihr Dasein, die im Dschungel der Stadt keinen Fuß auf den Boden kriegen. Im Blumenladen von Mr. Mushnik herrscht Flaute. Hier, in der Skid Row an der New Yorker East Side, haben die Leute einfach andere Probleme, als einander Blumen zu schenken. Seymour, Mr. Mushniks Angestellter, kittet seine Blumentöpfe und träumt von Audrey, die auch etwas Besseres verdient hätte, als von ihrem Freund, dem brutalen Zahnarzt Orin nach Belieben herumgestoßen zu werden. Eines Tages jedoch bringt eine kleine, seltsame Pflanze die Wende. Irgendetwas ist an ihr einmalig, und plötzlich boomt der Laden. Seymour nennt das Wundergewächs zu Ehren seiner bezaubernder Kollegin Audrey II und opfert ihr bereitwillig den einen oder anderen Tropfen Blut, den die Pflanze ihm begierig aus den Fingern saugt. Doch Audrey II wächst und fordert immer mehr Blut, und Seymour fasst einen Entschluss: Audreys sadistisch-brutaler Lover, der Zahnarzt Orin, soll der nächste Blutspender werden. Die Befriedigung der Pflanze allerdings währt nur kurz und der Horror nimmt seinen Lauf.

 
Die Musik für das Kult-Musical, das in der Filmversion von Frank Oz aus den 80er Jahren mit Rick Moranis, Ellen Greene und Steve Martin auch auf der Leinwand Erfolge feierte, stammt von Alan Menken. Der US-amerikanische Komponist, ist eine bekannte Größe im Filmmusik- und Musicalgeschäft. Nachdem er den Welterfolg „Der kleinen Horrorladen“ (basierend auf dem Film von Roger Corman aus dem Jahr 1961) geschrieben hatte, trat er vor allem als Komponist der Musiken zu Disney-Filmen hervor. Sei es „Unter dem Meer“ aus „Arielle“ oder die Titelsongs aus „Der Glöckner von Notre Dame“ oder – Oscar-gekrönt – „Die schöne und das Biest“ – es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht mindestens einen Menken-Song im Ohr hat.

 
Regie bei der Weimarer Produktion führte Dirk Schattner, der 2006 erfolgreich Offenbachs Operette „Pariser Leben“ am DNT Weimar und die Uraufführung des Musicals „Der Graf von Gleichen“ auf dem Gut Ringhofen in Mühlberg (Thüringen) inszenierte. In den Rollen von Seymour und Audrey sind Kai Hüsgen und Claudia Hauf zu erleben, die beide bereits deutschlandweit in zahlreichen Musical-Produktionen auf der Bühne standen. Wie auch die drei Soulgirls Bettina Meske, Michelle Escano und Daniela Grubert, die mit Geschick, Swing und souligen Stimmen die Fäden der Geschichte ziehen. Die Sängerin und Schauspielerin Bettina Meske hat zudem als Dance Captain die Choreographien für den Abend entwickelt. Rüdiger Frank verleiht mit seiner großen Rock-Röhre à la Tom Waits der Pflanze Audrey II die Stimme, während die Puppenspielerin Birte Hebold sie auch optisch virtuos zum Leben erweckt. Alexander Günther, Mitglied des DNT-Musiktheater-Ensembles, gibt den Blumenladenbesitzer Mr. Mushnik und Schauspieler Bernd Lange verkörpert den sadistischen Zahnarzt Orin Scrivello. In diversen kleineren Rollen ist zudem Piotr Prochera zu erleben. Begleitet werden sie von einer im Rock- und Musicalbereich in langjähriger Zusammenarbeit perfekt aufeinander eingespielten Band-Formation. Gemeinsam mit Dirk Sobe am Klavier, der die musikalische Leitung des Horrorladen-Projekts hat, spielen die Musiker Boris Celikovic (Gitarre), Jörn Brackelsberg (Bass), Sascha Waack (Drums) und Christian Regul (Keyboard (Synthesizer). Das Bühnenbild und die Kostüme entwarfen Christian Kiehl und Vera Koch.

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 20 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑