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Neue Förderungen für freie Theaterprojekte und Projekte der Kulturellen Bildung in Baden-Württemberg

27 freie Theater-, Tanz- und Performance-Projekte sowie 18 Projekte der Kulturellen Bildung bekommen Fördergelder in Höhe von € 350.000. So lautet die Entscheidung der vom Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V. (LaFT) berufenen unabhängigen Experten-Jury zur Vergabe der Projektförderung des Landes Baden-Württemberg.

Deren aktuelle Sitzung war bereits die zweite im Jahr 2012. Durch ihre Beurteilungen konnten somit im laufenden Jahr bereits € 920.000 für die Förderung allgemeiner Projekte vergeben werden – für Projekte der Kulturellen Bildung ebenso wie für regionale Festivals und Konzeptionen, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken. Insgesamt investiert das Land in die Förderung der Freien Szene in Baden-Württemberg 1,46 Millionen Euro.

 

Die bei der zweiten Sitzung geförderten Projekte werden überwiegend in der zweiten Jahreshälfte 2012 realisiert. In ihren Formensprachen und ihrer Ausrichtung reichen sie von Theater für die Allerkleinsten, Theaterprojekten mit Schülern, Jugendlichen und Senioren, Figuren- und Objekttheater über Schauspiel- und Tanzproduktionen bis hin zu experimentellen Performances, Theater an ungewöhnlichen Spielorten und Musiktheater-Produktionen. Neben Projekten in den Ballungsräumen Stuttgart, Freiburg und Mannheim wurden auch zahlreiche Projekte in Karlsruhe, Konstanz und im ländlichen Raum unterstützt.

 

Für die freie Projektförderung standen Mittel in Höhe von € 200.000 zur Verfügung. Das Gesamtvolumen der beantragten Förderung belief sich auf rund € 630.000 bei 65 beantragten Projekten. Zu den freien Gruppen und Künstlern, die einen Zuschlag erhielten, gehören unter anderem post theater, Wilfried Alt, die Kulturinitiative Bohnenviertel und Caterina Mora (alle Stuttgart), Regina Baumgart (Heidelberg) zeitraumexit (Mannheim), Werkraum Karlsruhe, Crucible (Konstanz), das Figurentheater Tübingen und Barbara Zimmermann (Freiburg).

 

Für Projekte im Bereich der kulturellen Bildung standen Fördermittel in Höhe von € 150.000 zur Verfügung. Die Gesamtsumme der beantragten Förderung belief sich auf rund € 310.000 bei 31 Projekten. Hier entschied sich die Jury unter anderem für das Theater Patati-Patata aus Reutlingen, das Cargo-Theater aus Freiburg, Lisa Thomas (Bietigheim-Bissingen) und tempus fugit aus Lörrach.

 

Die Anträge aus allen Bereichen der Darstellenden Künste sowie aus allen Regionen des Landes Baden-Württemberg beweisen eindrücklich die Vitalität der freien Theaterszene im deutschen Südwesten. In vielen ländlichen Regionen stellen freie Theaterprojekte oft die einzigen Kulturangebote dar. Die Förderung des Landes deckt durchschnittlich die Hälfte der Produktionskosten der beantragten Produktionen und Projekte. Sie muss daher ergänzt werden durch Zuwendungen der Kommunen und anderer Zuwendungsgeber. Trotz der Förderung arbeiten freie Theatermacher häufig unter prekären Bedingungen.

 

Die Jury begrüßt ausdrücklich das Engagement der Landesregierung bei der Förderung freier Theater- und Tanzgruppen in Baden-Württemberg. Sie fordert das Land und die Kommunen aber dazu auf, weiter an einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen für freie Theatermacher zu arbeiten und insbesondere die für professionelles Arbeiten dringend benötigten Infrastrukturen zur Verfügung zu stellen – also professionelle Aufführungsstätten sowie Proben- und Arbeitsräume.

 

In ihrer Herbstsitzung 2012 wird die Jury über Anträge für Projekte entscheiden, die in der ersten Jahreshälfte 2013 realisiert werden sollen. Antragsschluss ist der 15. November 2012. Antragsformulare und weitere Informationen gibt es beim Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg unter www.laftbw.de.

 

Der unabhängigen Jury gehören an: Edgar Common (Kulturbüro Offenburg), Christian Holtzhauer (Staatstheater Stuttgart, Dramaturgische Gesellschaft), Bernhard Hurm (Theater Lindenhof, Melchingen), Dr. Waltraut Liebl-Kopitzki (Amt für Schule, Bildung und Wissenschaft, Konstanz), Bernd Mand (Kulturjournalist, Mannheim), Heidi Ossenberg (Kulturjournalistin, Freiburg), Melanie Suchy (Kulturjournalistin, Frankfurt/Main) und Britta Velhagen (Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe)

 

Mehr Informationen: www.laftbw.de

 

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