Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Onkel Vanja" - Szenen aus dem Landleben - von Anton Čechov, Städtische Bühnen Münster"Onkel Vanja" - Szenen aus dem Landleben - von Anton Čechov, Städtische..."Onkel Vanja" - Szenen...

"Onkel Vanja" - Szenen aus dem Landleben - von Anton Čechov, Städtische Bühnen Münster

Premiere 1. Juni 2011, 19.30 h, Kleines Haus -----

„Onkel Vanja“, entstanden um 1896 nach der Komödie „Der Waldschrat“, wird vielfach als Čechovs bestes dramatisches Werk bezeichnet.

 

In vielerlei Hinsicht ist es ein sehr modernes Werk; denn niemandem gelang es so wie Čechov, „die Fehler der menschlichen Natur in unserer Zivilisation oder den Bankrott der Gebildeten angesichts der Niedrigkeit des Alltagslebens darzustellen“.

 

Ivan Voinizkij, genannt Onkel Vanja, verwaltet das Gut seiner verstorbenen Schwester, die Erträge schickt er größtenteils an seinen Schwager Professor Serebjakow, dessen Arbeit er sehr bewundert. Dem Onkel zur Seite steht seine Nichte Sonja, die in den Landarzt Astrow hoffnungslos verliebt ist. Ein Besuch des Professors mit seiner zweiten, jungen Frau unterbricht die Eintönigkeit des Landlebens. Doch dieser Besuch, von allen mit gro-ßer Freude erwartet, wird zu einer riesigen Enttäuschung. Sonja bekommt vor Augen ge-führt, dass ihre Liebe nicht erwidert wird. Vanja muss erkennen, dass der von ihm so hoch geschätzte Professor nichts anderes als ein Scharlatan und Schmarotzer ist. Als Vanja erfährt, dass sein Schwager das Gut verkaufen will, schießt er auf ihn, verfehlt ihn jedoch. Die Besucher reisen wieder ab, das Landgut wurde nicht verkauft, und alles bleibt beim Alten.

 

Durch das Stück „Onkel Vanja“ zieht sich eine melancholische Stimmung der Traurigkeit und Einsamkeit. Die Menschen bleiben den Gesetzen der Gewohnheit unterworfen, unfä-hig, ein neues, anderes Leben aufzubauen. Und so bleibt nur das Gefühl einer großen Sehnsucht. „Jene, die hundert oder zweihundert Jahre nach uns leben und uns verachten werden, weil wir so dumm und geschmacklos unser Leben vertan, jene werden vielleicht ein Mittel finden, wie man glücklich wird.“ So urteilte Anton Čechov.

 

Über 100 Jahre sind seit der Uraufführung vergangen. Und das Stück hat seine Aktualität behalten und ausgeweitet. Die Auseinandersetzung zwischen „Mensch und Natur“ ist geblieben und hat sich noch wesentlich verschärft. In der heutigen, schnellebigen Zeit, die es kaum möglich macht, dem Menschen einen tiefen Lebenssinn anzubieten, rücken die Menschen Čechovs dem Zuschauer sicher wieder ungeheuer nah und garantieren einen faszinierenden Theaterabend.

 

Regie: Wolfgang Quetes

Bühnenbild: Manfred Kaderk

Kostüme: Anke Drewes

Dramaturgie: Wilfried Harlandt

 

Mitwirkende:

Regine Andratschke (Marija Vojnickaja), Penny Sibylle Michel (Marina, die alte Njanja), Julia Stefanie Möller (Elena Andreevna), Judith Patzelt (Sofja Aleksandrovna); Wolf-Dieter Kabler (Serebrjakov), Marek Sarnowski (Michail Astrov, Arzt), Johann Schibli (Ivan Vojni-ckij (Vanja)), Wendelin Starcke-Brauer (Ilja Telegin), N.N. (Knecht)

 

Weitere Vorstellungen im Juni:

Mittwoch, 08. Juni, 19.30 h, Kleines Haus

Sonntag, 12. Juni, 18.00 h, Kleines Haus

Donnerstag, 16. Juni, 19.30 h, Kleines Haus

Dienstag, 21. Juni, 19.30 h, Kleines Haus

Freitag, 24. Juni, 19.30 h, Kleines Haus

Mittwoch, 29. Juni, 19.30 h, Kleines Haus

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑