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"Richard III" von Shakespeare im Theater KIEL

Premiere 19. November 2005

Regie Barbara Neureiter

England zur Zeit der Rosenkriege – Jahrzehnte blutiger Schlachten zwischen den Häusern Lancaster und York um Thron und Macht: Im Zentrum des Stückes steht Richard, Bruder König Edwards IV. Richard ist von der Natur nicht begünstigt worden, er ist hässlich und verkrüppelt.

Das gesellschaftliche Spiel des Hofes ist ihm zutiefst zuwider und so nutzt er es für seine Zwecke. Mit diabolischer Intelligenz und intrigantem Kalkül spielt er sein blutiges Spiel. König will er werden. Wer ihm dabei im Weg ist, wird gnadenlos zur Seite geräumt:

Heinrich VI, den alten König der Lancaster- Linie, und dessen Sohn hat er längst beseitigt, doch noch am Grab des jungen Prinzen macht er dessen Witwe Lady Anne einen Heiratsantrag. Sein Bruder Clarence fällt einer Intrige zum Opfer und stirbt im Tower, die Kinder seiner Schwägerin, der Königin Elisabeth, werden ebenfalls getötet. Keiner außer Richard selbst darf einen legitimen Thronanspruch haben. Auch Elisabeths Vertraute, seien es

der königstreue Lord Hastings oder ihr Bruder Lord Rivers, werden ins Jenseits befördert.

Selbst der intrigante Buckingham, der aus eigener Machtgier lange an Richards Seite gestanden hat, muss sterben, als er den Lohn für sein schmutziges Handeln einfordert.

Als Richard jedoch am Ziel seines Strebens angelangt ist, regt sich Widerstand: Unter Führung des Grafen Richmond rüstet sich eine Streitmacht, die den neuen Regenten nicht akzeptiert und England endlich Frieden bringen möchte. .

Mit RICHARD III. hat Shakespeare eine der skrupellosesten und gleichzeitig charismatischsten Schurkenfiguren der Weltliteratur erschaffen.

Das Stück entwirft eine Welt, in der Gier und Hass zu den zentralen Triebfedern des Handelns werden. Eine Welt, die den zutiefst amoralischen Kern des Strebens um Macht ebenso gnadenlos wie faszinierend offen legt. Die Fragen nach der Faszination des Bösen und den Mechanismen von Herrschaft und Macht sind dabei heute genauso aktuell wie im England des ausgehenden 15. Jahrhunderts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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