Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Österreichische Erstaufführung: "Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs" von Milo Rau - Volkstheater WienÖsterreichische Erstaufführung: "Mitleid. Die Geschichte des...Österreichische...

Österreichische Erstaufführung: "Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs" von Milo Rau - Volkstheater Wien

Premiere DO 08. MRZ 2018, 20.00, Volx/Margareten

Zwei Frauen, die wissen, wie sich ein Maschinengewehr anhört. Die eine musste erleben, wie ihre Eltern damit erschossen wurden. Die andere war Entwicklungshelferin im Kongo bis zu einem mörderischen Überfall auf ein von NGOs verwaltetes Lager. Die eine stammt aus Zentralafrika und wurde in Europa adoptiert. Die andere bezeichnet sich als nordisch und wurde Schauspielerin am Stadttheater.

 

 

 

Copyright: Götz Schrage, Volkstheater

Der Schweizer Theatermacher, Autor und Aktivist Milo Rau schrieb den Doppel-Monolog Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs auf der Grundlage von Interviews mit NGO-Mitarbeiter/innen, Geistlichen und Kriegsopfern in Afrika und Europa. Dem zugrunde liegt die Frage nach dem Mitleid: Wie erträgt man das Elend? Was macht das Elend so attraktiv? Wie in vielen seiner international gerühmten Projekte, darunter Die Moskauer Prozesse, The Civil Wars und zuletzt Das Kongo Tribunal, schärft Milo Rau den Widerspruch zwischen Mitverantwortung und Anteilnahme an globalen Konflikten. Mit Mitleid wird eines der aufsehenerregendsten politischen Theaterstücke der letzten Jahre nachgespielt. In der Regie von Max-Reinhardt-Absolvent Alexandru Weinberger-Bara verkörpert Anja Herden beide Rollen, die mit schwarzer und die mit weißer Hautfarbe.

Das Volkstheater startet anlässlich der österreichischen Erstaufführung von Milo Raus Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs eine Kooperation mit dem Filmcasino: Der spektakuläre Dokumentarfilm Das Kongo Tribunal von Milo Rau behandelt, ebenso scharfsinnig wie der von Anja Herden gespielte Doppelmonolog Mitleid, den Kongokrieg, wenngleich von einer anderen Seite. Der Autor und Regisseur lud 2017 die zentralen Akteure und Analytiker des seit zwanzig Jahren währenden Krieges zu einem hyperrealen Volkstribunal. Die Untersuchungen zeichnen ein unverschleiertes Porträt dieses gewaltigsten Wirtschaftskriegs unserer Zeit. Für die Filmpremiere und weitere Vorführungen im Filmcasino erhalten Besucher/innen von Mitleid gegen Vorlage ihres Tickets € 2 Ermäßigung auf den Eintritt. Auch umgekehrt erhalten Besucher/innen der Kinovorstellung € 2 Ermäßigung für den Theaterabend.
Das Kongo Tribunal, ab 27. März, 20.15 Uhr, Filmcasino, Margaretenstraße 78, www.filmcasino.at

Regie Alexandru Weinberger-Bara
Bühne und Kostüme Julia Krawczynski
Musik und Video David Lipp
Dramaturgie Roland Koberg

mit Anja Herden   

Kooperation mit Max Reinhardt Seminar

DI 13. MRZ 2018 20.00    
FR 23. MRZ 2018 20.00    
MI 04. APR 2018 20.00    
SO 29. APR 2018 20.00    

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑