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OPER HALLE: Musiktheaterkollektiv HAUEN UND STECHEN bringt Musiktheater KITESH mit Musik von Alexander Chernyshkov und Nikolai Rimski-Korsakow zur Uraufführung

Premiere: Sonntag, 18. Oktober 2020 | 16:00 Uhr | Oper Halle

Das Musiktheaterkollektiv HAUEN UND STECHEN begibt sich in der zweiten Ausgabe der Initiative NOperas! an der Oper Halle auf die Suche nach der unsichtbaren Stadt. Entlang Nikolai Rimski-Korsakows Oper Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und der Jungfrau Fewronija und mit Neukompositionen von Alexander Chernyshkov taucht das Kollektiv ein in die alte, fast mythologische Spiritualität in der Wolgaregion und ergründet, was Geheimnis und Glauben, als Relikte einer verlorenen Vergangenheit, noch bewirken können.

 

Rimski-Korsakows Oper beschreibt den fatalen Verlauf einer Zivilisation – von einer ursprünglichen Einheit mit der Natur bis zum utopisch-metaphysischen Ende und Untergang. Die Begegnung der im Wald lebenden Fewronija mit dem Prinzen Wsewolod wird überschattet vom Einfall der Goldenen Horde der Tataren, die vom 12. bis zum 16. Jahrhundert weite Teile Asiens und auch Europas beherrschte. Durch ein Wunder versinkt die Stadt vor ihrer Plünderung unauffindbar in einem See.

Dabei wird das hallesche Publikum unmittelbar einbezogen und geht gemeinsam mit den Darsteller*innen und Musiker*innen wie jenes mongolische Reitervolk auf die Reise zum sagenhaften Kitesh und damit auch zu einer besseren Version der eigenen Stadt. Auf diesem Weg, der von HAUEN UND STECHEN als Parcours im und um das Opernhaus gestaltet wird, ist die Sehnsucht das Ziel, und so werden Orte der Stadt und des Theaters zu Orten der Verheißung und Eroberung. Wo läuten die goldenen Glocken? Wo werden wir glücklich sein? Der geheime Weg ist beschwerlich und wird immer wieder von musiktheatralen Episoden unterbrochen. Rimski-Korsakows Musik bildet dabei in Arrangements von Roman Lemberg den roten Faden und erklingt in ungewöhnlichen Farben und Besetzungen.

HAUEN UND STECHEN ist ein Kollektiv von Künstler*innen aus Bereichen wie Regie, Bühnenbild, Gesang, Videokunst u. a., das an einer neuen Musiktheatersprache arbeitet und sich intensiv mit klassischen Opernwerken auseinandersetzt. Die Aufführungen, die stets Performance-Charakter haben, sind eine Übersetzung des Ursprungswerks in disparate Kunst-Räume und die polyphone Klangwelt eines Kollektivs. Dabei arbeiten die Mitglieder in immer neuen Konstellationen zusammen. Für Kitesh sind beteiligt: Alexander Chernyshkov (Neukomposition), Franziska Kronfoth (Regie), Roman Lemberg (Musikalische Leitung gem. mit Peter Schedding sowie Arrangement), Christina Schmitt (Ausstattung), Maria Buzhor (Dramaturgie gem. mit Kornelius Paede sowie Text und Choreografie), Martin Mallon (Video)

Als Sänger*innen werden Anke Berndt (Sopran), Marlene Lichtenberg (Mezzosopran), Michael Zehe (Bass), Martin Gerke (Bariton) zu erleben sein. Unterstützt werden Sie von der Schauspielerin Gina Lisa Maiwald. Es spielt die Staatskapelle Halle unter der musikalischen Leitung von Peter Schedding. Außerdem sind zu erleben der Chor der Oper Halle, das Ballettstudio Teska sowie der Studierendenchor Chorespondenten.

Das Projekt Kitesh ist Teil von NOperas! – einer Initiative des Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm). In gemeinsamer Trägerschaft von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW, in Kooperation mit Oper Halle, Oper Wuppertal und Theater Bremen.

 

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