Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Österreichische Erstaufführung: "Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes" von Roland SchimmelpfennigÖsterreichische Erstaufführung: "Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes" von...Österreichische...

Österreichische Erstaufführung: "Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes" von Roland Schimmelpfennig

Premiere am 19. Dezember 2010, 19.00 Uhr im Akademietheater

 

In irgendeiner Universitätsstadt der westlichen Welt: Das Ärztepaar Karen und Martin ist von einem sechsjährigen humanitären Einsatz aus Afrika zurückgekehrt, der nicht nur gesundheitliche Spuren an ihnen hinterlassen hat.

Sie besuchen ihre daheim gebliebenen Freunde und ehemaligen Studienkollegen Liz und Frank, die inzwischen mit Kind im Einfamilienhaus leben.

 

Liz hat bis zur Geburt ihres Kindes als Krankenschwester gearbeitet und führt nun mit Frank, der Oberarzt an einer Uniklinik ist,ein so genanntes abgesichertes Leben, während ihre Freunde sich als „Ärzte ohne Grenzen“ einer Extremsituation ausgesetzt haben, sich möglicherweise mit Krankheiten infiziert und in der Heimat keine Existenz aufgebaut haben. Zwei Lebensentwürfe mit ihren jeweiligen Abgründen und verschiedenen Auffassungen von Verantwortung prallen aufeinander und stellen sich gegenseitig in Frage. Im Laufe des eskalierenden Abends erfahren wir, dass Karen und Martin das kranke, verwaiste Mädchen Annie, das sie in Afrika gegen die Regeln ihrer Hilfsorganisation zu sich genommen hatten, auf der Flucht vor einem drohenden Bürgerkrieg allein zurückgelassen haben.

Liz hat regelmäßig Geld und Briefe an Annie geschickt, um ihr Überleben zu ermöglichen, und sie ist fassungslos, als sie von dem nun ungewissen Schicksal des Kindes erfährt. Die Tochter von Liz und Frank hingegen erscheint an diesem Abend ebenfalls nicht, sie übernachtet, wie es heißt, bei den Nachbarn. Stellvertretend für die abwesenden Kinder geraten zwei Puppen ins Spiel: die von weit her gereiste Holzpuppe Abeni und die Plastikpuppe Peggy Pickit.

 

„Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes“ ist als ein Teil der Afrika Trilogie für das Vulcano Theatre in Toronto entstanden, wo es im Sommer 2010 gemeinsam mit dem afrikanischen Stück „Shine Your Eye“ von Binyavanga Wainaina und dem nord-amerikanischen Stück „GLO“ von Christina Anderson, die sich ebenfalls mit dem Verhältnis zwischen Afrika und dem Westen auseinandersetzen, uraufgeführt wurde.

 

Schimmelpfennigs Stück fragt nach den Opfern, die wir bereit sind für unsere Überzeugung zu bringen, nach unserer globalen Verantwortung und den wahren Motiven unseres Tätig- oder Untätigseins.

 

Mit Caroline Peters, Christiane von Poelnitz; Peter Knaack, Tilo Nest

 

Regie Roland Schimmelpfennig

Bühne und Kostüme Johannes Schütz

Licht Felix Dreyer

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑