Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Opernhaus Kiel: SCHLIEssE DEINE LI(E)DEROpernhaus Kiel: SCHLIEssE DEINE LI(E)DEROpernhaus Kiel:...

Opernhaus Kiel: SCHLIEssE DEINE LI(E)DER

Orchester-Ballet von Silvana Schröder und Mario-Schröder zu Musik

von Richard Wagner und Gustav Mahler

Premiere So | 20. Mai 2007 | 20 Uhr.

 

Die neue Produktion des Ballett Kiel. Die musikalische Grundlage bilden drei Stücke des romantischen Weltrepertoires, die Mario Schröder mit seiner Schwester Silvana Schröder, dem Philharmonischen Orchester Kiel und Gesangssolisten der Oper Kiel auf die Bühne stellt.

Als große choreografische Trilogie von Mario Schröder und Silvana Schröder nach Musik von Richard Wagner und Gustav Mahler kreist das szenische Geschehen um das Thema der gescheiterten Liebe, der unerfüllten Sehnsucht, der inneren Verwandlung und eines über-persönlichen Welterlebens der von Freude und Leid gezeichneten menschlichen Seele.

Richard Wagners „Wesendonck-Lieder“ – komponiert nach den lyrischen Texten von Ma-thilde Wesendonck – bilden dabei den Auftakt. Sie geben Zeugnis einer intensiven, doch hoffnungslosen Liebesbeziehung des Komponisten zur Gattin seines Züricher Mäzens Otto Wesendonck. Wagners fünfteiliger Lied-Zyklus bildete zugleich eine Vorstudie zu „Tristan und Isolde“. Angeregt vom emotionalen Schmerz der Lieder, choreografiert Silvana Schrö-der den großen Pas de Deux als sinnlichen Ausdruck einer tief empfundenen und an uner-füllter Sehnsucht gescheiterten Liebe zweier Menschen. Marina Fideli (Mezzosopran) leiht den traumschönen Liedern ihre farbenreiche, dunkel timbrierte Stimme.

 

Mit seiner choreografischen Umsetzung Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ greift dann auch Mario Schröder das Thema der gescheiterten Liebe im zweiten Teil der Ballett-Trilogie auf. In dem Werk verarbeitete der Komponist persönliche Erfahrung der unerwiderten Liebe zur Sopranistin Johanna Richter, in die er sich als junger Kapellmeister in Kassel verliebte. Doch anders als in Wesendonck-Liedern, wo jeder Text eine eigene, abgeschlossene Welt widergibt, bauen Mahlers Orchester-Lieder nach dem Modell der „Schönen Müllerin“ von Franz Schubert aufeinander auf und erzählen so eine kleine Ge-schichte. Durch verlorene Liebe zum unfreiwillig „Fahrenden“ geworden, begibt sich der leidende Geselle auf eine äußere Wanderschaft, die für ihn zugleich einen inneren Auf-bruch bedeutet. Doch – anders als beim großen klassischen Vorbild Schuberts – endet seine Reise in einer inneren Metamorphose und verhilft ihm am Ende zurück ins Leben. Ge-sangssolist der Oper Kiel Mirko Janiska (Bariton) wird den Protagonisten der „Lieder“ sängerisch (und szenisch!) verkörpern.

 

Den Abschluss und zugleich den inhaltlichen Höhepunkt des Programms bildet Gustav Mahlers „Lied von der Erde“. Sechs Nachdichtungen altchinesischer Lyrik von Hans Bethge lieferten ihm hierfür die Vorlage. Mahlers sinfonischer Lied-Zyklus – das melan-cholische Spätwerk des von schweren Schicksalsschlägen gezeichneten Meisters – ist sein glanzvoller wie schmerzreicher Abgesang auf eine schöne und doch so furchtbare Welt. Er-zählen die „Wesendonck-Lieder“ und die „Lieder des fahrenden Gesellen von einem per-sönlichen Schicksal der Protagonisten, so bietet das „Lied von der Erde“ eine überpersönliche Draufsicht auf das Erdentreiben. Und so ist die Erde am Ende das einzig Bleibende – als ewige Bühne des irdischen Werdens und Vergehens, als ewiger Kreislauf des Lebens.

 

MUSIKALISCHE LEITUNG: Georg Fritzsch

INSZENIERUNG UND CHOREOGRAFIE: Mario Schröder und Silvana Schröder

AUSSTATTUNG: Paul Zoller

MIT: Ballett Kiel und folgenden Sängersolisten: Marina Fideli (Mezzosopran),

Mirko Janiska (Bariton), Mineo Nagata (Tenor)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Team

 

Silvana Schröder (Choreografie) erhielt ihre Tanzausbildung an der Palucca-Schule für Tanz in Dresden. Sie war mehrere als Ballettdirektorin und Choreografin am Theater Al-tenburg-Gera tätig und arbeitet als freie Choreografin. Mario Schröder, Kieler Ballett-Direktor und vormals Ballettchef am Mainfrankentheater Würzburg, brachte zahlreiche Produktionen zusammen mit seiner Schwester auf die Bühne. Die letzte Arbeit des erfolg-reichen Gespanns für das Theater Kiel war ihre Choreografie FIGHT!

Paul Zoller (Ausstattung) arbeitete als Bühnenbildner u. a. amDeutschen Nationaltheater Weimar, dem Aaltotheater Essen und der Münchner Musikbiennale. Er gehört zu den engs-ten Mitarbeitern Mario Schröders. Sein Bühnenraum in Thilo Reinhardts Inszenierung von Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ an der Komischen Oper Berlin, die im Ja-nuar Premiere hatte, wurde von Publikum und presse gleichermaßen gefeiert.

 

 

MUSIKALISCHE LEITUNG: Georg Fritzsch

INSZENIERUNG UND CHOREOGRAFIE: Mario Schröder und Silvana Schröder

AUSSTATTUNG: Paul Zoller

MIT: Ballett Kiel und folgenden Sängersolisten: Marina Fideli (Mezzosopran),

Mirko Janiska (Bariton), Mineo Nagata (Tenor)

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 20 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑