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RUKELI - Vorstellung von Theater TKO im Rahmen der 9. Balkantage in München

22. März 2015, 20:00 Uhr, i-camp/neues theater münchen. -----

Erzählt wird das Schicksal des Boxstars Johann Wilhelm Trollmann (Romanes-Name „Rukeli), der 1933 Deutscher Meister im Halbschwergewicht wurde, ehe ihn die Nationalsozialisten den Titel aberkannten und ihn im KZ ermordeten.

Johann Wilhelm Trollmann ist Anfang der 30er Jahre ein Star im Boxring, ein Idol für die Jugend, ein Frauenschwarm, gut aussehend, erfolgreich, populär und anerkannt. Er ist Sinto, und sein Romanes-Name ist „Rukeli“. 1933 wird er Deutscher Meister im Halbschwergewicht. Die Nazis entziehen ihm den Titel und ermorden ihn im KZ.

 

Das Stück „RUKELI“ reflektiert das Schicksal des Boxers. Es handelt vor allem von wahrer Freundschaft. Denn Rassismus boxt sich nicht durch, wenn es um Freundschaft geht, um Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Das weiß niemand besser als Rukelis Freund Hans. Einfache, liebevolle Gesten aus seiner Kindheit verankern sich so tief, dass es für ihn keinen „dreckigen Zigeuner“ gibt. Hans erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die unter den Nazis nicht bestehen darf und doch über Rukelis Tod hinaus existiert ...

 

Im Rahmen der 9. Balkantage (München, 12. – 24. März 2015), die dieses Jahr unter dem

Motto „Roma auf dem Balkan“ stehen, wird das Theater TKO aus Köln das Stück „Rukeli“ im i-camp zeigen. Das Theater TKO ist das erste und das einzige Roma-Theater in Deutschland.

 

„Rukeli“ ist zweisprachig inszeniert, auf Romanes und Deutsch. Das Stück basiert auf dem

Text „Zigeuner-Boxer“ von Rike Rainiger.

 

THEATER TKO

Das Theater TKO experimentiert unter der künstlerischen Leitung von Nada Kokotovic und Nedjo Osman mit bekannten Stoffen und Themen des realen Lebens. Die Lebensformen und Probleme der unterschiedlichen Nationalitäten und Sprachgemeinschaften in Europa und speziell in Deutschland werden in multikulturellen Theaterformen visualisiert und in Szene gesetzt. Dementsprechend arbeitet dieses Theater mehrsprachig und genreübergreifend; die Roma-Thematik ist ein weiterer Schwerpunkt.

Existentielle Fragen, die alle betreffen und die vor allem in Krisensituationen unerwartet hervorbrechen, werden in einer von Nada Kokotovic und Nedjo Osman eigens entwickelten Bühnensprache behandelt. Theatralische Mittel aus Schauspiel, Tanz und Performance werden miteinander verbunden und assoziativ mit dem Vielklang der Sprachen, mit digitalen Medien und Bildender Kunst verknüpft.

 

Das Theater TKO beschäftigt sich mit aktuellen Problemen unserer Gesellschaft. Stichworte sind Globalisierung, Terrorismus, weltweite bewaffnete Konflikte, Kriege, Turbokapitalismus, Gentechnik, Ausländerfeindlichkeit, Ende der Utopien?, virtuelle Realitäten, Europa und Hedonismus. Theater reagiert auf die gesellschaftlichen Veränderungen und kann Spiegel für die damit verbundenen Hoffnungen und Konflikte sein. Der Wunsch nach einer toleranten Gesellschaft, die nicht vor geographischen Grenzen Halt macht, zeigt sich in der Auswahl der Stücke von hauptsächlich zeitgenössischen AutorInnen sowie in den genreübergreifenden Inszenierungen.

Weitere Informationen: www.tko-theater.de

 

BALKANTAGE

Die Balkantage finden seit 2007 in München statt, Initiator ist der Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“, der 1992 gegründet wurde. Die 9. Balkantage vom 12. – 24. März 2015 stehen unter dem Motto „Roma auf dem Balkan“. Die Zusammenführung verschiedener ethnischer Gruppen und eine verbesserte

Kommunikation mit mehr Verständnis für- und Wissen übereinander, ist auch dieses Jahr die Botschaft der Balkantage, deren Programm eine Reihe edukativer, künstlerischer und

geselliger Veranstaltungen bieten.

Weitere Informationen: balkantage.org

 

Regie, Dramaturgie: Nada Kokotovic,

Darsteller: Nedjo Osman, Arno Kempf

Dauer: ca. 60 Min.

Weitere Informationen: www.tko-theater.de // balkantage.org

Kartenvorverkauf: Karten zu € 16 / ermäßigt € 10 können über balkantage.org und

www.reservix.de erworben werden.

„Rukeli“ ist eine Produktion von Theater TKO mit Unterstützung durch Kulturamt Köln,

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und

Rom e. V.

 

i-camp/neues theater münchen

Entenbachstr. 37, 81541 München

Tel: +49 / 89 / 65 00 00

Fax: +49 / 89 / 65 43 25

info@i-camp.de

 

Kartenvorverkauf: Karten zu € 16.- / ermäßigt € 10.- können über balkantage.org und www.reservix.de erworben werden

 

***

 

MITWIRKENDE

Nada Kokotovic (Regie) ist in Kroatien geboren und studierte Klassisches und Modernes Ballett, Film- und Theaterregie sowie Philosophie in Zagreb. Die junge Künstlerin wuchs in dem kulturell vielfältigen, weltoffenen und künstlerisch experimentierfreudigen Jugoslawien heran und arbeitete als Tänzerin und Choreographin mit namhaften modernen Komponisten (Maderna, Stockhausen, Kelemen) und Regisseuren (Spaic, Paro, Radojevic, Violic, Jovanovic) zusammen. Sie war für fünf Sommer an der Accademia Musicale Chigiana in der Klasse Cotilde und Alexander Sakharoff engagiert, Mitglied des Kroatischen Nationaltheaters Ballett, Mitglied KASP (Kammerensembles freien Tanz).

 

Ende der 70er Jahre erhielt sie ein zweijähriges IREX- und Ford-Stipendium in den USA, wo sie mit George Balanchine am NY City Ballett arbeitete und am Off Off Broadway wie an der New York State Opera inszenierte. Nach ihrem USA-Aufenthalt führte sie an verschiedenen jugoslawischen Bühnen das "Choreodrama" als neue theatralische Form ein und realisierte seither über hundert Produktionen. Mit Ljubisa Ristic gründete Sie das multiethnische, multilinguale Theater-Projekt KPGT, mit Tourneen durch Jugoslawien, Mexico, USA, Australien und Europa. Der Krieg in Jugoslawien und der politische Zerfall ihrer Heimat zwang die überzeugte Weltbürgerin zum jähen Abbruch ihrer Karriere in diesem Sprach- und Kulturraum. 1992 emigrierte Nada Kokotovic nach Deutschland. Trotz des schmerzlichen Verlusts von Sprache, langjährigen Freunden und Kollegen blieb ihre Schaffenskraft ungebrochen.

 

Als freie Regisseurin und Choreographin brachte sie eigene Produktionen heraus und gründete zusammen mit ihrem künstlerischen Partner und Lebensgefährten Nedjo Osman 1996 das Theater TKO (Theater Kokotovic Osman) in Köln. Außerdem war und ist sie als Gastregisseurin an verschiedenen Bühnen in Europa engagiert.

 

Nedjo Osman (Darsteller) wurde 1958 in Skopje/Mazedonien, im ehemaligen Jugoslawien geboren.

Nach dem Studium an der Film und Theaterakademie in Novi Sad erwarb er sich einen

Namen als Schauspieler. Am Pralipe Theater in Skopje und im Nationaltheater KPGT in Subotica übernahm er Hauptrollen in vielen Klassik bis zur Moderne und erhielt dafür zahlreiche Preise. 2003 hat er den erstmals vergebenen Jul Brüner Preis für die Regie der “Medea” und als Roma-Schauspieler bekommen. Nach Ausbruch des Krieges auf dem Balkan kam er als Ensemblemitglied des Pralipe

Theaters nach Mülheim an der Ruhr, wo er als Hauptdarsteller die besten Kritiken bekam. Seit 1995 ist er zusammen mit Nada Kokotovic künstlerischer Leiter des Theaters TKO in Köln, in dem er das Roma-Theater pflegt, mit Roma- und mit nicht Roma Schauspielern. Er ist auch Journalist und Dichter sowie engagierter Sozialarbeiter und Mediator.

 

Schon in früher Jugend entdeckte er seine Leidenschaft für das Schreiben. Seine Inspirationen sind die Straße, das Viertel in dem die Roma leben, die Erfahrungen mit den Nicht-Roma und die Liebe als Quelle der Schönheit. Seine Gedichte sind in Serbien, in der Türkei, Mazedonien, Kroatien, Bosnien und Herzegovina und Deutschland erschienen.

 

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