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Schauspiel Frankfurt: "Amerika" nach dem Romanfragment von Franz Kafka

Premiere 16. April 2015, um 20.00 Uhr, Kammerspiele. -----

»Sollen sie sich hier nicht ein wenig heimisch fühlen?« - Karl Roßmann flieht: aus dem alten Europa in die neue Welt, vor den neuen Freunden, die sich als Konkurrenten erweisen, und vor den Frauen, die zu Gegnerinnen im Geschlechterkampf werden.

Er flieht vor Raubtieren und tödlichen Fallen. Seine Reise in eine verlockende Ferne ist ein langer, desillusionierter Absturz in eine fremde Welt und ein hoffnungsloser Versuch, sich dort zu etablieren.

 

Franz Kafkas erster Roman »Amerika« beschreibt das Fremdsein und Fremdwerden in der Welt und übersetzt Entfremdung in ein verinnerlichtes Erzählen: Der Einzelne im Kampf gegen alle. Denn in Amerika ist nicht die Freiheit bedroht, sondern die Freiheit ist die Bedrohung, weil sie Karl Roßmann unter Druck setzt, seinen Ort in der Welt selbst zu bestimmen.

 

Der Regisseur Philipp Preuss begibt sich wieder auf einen Traum-Trip, nur diesmal aus der Hölle des Heizungsraums hinauf in die luftige Apotheose des amerikanischen »Pursuit of Happines«: Enjoy it!

 

Philipp Preuss inszeniert regelmäßig am Schauspiel Frankfurt, zuletzt August Strindbergs »Ein Traumspiel«. Nach seinen Inspirationen befragt, antwortet er: »Denis Lavant läuft 1984 durch Paris in Leo Carax’ Film ›Boy Meets Girl‹, man hört Bowies ›When I Live My Dream‹, und verwandelt sich in Dean Stockwell, der vor Dennis Hopper in David Lynchs ›Blue Velvet‹ Roy Orbisons ›In Dreams‹ performt, als Beilage eine Ketchup-Orgie von Paul McCarthy und Mike Kelley: The American Nightmare. Wie schreibt Kafka? Der Geist wird erst frei, wenn er aufhört, Halt zu sein…«

 

Regie Philipp Preuss

Bühne Ramallah Aubrecht

Kostüme Eva Karobath

Video Konny Keller

Dramaturgie Claudia Lowin

 

Mit Heidi Ecks, Elzemarieke de Vos; Michael Benthin, Vincent Glander, Sascha Nathan

 

 

 

 

 

 

 

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