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OpenOp – Europäisches Festival für anderes Musiktheater vom 8. bis 18. April 2010 in Berlin

Copyright: Matthias Heyde

 

Spielstätten: Neuköllner Oper, Karl-Marx-Straße 131-133, 12043 Berlin

Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin

 

Die Neuköllner Oper lädt zum ersten europäischen Festival für anderes Musiktheater ein: Gemeinsam mit Theatern aus 5 Ländern präsentiert sie 13 Produktionen, darunter 8 Eigen- bzw. Koproduktionen, 4 für das Festival geschriebene Uraufführungen und 4 weitere Uraufführungen sowie ein Stipendiatenprogramm. 10 Tage auf 6 Bühnen, die einen anderen Umgang mit dem musikalischen Erbe, einen neuen Zugriff auf aktuelle Themen und Musik zwischen Mozart, Balkanpop der 80er und türkischer Avantgarde zeigen.

 

Zu erleben sind Produktionen aus Mazedonien, Estland, Belgien, Holland, Tschechien und Deutschland. Allen gemeinsam ist die Energie, mit Musiktheater eine Unmittelbarkeit zum Publikum herzustellen, in dem Geschichten mit sozialer Relevanz die Priorität haben. Den Abschluss des Festivals bildet eine Großperformance des amerikanischen Stimmkünstlers David Moss in Kooperation mit dem Muziektheater Transparant aus Antwerpen, den Operadagen Rotterdam sowie der Neuköllner Oper.

 

Dazu kommen musikalische Acts und Performances in einem Rahmenprogramm sowie das Stipendiatenprogramm „OpenForum“.

 

Ziel dieses Festivals ist zu zeigen, was ein agiles und damit kleinformatiges Musiktheater aus und in Europa zu berichten hat. Denn Europa öffnet und erweitert sich – Vieles ist zu tun! Doch OpenOp ist nicht nur Schauplatz und Begegnungsort für ein breites Publikum und internationale Professionals. OpenOp will konkrete Wege öffnen für ein Musiktheater der Zukunft und ist daher Festival und Arbeitstreffen zugleich. Mit Gastspielen zeigt es unterschiedlichste Produktionen aus Mazedonien, Estland, Belgien, Holland, Tschechien und Deutschland. Allen gemeinsam ist die Energie, jenseits der Verkrustung großer Opernapparate eine Unmittelbarkeit des Anliegens und zum Publikum herzustellen mit einem Musiktheater, in dem Geschichten mit sozialer Relevanz die Priorität haben.

 

Als Arbeitsfestival ist OpenOp ein Ort konkreter Zusammenarbeit und praktischer Vernetzung. Auf Initiative des Gastgebers präsentiert es brandaktuelles Musiktheater: Uraufführungen, die als internationale Zusammenarbeiten eigens für und teilweise während des Festivals entwickelt und zur Eröffnung und zum Abschluss gezeigt werden.m Und es bietet mit seinem internationalen OpenForum ein vielfältiges und hoch stehendes Fortbildungsprogramm für den europäischen Theaternachwuchs.

 

Mit gleich zwei für das Festival entwickelten Uraufführungen eröffnet OpenOp: Am 8. April um 19 Uhr präsentieren Suse Wächter und Team die wahren „Helden der Oper“ aus dem Geist der Gala. Anschließend, um 21 Uhr, führen uns Dejan Dukovski (u.a. „Das Pulverfass“) und Sandy Lopicic (Musik und Regie) in die Welt des Balkan: mit den „Songs for Maria“ (Arbeitstitel), die auf Initiative und in Zusammenarbeit mit der Neuköllner Oper vom und am Nationaltheater Skopje produziert werden. Begleitet wird der Spielplan des Festivals von einem Rahmenprogramm, das die europäische Landkarte musikalisch-performativ vermisst. Im Stipendiatenprogramm „OpenForum“ begegnen 10-12 junge Musiktheatermacher aus Deutschland und Europa den zahlreichen Gästen und Dozenten zu gemeinsamen Übungen und zur Vernetzung ihrer Tätigkeit.

 

Den Abschluss des Festivals bildet am 18. April um 19.30 Uhr eine Großperformance des amerikanischen Stimmkünstlers David Moss in Kooperation mit dem Muziektheater Transparant aus Antwerpen, den Operadagen Rotterdam sowie der Neuköllner Oper. Acht Profis aus unterschiedlichen europäischen Ländern und ein von David Moss einstudierter multinationale Neuköllner Laienchor gestalten einen musikalischen Parcours rund um die Neuköllner Oper – und entwerfen singend ein neues, kreatives Babylon.

 

OpenOp – Europäisches Festival für anderes Musiktheater findet auf Initiative der Neuköllner Oper in Berlin Neukölln statt. Denn Neukölln ist Zukunft: Hier leben 160 Nationalitäten in drei Generationen, mit all den bekannten Schwierigkeiten und den vielen ungenutzten, noch immer unerkannten Potenzialen. So wird das Festival die Frage leiten: Welches (Musik)theater kann diese Zukunft gebrauchen, welche Stoffe, Stimmen und welche Macher?

Die 1977 gegründete Neuköllner Oper, Vorreiter eines Musiktheaters der kleinen Räume und Formate, steht mit den über 150 selbst produzierten Uraufführungen für ein lebensnahes Musiktheater von sozialer Relevanz und guter Humorlage. Beheimatet in Berlin Neukölln, entwickelt die Neuköllner Oper in bis zu 10 Uraufführungen pro Spielzeit für das hiesige und gleichfalls überregionale Publikum

 

 

Das Programm im Einzelnen

 

I. GASTSPIELE

1. Theater Taptoe / I Solisti del Vento: „De vliegende Hollander“ (Belgien)

Wagners große romantische Oper wird zu einem faszinierenden 75-minütigen Mix aus Figuren- und Objekttheater, gespielt von 5 Solisten, einem 6-köpfigen Männerchor und dem Ensemble I Solisti del Vento, einem 13 Mitglieder umfassenden Bläserensemble. Für alle ab 12 Jahren.

Neben ihrer intensiven Konzerttätigkeit haben I Solisti del Vento bereits einige Musiktheaterbearbeitungen realisiert, u.a. für die Neuarrangements zweier Mozartopern. Sie konzertieren im In- und Ausland (u.a. Concertgebouw Amsterdam).

www.isolistidelvento.be

Das Figuren- und Objekttheater Taptoe wurde seit seiner Gründung im Jahre 1968 bereits dreimal als „Kulturbotschafter Flanderns“ ausgezeichnet. Seit dem Jahr 2006 realisiert Taptoe verstärkt Koproduktionen im Bereich des Musiktheaters, gemeinsam mit I Solisti del Vento entstand bereits „Don G.“, nach Mozarts „Don Giovanni“.

www.theatertaptoe.be

– Deutsche Erstaufführung

 

2. Von Krahl Theater: „Võlufloot. Remiks ja selgitus” / „The Magic Flute. Remixed and Explained” (Estland)

Peeter Jalakas befasst sich in seiner „Alchemic tragedy“ mit der Geschichte, die sich zwischen der Geburt Mozarts und der Eröffnung des Museums für zeitgenössische Kunst in Tallinn 2006 abspielt – also jene Periode, die sich beschreiben ließe als fortschrittsgläubig und rational. Nun stehen wir am Beginn des Endes dieser „Öl-Ära“.

Das von Krahl Theater wurde 1992 durch Peeter Jalakas gegründet und zählt zu den international gefragtesten Ensembles aus Estland. Im Bereich Musiktheater wurde seit 2002 jährlich mindestens eine große Produktion realisiert, u.a. „Lieder estnischer Frauen“,

Medieninformation, Seite 5 von 15

8. bis 18. April 2010

– Deutsche Erstaufführung –

 

3. Centraltheater Leipzig/ Rainald Grebe: „Alle reden vom Wetter. Die Klimarevue“

„Jeepfahrer! Klimaschweine! Verfechter der Regionalen Küche! Die Letzte Band der Welt lädt ein ins Centraltheater!“, heißt es in der Ankündigung der Produktion, an der neben Grebes „Kapelle der Versöhnung“ auch Schauspieler des Theaters beteiligt sind.

„Keine Zeitung ohne CO2. Kein Tag ohne Klima. Es umgibt uns. Überall. Die apokalyptischen Reiter sind gasförmig.“ Es werde nicht in erster Linie wärmer, sondern unberechenbarer, meint der in Köln geborene Dichter, Autor, Liedermacher und Schauspieler, der in den vergangenen Jahren zahlreiche Preise gewonnen hat.

Regie: Rainald Grebe

Bühne: Jürgen Lier

Kostüm: Janna Skroblin

Mit Jens-Karsten Stoll und Grebes „Kapelle der Versöhnung“

www.rainaldgrebe.de

 

4. Susanne Marx / Evrim Demirel, V.E.T.: „Geboeid“ / „Gefesselt“ (Holland)

Die Geschichte über ein junges, westliches Mädchen, das in die Türkei „ausgeheiratet” wird. Evrim Demirel, ein junger türkischer Komponist, hat frei und doch inspiriert durch Mozarts „Entführung aus dem Serail“ neue Musik komponiert, u.a. mit Samplern, Elektronik und einer Harfe.

Die niederländische Choreographin und Regisseurin Susanne Marx arbeitet hier mit einem gemischten Ensemble zwischen Rap, Tanz und Klassik.

www.susannemarx.nl

– Deutsche Erstaufführung –

 

5. Jiří Adámek, boca/loca/lab: „Europeans” / „Europäer” (Tschechien)

Adámeks szenische Komposition reflektiert das momentane europäische Gefühl der Desorientierung, den Verlust eines eigenen Bewusstseins und den Verfall des allgemeinen kulturellen und ideologischen Umfelds. Das „Libretto" besteht aus Schlagzeilen, medialen und zeitgenössischen Klischees.

Regie/Konzept: Jiří Adámek und Boca Loca Lab.

Gegründet von dem Regisseur und Theaterkritiker Jiří Adámek, hat sich die Gruppe einem Theater verpflichtet, das vor allem musikalische Prinzipien nutzt. Für seine experimentell musikalisch-szenischen Kompositionen und seine theoretischen Beiträge erhielt Adámek kürzlich auf dem New Wave Festival den „Personality of the Year“ Award im Bereich alternatives Theater in Tschechien.

– Deutsche Erstaufführung –

www.rainaldgrebe.de

 

II. KOPRODUKTIONEN der Neuköllner Oper

1. „Helden der Oper“ – Die kleinste Gala der Welt

von Suse Wächer und Hans Jörn Brandenburg

Hilfe! Die Gala stirbt aus. Springer sagt die Bambiverleihung ab, Bayreuth streicht den Festspielempfang und der „Echo“ wird von Oliver Pocher moderiert. Doch aus Neukölln naht Rettung: Gastgeber Dr. Sigmund Freud bittet ans Mikrofon und auf die (Gäste)couch, seine Tiefenbohrungen im Urschlamm der Oper fördern Erstaunliches zu Tage: War Wagner wahnsinnig? Macht Gesang krank? Mit welcher Oper verstört man seine Kinder am nachhaltigsten? Wo sitzt eigentlich die Stimme? Ganz im Mittelpunkt der Festgala steht die Musik. In einem furiosen Parforceritt durch die Werke von Bizet, Offenbach, Purcell und Puccini gestalten Helmut Kohl, Erich Honecker und Michail Gorbatschow die Wiedervereinigungswirren neu, die Callas hakt sich bei Louis Armstrong unter, Charles Darwin singt T-Rex und ganz zum Schluss verabschieden sich Elfriede Jelinek und Sigmund Freud gemeinsam. Träumen Sie den unmöglichen Traum mit uns! Retten Sie die Gala! Yes, we can.

Mit „Helden der Oper“ präsentiert OpenOp eine Festivaleröffnung der besonderen Art.

Regie/Konzept: Suse Wächter

Musikalische Leitung: Hans Jörn Brandenburg

Bühnenbild: Constanze Kümmel

Video & Licht: Jo Schramm

– Uraufführung Neuköllner Oper 04/2010 / Festivalpremiere –

 

2. „Songs for Maria“ (AT)

von Dejan Dukovski und Sandy Lopicic

Zwei Brüder treffen sich als Soldaten gegnerischer Truppen durch Zufall wieder. In der letzten Nacht vor der Entscheidungsschlacht sitzen sie nun, nach Jahren der Trennung, zwischen den Fronten in einer evakuierten Stadt fest. Es gibt kein Vor und Zurück, kein Morgen mehr. Als Deserteure wissen sie, diese Nacht wird ihre letzte sein. Erinnerungen kommen hoch, vor allem an Maria, die Verlobte des älteren. Doch wo ist Maria nun? Was ist mit ihr geschehen, was mit den Eltern, was mit ihnen selbst? Und welche Geschichte ist wahr? Alte Rechnungen werden beglichen und schockierende Geständnisse riskiert. Und über allem schwebt jene Maria, mit ihrem Mythos und dem ungeschönten Blick auf zwei ungleiche Brüder. Und auf ein Land, das den Krieg vergessen will.

Auf Initiative der Neuköllner Oper entwickelt Dejan Dukovski (geboren in Skopje) zusammen mit dem Musiker Sandy Lopicic (geboren in Sarajewo) ein neues Musiktheaterstück für drei Schauspieler des Mazedonischen Nationaltheaters.

Text: Dejan Dukovski

Musik: Sandy Lopicic

Ausstattung: Hannah Landes

Koproduktion mit dem Nationaltheater Skopje, unterstützt durch das Goethe-Institut Skopje

– Uraufführung Neuköllner Oper 04/2010 – Festivalpremiere –

 

3. „Bordellballade“

von Franzobel (Text) und Moritz Eggert (Musik)

Wir befinden uns an einem Ort jenseits der Grenze. In einem kleinen Bordell mit Namen Menschenhaus. Die Freier kommen von drüben, weil es hier billiger ist. Die Schutzgelderpresser stammen von hier. Und die fleißigen Lieseln, also die Dirnen, stammen von irgendwo …

„Ein kleines dreckiges Stück, anstelle großer Oper“ nennt Moritz Eggert seine „Bordellballade“.

Inspiriert vom „Mahagonny-Songspiel“ Weills und Brechts hat Franzobel einen Text erfunden über die Verrohtheit des Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise. Sowieso sei „das Leben grauslich und schmutzig“ – „das Verdrängte, das Unverheilte“ interessieren den Bachmann-Preisträger. Eggert wiederum zeichnet sich aus durch Werke wie ein

– Uraufführung Kurt Weill Fest Dessau 03/2010 –

 

4. „New Babel Sounds“

David Moss und Muziektheater Transparant

Neukölln ist Zukunft: Dicht gedrängt leben hier 160 Nationalitäten miteinander, mit all den Schwierigkeiten und den noch ungenutzten Potentialen.

Wie klingt die Zukunft, wie klingt Neukölln?

Für OpenOp öffnet sich das Festival zu einer großen abschließenden Aktion, die acht Stimmkünstler aus unterschiedlichen europäischen Ländern mit einem multinationalen Chor Neuköllner Laien zusammenführt. In diesem Song-Spektakel wollen wir ein klingendes Bild von einem Europa zeichnen, das die babylonische Stimmverwirrung überwindet zu einem neuen Miteinander der vielfältigen Stimmen und Erfahrungen. So wird das alte, aus Hybris und Anmaßung zusammengebrochene Babel neu erbaut mit der Kraft von gegenseitigem Interesse und Respekt.

Koproduktion mit den Operadagen Rotterdam und dem Muziektheater Transparant, Antwerpen auf Initiative der Neuköllner Oper

– Uraufführung Neuköllner Oper 04/2010 / Festivalpremiere –

 

III. EIGENPRODUKTIONEN

1. „Stadt der Hunde“

Eine Hundeoper - nicht nur für Jugendliche von Sinem Altan (Musik) und Tina Müller (Text)

Nero und Dilara treffen aufeinander in einer kalten Winternacht. Die eine ausgesetzt, der andere auf dem Absprung. Der eine Pitbull-Dobermann, die andere Mops, nicht gerade eine Schönheitskönigin. Statt sich aber gegenseitig beizustehen, bekläffen sie sich. Ein Miteinander ist kaum möglich, und dann kommt auch noch Schäfer dazu, ein Polizeihund-Typ. Trotzdem haben alle drei was gemeinsam: Sie bekommen keine Anerkennung.

Gemeinsam ziehen sie durch die Neuköllner Nacht, jeder zeigt dem anderen „sein Neukölln“, sie haben eine Vision: ein Rudel sein. Ein Stadthunderudel!

Inszenierung: Mario Portmann

Musikalische Leitung: Alexander Klein

Choreographie: Julieta Figueiroa

Ausstattung: Grit Wendicke

Dramaturgie: Bernhard Glocksin

– Uraufführung Neuköllner Oper 11/2009 –

 

2. „Peer lügt!“

Ein Trip nach Ibsen und Grieg. Von Volker Schmidt und Hans Platzgumer

Peer hat schon viel versucht, aber nichts beendet. Peer hetzt durchs Leben. Ein Träumer. Ein Angeber. Auf der Suche nach dem Besonderen, Einmaligen. Immer vorwärts und immer die Angst vor dem Tod im Nacken. Volker Schmidt (u.a. Preisträger Heidelberger Stückemarkt) und Komponist/DJ Hans Platzgumer (ex Goldene Zitronen) folgen ihrem Peer auf seinen virtuellen Reisen und Exzessen, ein Unterfangen zwischen Schauspiel, Rap, Oper und Loop.

Text und Inszenierung: Volker Schmidt

Komposition und Sounds: Hans Platzgumer

www.volkerschmidt.at/ www.platzgumer.net

– Uraufführung Neuköllner Oper 02/2010 –

3. „Schreberzone“ von und mit schindelkilliusdutschke

Sie heißen Abendruh / Bergfrieden / Ewige Heimat oder Unter Uns die Namen lesen sich wie ein Panoptikum der „deutschen Seele" aus dem Zeitalter der Romantik. Kleingärten sind aber längst kein deutsches Phänomen mehr: Die Sehnsucht nach dem 24m2 großen Lauben-Paradies mit Gärtchen zieht sich durch jedes Alter, alle Schichten und Migrationshintergründe: Traditionell im Großstadtleben verankert, aber immer vom Verschwinden durch Stadtentwicklung und Urbanisierung bedroht. Die Musiktheater-Formation schindelkilliusdutschke wird sich in den Keller der Neuköllner Oper vergraben und dort aus Garten- und „Hochkultur“ einen eigenwilligen, organischen, musikalisch-performativen Kosmos weben. Es soll ein virtueller Schrebergarten entstehen, in dem „die Kinder arbeiten und spielen“ (wie es Moritz Schreber vorschwebte), die fruchtbare Natur gedeiht, und das gehetzte, schnelle Leben für einen Abend entschleunigt wird. Was wachsen will, braucht Zeit. Und dabei hat die Musik ihren eigenen Rhythmus, ihre eigene Zeit, die sie ebenso gegen den Rhythmus der „Natur“ wie gegen den der „Stadt“ setzt.

Inszenierung: Matthias Rebstock

Raum: David Reuter

Projektionen: Sabine Beyerle

Kostüme: Sabine Hilscher

– Uraufführung Neuköllner Oper 04/2010 / Festivalpremiere –

 

4. „Lovesick“

Ein Taumel von Sommer Ulrickson und Moritz Gagern

Drei singende Tänzer und drei tanzende Sänger/Musiker kreisen um das Drama der liebeskranken NASA-Astronautin Lisa Nowak, die nach 1500 km Fahrt ohne Pause und einer Pfefferspray-Attacke verhaftet wurde. Wie krank macht Liebe? Wie verändert sie die Welt? Eine körperlich-musikalisch-diskursive Recherche über die unterschätzte Epidemie und letzte Krankheit unserer Kultur.

Inszenierung: Sommer Ulrickson

Musik: Moritz Gagern

Tanz: WeeDance Company

– Uraufführung Neuköllner Oper 03/2010 –

IV. OpenForum: Stipendiatenprogramm für anderes Musiktheater

Die Neuköllner Oper sucht mittels Ausschreibung zehn junge Musiktheaterprofis (Festivalmacher, Regisseure, Bühnenbildner Sänger, Musiker, Librettisten, Komponisten) im Alter von 20 bis 35 Jahren. Sie sind als Stipendiaten eingeladen, während des Festivals an Workshops, Diskussionen und Vorträgen teilzunehmen. Zusammen mit den zum Festival eingeladenen nationalen und internationalen Künstlern unterschiedlichster Bereiche gehen sie Fragestellungen eines zeitgemäßen Musiktheaters nach wie:

Welche Möglichkeiten bietet alternatives Musiktheater? Wo steht es im internationalen Kontext? Ergänzt wird die praktische Arbeit von offenen Vorträgen und den Vorstellungsbesuchen der eingeladenen Gastspiele und Ko- & Eigenproduktionen.

(Stand 11.01.2010 – Änderungen vorbehalten)

 

Kalender

 

OpenOp - Europäisches Festival für anderes Musiktheater

Do. 08.04. 17:00 Uhr Get together der Stipendiaten, Eröffnung / OpenForum 18:00 Uhr Eröffnung / OpenOp 19:00 Uhr „Helden der Oper“ sowie „De vliegende Hollander“ 21:00 Uhr „Songs for Maria“

 

Fr. 09.04. 19:00 Uhr „De vliegende Hollander“ sowie „Songs for Maria“ 21:00 Uhr „Helden der Oper“

 

Sa. 10.04. 19:00 Uhr „Stadt der Hunde“ sowie „Alle reden vom Wetter. Die Klimarevue“ 21:00 Uhr „Võlufloot. Remiks ja selgitus” / „Magic Flute“ ab 19:00 Uhr „2. Lange Nacht der Opern und Theater“

 

So. 11.04. 15:00 Uhr „Stadt der Hunde“ 19:00 Uhr „Võlufloot. Remiks ja selgitus” / „Magic Flute“ sowie „Alle reden vom Wetter. Die Klimarevue“ 21:00 Uhr „Stadt der Hunde“

 

Do. 15.04. 19:00 Uhr „Geboeid“ („Gefesselt“) sowie „Peer lügt!“ 21.00 Uhr „Bordellballade“ 23.00 Uhr „Peer lügt!“

 

Fr. 16.04. 10:00 Uhr „Geboeid“ („Gefesselt“) 19:00 Uhr „Europeans“ sowie „Bordellballade“

 

Sa. 17.04. 19:30 Uhr „New Babel Sound“ 21:00 Uhr „Lovesick” sowie „Europeans” 22:00 Uhr „Schreberzone”

 

So. 18.04. 17:00 Uhr Werkschau / Openforum 19:00 Uhr „Helden der Oper“ 19:30 Uhr „New Babel Sound“ 21:00 Uhr „Lovesick“ 23:00 Uhr „Helden der Oper“

 

Weitere Performances im Rahmenprogramm – Änderungen vorbehalten.

 

www.festival-openop.de

 

Kooperationspartner:

Nationaltheater Skopje (Mazedonien), Operadagen Rotterdam (Holland),

Muziektheater Transparant (Belgien), Kurt Weill Fest Dessau, Theater der

Stadt Koblenz, PAZZ Festival des Staatstheaters Oldenburg

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