Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Schauspielhaus Zürich: Molières «Don Juan» Schauspielhaus Zürich: Molières «Don Juan» Schauspielhaus Zürich:...

Schauspielhaus Zürich: Molières «Don Juan»

Premiere am Samstag, 29. September 2007, 20 Uhr, Pfauen

 

Don Juan, Atheist und schamloser Verführer, hat Elvira aus dem Kloster geraubt, sie geheiratet und wieder verlassen. Weder ihr Hass noch ihre Vergebung können ihn zur Rückkehr bewegen.

Im Gegenteil, er macht den Bäuerinnen Charlotte und Mathurine den Hof. Er verspottet einen gottesfürchtigen Bettler ebenso wie alle seine Gläubiger. Die Warnungen und Drohungen vor dem Strafgericht Gottes schlägt er in den Wind. Nachdem die Kritik seines Vaters an seinem Lebenswandel zunächst von ihm ignoriert wird, täuscht er diesem reumütig die innere Umkehr und die Hinwendung zur Religion vor. Aber Sganarelle, seinem Diener, gibt er sich als Heuchler zu erkennen. Und Sganarelle hat grosse Angst vor der Rache des zürnenden Himmels. Diese erfolgt, nachdem der furchtlose Don Juan die steinerne Statue eines kürzlich von ihm getöteten Komturs zum Abendessen einlädt.

 

Nach der Uraufführung 1665 entbrannte um das Stück heftiger Streit. Der mächtige und vom Hof unabhängige Don Juan verlachte als Freigeist Monogamie und Religion und wurde zu einer gesellschaftlich und ideologisch unkontrollierbaren Figur. Mit Billigung des Königs wurde Don Juan in zensierter Form fünfzehnmal gespielt. Danach verschwand die Komödie für lange Zeit vom Spielplan.

 

Regisseur Werner Düggelin hat für seine Inszenierung eine eigene deutsche Fassung erarbeitet. Marcus Bluhm («Bunbury») als Don Juan und Johannes Zirner («Romeo und Julia») als Sganarelle werden sich rasante Wort- und Degengefechte liefern. Die Fechtszenen wurden – wie schon bei «Romeo und Julia» – vom Kampftrainer Klaus Figge einstudiert. Peter Arens, lange Jahre im Zürcher Ensemble, kehrt als Don Luis auf die Pfauenbühne zurück.

 

«Don Juan» ist die erste von zwei Molière-Inszenierungen in dieser Spielzeit. Im Dezember wird Matthias Hartmann den «Tartuffe» auf die Pfauenbühne bringen

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑