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SEGEN DER ERDE nach dem Roman von Knut Hamsun - Schauspiel Köln

Premiere: Freitag, 29. Mai 2015 / 19.30, Halle Kalk. -----

Ein Mann in der Wildnis, ein einsamer Pionier. Isak wird er genannt, der Siedler, der mit seinen Händen das Brachland umgräbt, urbar macht, einen Hof aufbaut, erst alleine, dann zusammen mit Inger, seiner Gefährtin, die in ihrem Heimatdorf niemand heiraten will, weil eine Hasenscharte ihr Gesicht entstellt.

Der Hof ist ihr friedvoller Ort, hier leben sie im Einklang mit der Natur, bauen eine Gamme, dann ein Haus, entwässern das Moor und pflegen ihr Vieh, das sich mit jedem Frühjahr mehrt. Ein Sohn wird geboren, Eleseus, bald darauf ein zweiter, Sivert. Inger entbindet allein. Als sie das dritte Kind zur Welt bringt, sieht sie, dass es eine Hasenscharte hat und erstickt es. Durch die missgünstige Oline, eine Verwandte Ingers, die den Einsiedlerhof regelmäßig besucht, erfährt die Obrigkeit im nächstgelegenen Dorf von dem Kindsmord. Inger wird verurteilt. Sechs lange Jahre muss Isak den Hof ohne sie bewirtschaften. Die Frau, die zurückkommt aus der Besserungsanstalt in der großen Stadt, ist eine andere. Wie ein Virus sitzt die Zivilisation in ihr und der kleinen Leopoldine, die sie kurz nach ihrer Inhaftierung geboren hat. Mühsam und reizlos erscheint das Leben in der Einöde. Es dauert, bis die Sehnsucht sich legt, bis ihr Streben wieder schlichter wird – während die Zivilisation näher rückt. Nicht weit vom Hof siedeln sich neue Bauern an und hoch im Berg beginnen die Glücksritter nach Kupfer zu graben.

 

Mit seiner Robinsonade um den Einsiedler Isak hat Knut Hamsun vor fast hundert Jahren nicht nur das belletristische Standardwerk für alle zivilisationsmüden Selbstversorger geschaffen, sondern exemplarisch den Entstehungsprozess einer Gesellschaft nachgezeichnet. Vor allem aber hat er der Literaturgeschichte ein ganzes Panorama an Figuren geschenkt, die in ihrer eigenen Ambivalenz einer widersprüchlichen Welt gerecht werden. Und die, jede für sich, die Frage aufwerfen, welche Ansprüche wir an unser Leben stellen.

 

REGIE ROBERT BORGMANN / BÜHNE ROCCO PEUKER / KOSTÜME ROBERT BORGMANN / MUSIK WEBERMICHELSON / LICHT MICHAEL FRANK / DRAMATURGIE NINA RÜHMEIER

 

MIT LENA GEYER ∙ MAREK HARLOFF ∙ JANIS KUHNT ∙ JUSTUS MAIER · SEÁN MCDONAGH ∙ HENRIETTE NAGEL · JULIA RIEDLER ∙ JAKOB LEO STARK · LOU STRENGER

 

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