Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Peter Maxwell Davies: DER LEUCHTTURM in der Oper KielPeter Maxwell Davies: DER LEUCHTTURM in der Oper KielPeter Maxwell Davies:...

Peter Maxwell Davies: DER LEUCHTTURM in der Oper Kiel

Premiere So | 12. Dezember | 19.00 Uhr | Schauspielhaus

 

Drei Leuchtturmwärter verschwinden im Jahr 1900 spurlos von einer winzigen Insel der äußeren Hebriden. Die Besatzung des Ablösungsschiffes findet ein leeres Wohnhaus vor, nur die Öljacken fehlen. Was ist passiert?

Mord und Selbstmord in religiösem Wahn? Entführung durch ein Ufo? Das „Flannan Isle Mystery“ beschäftigt für Jahrzehnte Inspektoren, Dichter und Journalisten. Heute nimmt man an, die Wärter seien von einer Flutwelle mitgerissen worden.

 

Aus dem realen Ereignis entwickelte der englische Komponist Sir Peter Maxwell Davies (* 1934) eine Kammeroper: „Diese Oper bietet keine Lösung des Rätsels an, sondern versucht anzudeuten, was durch das gespannte Verhältnis zwischen den drei Männern, die schon viel zu lange auf Ablösung harrten und durch den Sturm im Leuchtturm festgehalten wurden, mög¬licherweise passiert ist.“ Drei Sänger spielen jeweils zwei Rollen. Im ersten Teil, dem Prolog, stellen sie drei Offiziere dar, die vor einem Untersuchungsgericht berichten, was und wie sie den Turm vorgefunden haben.

 

Im zweiten Teil – von Davies mit „Das Heulen der Bestie“ betitelt – mutieren sie zu den drei verschwundenen Leuchtturmwärtern Sandy, Blazes und Arthur. In einzelnen Szenen verschwimmen die beiden Ebenen jedoch – man weiß nicht mehr, ob die Leuchtturmwärter die Rollen der Offiziere eingenommen haben oder umgekehrt. Haben vielleicht die einen die anderen umgebracht? Oder haben die Offiziere wohlmöglich eine Reise ins Unbewusste gemacht, auf der sie verborgenen Aspekten ihrer eigenen Persönlichkeit begegnet sind? Die Oper spielt bewusst mit verschiedenen Möglichkeiten und Davies selbst formuliert noch eine zusätzliche: „Doch existiert, wenn der Leuchtturm „automatisch“ zu blinken beginnt, auch die Möglichkeit, dass wir einem Spiel von Geistern in einem Leuchtturm beigewohnt haben, der seit achtzig Jahren

verlassen und verschlossen ist.“

 

So wird DER LEUCHTTURM zu einem spannenden Psychothriller mit atmosphärisch dichter Musik, in der Nebel steigen, Möwen kreischen, Leuchtturmlichter blinken und Stürme toben! Die etwa 80minütige Kammeroper wird in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt.

 

Die drei Sänger Fred Hoffmann, Tomohiro Takada und Kyung-Sik Woo gehören zum Ensemble der Kieler Oper. Es dirigiert Mariano Rivas, 2. Kapellmeister der Oper Kiel. Mit Nele Tippelmann inszeniert eine junge Regisseurin, die in Kiel bisher Waltons DER BÄR und Weirs DER BLONDE ECKBERT im Opernhaus und das Kindermusical KÖNIG KEKS im Theater im Werftpark inszeniert hat. Jetzt arbeitet sie zum ersten Mal im Schauspielhaus.

 

Musikalische Leitung: Mariano Rivas

Regie: Nele Tippelmann

Ausstattung: Eveline Havertz

 

Mit: Fred Hoffmann, Tomohiro Takada, Kyung-Sik Woo

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑